Wirtschaft

Reisewarnung für Südkorea Cathay Pacific fürchtet den Virus-Effekt

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Mers-Ausbruch in Südkorea: In der U-Bahn von Seoul desinfizieren Mitarbeiter die Haltegriffe.

(Foto: REUTERS)

Eine ansteckende Atemwegserkrankung bedroht die asiatische Wirtschaftskraft: Der jüngste Ausbruch des Mers-Virus in Südkorea bereitet Analysten ernste Sorgen. Vor allem Fluggesellschaften könnten unter den Auswirkungen leiden.

Die Fluggesellschaft Cathay Pacific bekommt die Furcht vor der in Südkorea aufgetretenen Krankheit Mers zu spüren. Die Zahl der Buchungen von Hongkong in südkoreanische Städte sei rückläufig, sagte Konzernchef Ivan Chu auf einer Luftfahrtmesse in Miami. Sitz der Fluggesellschaft ist Hongkong.

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Vorsichtsmaßnahme an den Flughäfen: Mit Wärmebildkameras halten Kontrolleure nach fiebrigen Passagieren Ausschau.

(Foto: REUTERS)

Wegen der Berichte gebe es eine gewisse Panik unter einigen Kunden. "Die Informationspolitik ist nicht sehr gut", kritisiert er die Behörden. Bei dem gegenwärtigen Stand der Dinge gehe er allerdings nicht davon aus, dass die Auswirklungen auf das Geschäft bedeutend sein werden. Der Konkurrent Asiana Airlines erklärte dagegen, die Berichte über Mers hätten bislang keine Folgen gehabt.

Zahl der Mers-Toten steigt

Nach dem Ausbruch der ansteckenden Atemwegserkrankung in Südkorea ist die Zahl der Todesopfer auf neun gestiegen. Zwei weitere Menschen seien der Virusinfektion erlegen, teilte das Gesundheitsministerium in Seoul zuletzt mit. Die Zahl der gemeldeten Fälle erhöhte sich demnach um 13 auf 108.

Mers

Beim Mers-Virus handelt sich um einen seit 2012 bekannten neuen Stamm aus der Gruppe der Coronaviren. Zu denen zählen auch viele Erkältungsviren und der Sars-Erreger. Allerdings ist Mers nicht so leicht zwischen Menschen übertragbar wie etwa die Atemwegserkrankung Sars, an der in Asien 2003 hunderte Menschen starben.

Die Erkrankung geht häufig mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Husten und Kurzatmigkeit einher. Bei schweren Verläufen kann sich eine Lungenentzündung entwickeln, auch kann es zu Nierenversagen kommen.

Eingeschleppt wurde die Krankheit durch einen Geschäftsmann, der sich auf der arabischen Halbinsel aufgehalten hatte. Die Region ist der Hauptherd der von Coronaviren ausgelösten grippeähnlichen Krankheit mit der Bezeichnung Middle East Respiratory Syndrome (Mers).

Passanten mit Schutzmasken

Südkorea reagierte unter anderem mit energischen Quarantäne-Maßnahmen auf den Ausbruch. An den Flughäfen werden Passagiere bei der Einreise auf eine erhöhte Körpertemperatur hin kontrolliert. Entsprechende Kontrollen finden auch an öffentlichen Gebäuden wie zum Beispiel dem Verteidigungsministerium statt. Im öffentlichen Nahverkehr setzen die Betreiber zusätzliche Mitarbeiter ein, um U-Bahn-Waggons zu desinfizieren. Die einfachen Schutzmasken gegen Tröpfcheninfektion sind im Straßenbild allgegenwärtig - obwohl die Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch bislang als vergleichsweise gering gilt.

Reisewarnung aus China

Hongkong erließ zuletzt eine Reisewarnung für Südkorea. Konjunkturexperten gehen davon aus, dass die Furcht vor dem Virus durchaus wirtschaftliche Folgen für Südkorea haben wird. Analysten der Investmentbank Goldman Sachs errechneten für das laufende Jahr ein um 0,2 Prozent verringertes Wirtschaftswachstum in dem hoch industrialisierten Land.

Für ihre Schätzungen können die Analysten auf Daten aus den Jahren 2002 und 2003 zurückgreifen. Damals war durch das Severe Acute Respiratory Syndrome, kurz Sars, die Wirtschaftsleistung in mehreren asiatischen Staaten eingebrochen. Insbesondere Fluglinien wurden von der Angst vor dem Virus schwer getroffen. Die Zahl der Flugreisenden ging vorübergehend deutlich zurück.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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