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Saudische Forscher warnen Kamele übertragen Mers-Virus direkt

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Viele Saudis lieben ihre Kamele innig und haben engen Kontakt zu den Tieren.

(Foto: AP)

Kamele stehen schon länger im Verdacht, Überträger des gefährlichen Mers-Virus zu sein. Doch dass sie die Krankheit auch direkt an den Menschen weitergeben, ist neu. Mancher Saudi muss nun die Beziehung zu seinem Haustier überdenken.

Das gefährliche Coronavirus Mers wird nach Erkenntnissen saudischer Wissenschaftler direkt von Kamelen auf den Menschen übertragen. Wie Forscher in der Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" schreiben, untersuchten sie den Fall eines 44 Jahre alten Mannes aus Saudi-Arabien, der im November an dem Virus starb, kurz nachdem er seine mit MERS infizierten Kamele behandelt hatte. Sie fanden dabei heraus, dass die Genome des Krankheitserregers des Mannes und des Virus, das zum Tod des Tieres führte, identisch waren.

Die Daten legten nahe, dass das Mers-Virus durch engen Kontakt mit einem infizierten Kamel übertragen wurde, sagte Studienleiter Tarik Madani von der König-Abdulaziz-Universität in Dschidda. Die Forschungsergebnisse zeigten erstmals einen "eindeutigen Beweis" für einen solchen Übertragungsweg.

Kamele dienen auf der arabischen Halbinsel als Nutz-, Renn- und Haustiere. Sie werden häufig gepflegt und verehrt wie anderswo edle Pferde. Die Besitzer haben oft engen Kontakt zu den Tieren, kraulen sie und schmusen sogar mit ihnen. Bereits seit längerem ist bekannt, dass Kamele Überträger und Wirte des Mers-Virus sind. Die Behörden haben Kamel-Besitzer deshalb dazu angehalten, einen Mundschutz und Handschuhe zu tragen, wenn sie mit den Tieren zusammen sind.

Mers steht für "Middle East Respiratory Syndrom" (auf Deutsch etwa: Mittlerer Osten Atemwegssyndrom) und wurde erstmals im September 2012 bei Patienten mit einer schweren Atemwegsinfektion identifiziert. Es hat Ähnlichkeit mit dem Sars-Virus. Mers kann grippeähnliche Symptome auslösen, aber auch zu einer schweren Lungenentzündung führen. Anders als Sars führt der neue Erreger zudem zu Nierenversagen. Seinen Ausgang nahm das Virus in Saudi-Arabien. Dort starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits 282 Menschen an Mers.

Quelle: n-tv.de, nsc/AFP

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