Wirtschaft
Legt sich mit der Eurozone an: Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis.
Legt sich mit der Eurozone an: Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 17. Februar 2015

Athen bleibt stur: Denn sie wissen nicht, was sie tun

Ein Kommentar von Jan Gänger

Griechenlands Regierung gibt sich unbeirrt und lässt das Treffen der Euro-Finanzminister scheitern. Das ist nicht heldenhaft, sondern verantwortungslos. Denn sie setzt die Zukunft ihres Landes aufs Spiel.

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras und sein Finanzminister Yanis Varoufakis gefallen sich in der Pose des Rebellen. Unter dem Motto "Macht kaputt, was Euch kaputt macht" fordern sie die Eurozone heraus. Das mag in Griechenland auf große Zustimmung stoßen - doch es ist völlig verantwortungslos.

Tsipras und Varoufakis scheint völlig egal zu sein, dass sie die Pleite ihres Landes riskieren. In aufrechter Helden-Attitüde sind sie davon überzeugt, Recht zu haben. Und wenn sie scheitern, dann am Unverständnis der Welt. Im Film ist das eine schöne Schlussszene. In der Wirklichkeit nicht.

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Sind sich die Griechen eigentlich darüber im Klaren, was für verheerende Folgen ein Staatsbankrott hat? Vielleicht. Doch wahrscheinlich gehen sie davon aus, dass es so weit schon nicht kommen wird. Die Eurozone werde nicht zulassen, dass ihr Land pleitegeht.

Wenn sie sich hier mal nicht irren. Die griechische Regierung verlangt bedingungslose Milliardenkredite. Zugleich stoppt sie das vereinbarte Spar- und Reformprogramm und will einen Schuldenerlass. Damit gelingt Tsipras und Varoufakis das Kunststück, Griechenland - und nicht Deutschland - in der Eurozone zu isolieren.

Das ist eine beachtliche Leistung. Außerhalb Deutschlands hat sich schon lange die Überzeugung durchgesetzt, dass das Athen auferlegte Sparprogramm überzogen ist. Jahrelange Rezession und Massenarbeitslosigkeit lassen mittlerweile auch hierzulande Zweifel an den Erfolgsaussichten aufkommen.

In Europa und in Deutschland gibt es viel Verständnis für die Griechen. Doch anstatt das zu nutzen, sorgen Tsipras und Varoufakis mit Selbstgefälligkeit und Kompromisslosigkeit dafür, dass es schwindet. Sie fordern nur und bieten nichts.

Um ihr Ziel zu erreichen, drohen beide mit der Pleite ihres Landes. Sie hoffen, dass die Eurozone aus Angst vor den Konsequenzen klein beigibt. Dieser Poker kann fürchterlich schief gehen. Mit den Folgen werden dann vor allem die Griechen leben müssen. Und sie werden schlimmer sein als jedes Troika-Programm.  

Quelle: n-tv.de

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