Wirtschaft

Sommerloch in der Staatskasse Deutschlands Steuereinnahmen sinken

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Nüchterne Einschätzung aus einem grauen Gebäude: Monat für Monat bewerten Experten des Bundesfinanzministeriums die konjunkturelle Gesamtlage.

(Foto: picture alliance / Klaus-Dietmar)

Magere Zahlen aus dem Finanzministerium: Im Sommermonat Juli fließt weniger Geld in die Steuertöpfe als vor Jahresfrist. Anzeichen der Abschwächung zeigen sich bei der Umsatzsteuer. Im Monatsbericht des Ministeriums warnen Experten vor Auswirkungen am Arbeitsmarkt.

Die Steuereinnahmen in Deutschland sind im Juli zurückgegangen. Ohne Berücksichtigung der Gemeindesteuern nahmen Bund und Länder zuletzt 53,5 Milliarden Euro ein, wie aus dem aktuellen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums (BMF) hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht die Summe einem Minus von 1,6 Prozent.

Vor allem die Einbußen bei der Umsatzsteuer seien für den leichten Rückgang verantwortlich, hieß es. Deutliche Zuwächse bei der Lohnsteuer hätten demnach eine noch schlechtere Monatsbilanz verhindert. In den ersten sieben Monaten des Jahres zusammen lagen die Steuereinnahmen mit gut 414 Milliarden Euro noch 2,3 Prozent über dem Vorjahreswert.

Der Rückgang bei der Umsatzsteuer lässt sich als erster Beleg für die sich abzeichnende Konjunkturabkühlung lesen. Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im zweiten Quartal um 0,1 Prozent geschrumpft. Ökonomen schließen nicht aus, dass es auch im laufenden Sommerquartal ein Minus geben wird und Deutschland damit in eine "technische Rezession" rutschen könnte. Für einen solchen Befund reichen bereits zwei Minusquartale in Folge aus - auch, wenn die Abschwächung nur knapp unter der Nulllinie liegt und die Wirtschaft sich weitgehend stabil entwickelt.

Bremsspuren am Arbeitsmarkt

Als wertvolle Stütze erweist sich derzeit die Nachfrage aus dem Inland: Während die Industrie und der Export aufgrund des von US-Präsident Donald Trump angefachten Handelsstreits viel Gegenwind verspüren, stabilisiert der Konsum die Lage.

Allerdings könnte sich auch hier das Bild bald ändern, heißt es. In den kommenden Monaten sei mit einer Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen, was besonders das Verarbeitende Gewerbe zu spüren bekommen sollte, erklärten die Fachleute des Finanzministeriums in ihrem Monatsbericht.

Der nächste Zwischenstand zur Lage steht in acht Tagen an: Wie es im August am deutschen Arbeitsmarkt lief, will die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in einer Woche berichten. Im Juli war die Arbeitslosenquote - wie saisonal üblich - bereits leicht angestiegen.

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Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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