Wirtschaft

Konsum und Exporte treiben BIP Deutschlands Wirtschaft wächst deutlich

Der Aufschwung in Deutschland schwächt sich etwas ab, allerdings weniger als erwartet. Im Jahresvergleich wächst die Wirtschaft um satte 3,1 Prozent. Doch dies beruht teilweise auf einem statistischen Effekt.

Deutschlands Wirtschaft hat von April bis Juni weiter zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im zweiten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Verantwortlich für das Plus waren demnach vor allem die Exporte sowie die Konsumausgaben der Verbraucher und des Staates.

Gebremst wurde das Wachstum im Frühjahrsquartal laut Statistik hingegen durch schwache Investitionen. Insbesondere in Ausrüstungen und Bauten sei nach dem starken ersten Quartal weniger investiert worden.

Im ersten Quartal von Januar bis März hatte das BIP um 0,7 Prozent zugelegt. Angekurbelt hatten das Wachstum vor allem Ausgaben der privaten Haushalte und des Staats. Auch die niedrigen Ölpreise, die Ausgaben rund um Flüchtlinge und der milde Winter hatten zum guten Start ins Jahr beigetragen.

Im Vorjahresvergleich stieg das BIP im zweiten Quartal um 3,1 Prozent und damit so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr, wie das Statistikamt weiter mitteilte. Korrigiert um einen "außergewöhnlich hohen Kalendereinfluss" ergebe sich ein Wachstum von 1,8 Prozent. Im ersten Quartal waren es demnach 1,9 Prozent.

Inflation zieht wieder leicht an

Die Inflation in Deutschland hat unterdessen im Juli den dritten Monat in Folge leicht angezogen. Die Verbraucherpreise legten laut Statistischem Bundesamt um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Im Juni hatte das Plus 0,3 Prozent betragen, im Mai 0,1 Prozent.

Kräftig gedrückt wurde die Teuerung im Juli erneut von sinkenden Energiepreisen: Haushaltsenergie und Kraftstoffe wurden den Angaben zufolge um sieben Prozent billiger. Leichtes Heizöl etwa war 18 Prozent günstiger als im Jahr zuvor, Kraftstoff 11,5 Prozent.

Strom verteuerte sich im Vergleich zum Juli 2015 um sieben Prozent. Die Preise für Nahrungsmittel stiegen um 1,1 Prozent und damit deutlich stärker als zuletzt. Vor allem Gemüse wurde teurer, Kartoffeln etwa um mehr als 18 Prozent. Um fast sieben Prozent billiger als vor einem Jahr dagegen waren Molkereiprodukte.

In den vorangegangenen Monaten war die Inflationsrate stets sehr gering ausgefallen; im April sanken die Verbraucherpreise sogar erstmals seit mehr als einem Jahr, und zwar um 0,1 Prozent. Danach kletterten sie wieder. Im Vergleich zum Vormonat legten die Preise im Juli den Angaben zufolge um 0,3 Prozent zu.

Quelle: n-tv.de, mbo/AFP

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