Wirtschaft

McKinsey-Report zu Unternehmen Die fetten Jahrzehnte sind vorbei

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(Foto: imago/Westend61)

30 goldene Jahre mit einem beispiellosen Gewinnwachstum für Unternehmen weltweit nähern sich dem Ende. Das ist das Ergebnis einer McKinsey-Studie. Für Konzerne, die an der Spitze bleiben wollen, haben die Forscher drei Erfolgsregeln herauskristallisiert.

Neue Märkte, sinkende Kosten, Steuersätze und Zinsraten. Die Voraussetzungen, die sich der Wirtschaft in den vergangenen 30 Jahrzehnten boten, hätten nicht besser sein können. Und findige Unternehmen haben das ausgenutzt: Wie aus der neuesten Studie des McKinsey Think Tanks MGI hervorgeht, haben sich die Gewinne der weltweit 30.000 größten Unternehmen seit 1980 mehr als verdreifacht.

Doch schon in der Bibel folgten den fetten, schönen Jahren, die mageren, teuren. Das ist auch die Prophezeiung von MGI: "Der globale Wettbewerb wird härter", heißt es in der Studie. In vielen Branchen würden die Gewinne künftig ungleich verteilt sein. Während die größten und erfolgreichsten Unternehmen weiterhin überproportional profitieren würden, müssten sich die anderen und ihre Aktionäre auf schrumpfende Margen einstellen.

Außerdem würden sich die Gewinne künftig noch mehr als ohnehin schon von der Schwerindustrie auf die Ideen-intensiven Branchen, wo das Geschäft vor allem aus Marken, Software und Algorithmen besteht, verschieben. Schon heute würden Pharma-, Medien-, Finanz- und Informationstechnologie-Unternehmen die höchsten Margen aufweisen, heißt es.

Nachteil für Aktionäre, Vorteil für Konsumenten

Gleichzeitig verlagere sich der Gewinn noch stärker von den westlichen Ländern, mit den USA an der Spitze, in die Schwellenländer, die heute für mehr als 40 Prozent der globalen Einkünfte stehen. "Die Unternehmen aus diesen Länder sind risikofreudige, harte Wettbewerber", heißt es in der Studie.

Zudem gebe es dort viele Familienunternehmen und Staatskonzerne. "Anders als die privatisierten Unternehmen, deren Anteilseigner auf die Quartalsgewinne warten, können diese Firmen längerfristige Strategien fahren, um die Marktführerschaft zu erobern, in dem sie etwa das Umsatzwachstum über die kurzfristigen Gewinne stellen." So seien etwa chinesische Firmen in den vergangenen zehn Jahren vier- oder fünfmal so schnell gewachsen als ihre westlichen Gegenstücke. Doch ihre Margen seien in diesem Zeitraum durchschnittlich um mehr als fünf Prozent gefallen.

Der intensivierte Wettbewerb werde vor allem den Konsumenten zugutekommen, glauben die Wirtschaftsforscher. Sie würden von niedrigeren Preisen, einer größeren Produktauswahl und besseren Service profitieren.

Die drei Erfolgsgeheimnisse

Aus ihrer 30.000 Firmen umfassenden Studie hat McKinsey jedoch auch Merkmale herausdestilliert, die erfolgreichen Firmen aufweisen: "Diese Strategien werden auch in Zukunft bestimmen, welche Unternehmen an der Spitze stehen – unabhängig von der Branche, in der sie tätig sind", sind sich die Forscher einig. Und welche wären das?

  1. Die profitabelsten Firmen sind in schnell wachsenden Märkten aktiv. So wie das Umsatzwachstum in die Emerging Markets abgewandert sei, würden die Gewinne folgen, heißt es. Unter den profitabelsten Infrastruktur-Unternehmen im Fortune Global 2000 Report seien beispielsweise die chinesische Anhui Conch Cement und China State Construction Engineering Corporation gewesen, ebenso wie die nigerianische Dangote Cement und die indischen Larsen & Toubro sowie Grasim Industries.
     
  2. Profitable Unternehmen setzen auf Intellekt. Die profitabelsten Industrieunternehmen, ob sie aus der Pharmabranche, Halbleiter oder Software kommen, geben mehr für Forschung und Entwicklung aus als ihre Wettbewerber. In andere Sektoren haben die Firmen aufgrund starker Marken eine Preismacht, wie etwa Disney oder Apple. Nicht zuletzt kämpfen sie erfolgreich um die größten Talente, die der Arbeitsmarkt zu bieten hat.
     
  3. Die profitabelsten Firmen haben deutlich effizientere Arbeitsabläufe, als das durchschnittliche Unternehmen in ihrer Branche, mit niedrigeren Produktionskosten auf jeden Umsatzdollar.

Was kommt also in den nächsten 30 Jahren? In der Bibel musste der von schlechten Träumen geplagte Pharao nach den sieben guten, sieben magere Jahre ertragen. Er hatte aber auch keine McKinsey-Unternehmensberater. Mit den drei goldenen Regeln hätte er sich vielleicht die dürren Jahre verkürzt.

Quelle: ntv.de, sla