Wirtschaft

"Kein Limit" für EZB-Geldpolitik Draghi legt rhetorisch nach

1fde3a147be0bbb66dc61352f117e952.jpg

Draghi sieht "kein Limit" für den Einsatz der geldpolitischen Instrumente der EZB.

(Foto: REUTERS)

Gestern hatte die EZB ihre Geldpolitik weiter gelockert. Doch die Märkte sind enttäuscht, denn sie hatten deutlichere Signale erwartet. Die könnten durchaus noch kommen, sagt Draghi. Die Notenbank habe ihr Pulver noch lange nicht verschossen.

Nach den enttäuschten Reaktionen der Finanzmärkte auf die jüngsten Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) hat Präsident Mario Draghi versucht, die Marktteilnehmer von ihrer grundsätzlichen Handlungsbereitschaft zu überzeugen. Die EZB würde ihre geldpolitischen Stimulierungen ausweiten, sollte dies nötig sein, um die Inflation auf das Ziel von knapp zwei Prozent zurückzubringen, sagte Draghi bei einer Rede in New York. "Es gibt kein bestimmtes Limit, wie wir unsere verschiedenen Instrumente einsetzen", strich Draghi dabei hervor.  

Die EZB hatte ihre Geldpolitik am Donnerstag nur maßvoll gelockert und damit die Finanzmärkte enttäuscht. Die Notenbank erhöhte den Strafzins für geparkte Gelder um zehn Basispunkte auf 0,30 Prozent und verlängerte das Anleihekaufprogramm um sechs Monate bis März 2017. Die Finanzmärkte hatten einen größeren Zinsschritt und eine Ausweitung der monatlichen Käufe von derzeit 60 Milliarden Euro erwartet.

Es gebe "keinen Zweifel", dass die EZB ihre Maßnahmen ausweiten würde, sollte das nötig sein, versicherte Draghi nun. Die EZB könne ihre Instrumente jederzeit anpassen, um das Inflationsziel zu erreichen. Zudem zeigten die bisherigen Maßnahmen den beabsichtigten Effekt, dank der EZB sei das Risiko einer Deflation vom Tisch. Die Politik der EZB führe zu einer allmählichen Wiederkehr der Inflation.

Diese Äußerungen von Draghi implizieren, dass das jüngste Stimuluspaket nicht unbedingt das letzte seiner Art war, insbesondere wenn die Währungshüter zu dem Schluss kommen, dass das Inflationsziel außer Reichweite gerät.

Die EZB beobachte fortlaufend die ökonomischen und finanziellen Entwicklungen, sagte Draghi weiter. Und sollten diese Entwicklungen eine Richtungsänderung zeigen, die eine Reaktion erforderlich mache, "dann sind wir natürlich jederzeit bereit, unsere Instrumente anzupassen, um eine Rückkehr zu unserem Inflationsziel ohne unnötige Verzögerung zu gewährleisten".

Quelle: ntv.de, mbo/DJ

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen