Wirtschaft

Tiefster Stand seit April EZB und Fed nehmen Euro in die Zange

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Sowohl der EZB als auch die Fed tragen zur Abwertung des Euro bei.

(Foto: imago stock&people)

Nach unten zeigt die Kurve des Eurokurses bereits seit Anfang Oktober. Die Aussicht auf eine noch größere Geldflut der EZB kostet die Gemeinschaftswährung an Wert. Aber auch eine Entwicklung in den USA lässt den Euro gegenüber dem Dollar schlecht aussehen.

Seit Anfang Oktober verliert der Euro langsam aber sicher immer mehr an Wert gegenüber dem US-Dollar. Zum Wochenauftakt gerät die europäische Gemeinschaftswährung erneut unter Druck - sie rutscht auf bis zu 1,0563 Dollar ab und damit auf den tiefsten Stand seit April. Das bisherige Jahrestief bei 1,0495 Dollar ist nun nicht mehr weit entfernt. Im Laufe eines Monats hat der Euro zum Dollar mehr als vier Prozent an Wert eingebüßt.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,12

Bereits vor mehr als einem Monat waren es Äußerungen des Chefs der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, welche den erneuten Abstieg des Euro eingeläutet hatten. Draghi hatte seine Bereitschaft bekräftigt, zur Ankurbelung der Wirtschaft im Währungsraum die Geldschleusen notfalls noch weiter zu öffnen. Besonders über eine Ausweitung des bereits laufenden Ankaufs von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren könnte noch mehr Geld ins Finanzsystem gepumpt werden. Ein höheres Euro-Angebot verringert jedoch den Wert des "Einzelstücks" Euro.

Zinserhöhung in den USA könnte Euro zusätzlich belasten

Nun könnte es in der Tat soweit sein. Im Euroraum warten Anleger und Analysten auf die EZB, die ihre Geldpolitik am Donnerstag aller Voraussicht nach abermals lockern wird. Denn trotz Nullzinsen, Strafzinsen für Bankeinlagen bei der EZB, milliardenschwerer Kaufprogramme und einer Flut billiger Notkredite ist die Inflation mit zuletzt 0,1 Prozent meilenweit vom Ziel der EZB entfernt. Die Notenbank strebt eine Rate knapp unter zwei Prozent an, hier sieht sie Preisstabilität erreicht.

Aber der Euro gerät auch von anderer Seite unter Druck: den USA. Dort stehen im Laufe der Woche wichtige Konjunkturdaten an, allen voran der Arbeitsmarktbericht am Freitag. Zudem wird sich die Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, mehrfach öffentlich äußern. Es werden Hinweise erwartet, ob sich die Fed Mitte Dezember tatsächlich von ihrer jahrelangen Nullzinspolitik verabschieden wird. Dies wird aller Voraussicht nach wiederum den US-Dollar stärken, wodurch den Euro zum Greenback ebenfalls an Wert verliert.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa/DJ/rts

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