Wirtschaft

Aktien auf neuen Tiefstständen Eon und RWE sind die Prügelknaben im Dax

Der Atomausstieg mag Umweltschützer freuen, für die Anleger der großen deutschen Energiekonzerne ist er jedoch ein nicht enden wollender Albtraum. Die ohnehin schon arg gebeutelten Aktien von Eon und RWE scheinen keinen Boden zu finden.

Ganz unten im Dax stehen erneut die beiden Energieversorger Eon und RWE. Beide sind bereits seit Jahresbeginn Hinterbänkler im deutsche Leitindex: Seit Eon-Aktien kommen in diesem Jahr bereits auf einen Abschlag von rund 37 Prozent, RWE-Aktien auf 51 Prozent. Negativmeldungen und Analystenkommentare setzen den beiden Titel zu und lassen sie neue Tiefststände markieren.

Nach Herunterstufungen gleich mehrerer Banken geht es für Eon erneut bergab: Die Aktien des Versorgers rutschten um 2,8 Prozent auf ein frisches 20-Jahres-Tief von 8,69 Euro und bildeten damit das Schlusslicht im Dax.

Am Vortag hatte die Aussicht auf einen Verbleib der deutschen Kraftwerke im Eon-Konzern die Aktien bereits um knapp acht Prozent ins Minus gedrückt. Der Versorger hatte am Mittwochabend angekündigt, seine Kernkraftwerke in Deutschland nicht wie geplant in die neue Gesellschaft Uniper zu übertragen, die ab Januar von Eon abgespalten wird und das lahmende Geschäft mit der konventionellen Stromerzeugung weiterführt. Damit dürfte der Eon-Konzern trotz der Aufspaltung wohl nicht das Unternehmen werden, auf das viele Investoren gehofft hätten, hieß es in einem Kommentar der RBC.

Versorger ächzen unter den Folgen des Atomausstiegs

Neben Eon ächzen auch die drei anderen größten deutschen Energiekonzerne und Atomkraftwerkbetreiber RWE, Vattenfall und EnBW unter den Folgen des Atomausstiegs, der bis 2022 abgeschlossen sein soll. Sie haben Rückstellungen über 38 Milliarden Euro angesammelt für den AKW-Abriss sowie die Lagerung ihres noch Tausende Jahre strahlenden Mülls.

Auch die Aktie des anderen Versorgers im Dax, RWE, kommt unter Druck und verliert mehr als zwei Prozent - und markieren mit 12,11 Euro erneut ein weiteres 24-Jahres-Tief. Zusätzlich belastet wurden die Titel laut Händlern durch einen Bericht der "Rheinischen Post", wonach dem Versorger eine Milliarden-Strafe in einem Handelsstreit mit dem arabischen Gaskonzern Dana Gas drohen könnte.

Quelle: ntv.de, kst/rts/DJ

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