Wirtschaft

Lang- und Kurzstrecken betroffen Lufthansa sagt mehr als 800 Flüge ab

RTR447X7.jpg

Per Eilantrag beim Arbeitsgericht will die Lufthansa den Piloten-Streik auf den letzten Metern noch abwenden.

(Foto: REUTERS)

Doppelstreik bei der Lufthansa: Am Tag nach dem Ausstand der Kabinen-Crews bei Eurowings treten die Piloten der Lufthansa in den Ausstand. Betroffen sind voraussichtlich bis zu 100.000 Passagiere. Vor Gericht will die Airline den Streik verhindern.

Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa muss wegen des für Mittwoch angekündigten Piloten-Streiks mehrere Hundert Flüge vorsorglich annullieren. Die Fluggesellschaft teilte mit, dass trotz des Streiksaufrufs 2124 von rund 3000 geplanten Kurz- und Langstreckenflügen ab Deutschland stattfinden könnten. Passagiere sind aufgerufen, sich frühzeitig über den Status ihrer Flugverbindung zu informieren.

Lufthansa
Lufthansa 6,69

Ob die Lufthansa-Piloten tatsächlich wie geplant ihre Arbeit niederlegen dürfen, ist noch nicht sicher: Die Lufthansa will den Streik mit einer Eilklage beim Arbeitsgericht Frankfurt verhindern. Die Fluglinie habe eine Einstweilige Verfügung gegen den Ausstand der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit beantragt, erklärte eine Gerichtssprecherin. Die Verhandlung beginne um 15.00 Uhr.

Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte den Schritt. Aus Sicht der Airline sei der Streikaufruf von Cockpit fehlerhaft und dabei insbesondere eine der Gehaltsforderungen. Cockpit hatte zuvor die 5400 Lufthansa-Piloten am Mittwoch zu einem 24-Stunden-Streik aufgerufen.

Unabhängig von den juristischen Bemühungen werden nach Angaben der Lufthansa alle Flüge der Töchter Germanwings, Eurowings, Air Dolomiti, Austrian Airlines, Swiss und Brussels Airlines planmäßig durchgeführt. Insgesamt seien von den streikbedingten Flugausfällen rund 100.000 Passagiere betroffen, teilte das Dax-Unternehmen mit. Gestrichen werden demnach 51 Langstreckenflüge sowie zahlreiche Verbindungen auf der Kurzstrecke ab Deutschland.

Die Lufthansa veröffentlichte auf ihrer Internetseite einen Sonderflugplan. Kunden können sich auch unter der kostenlosen Nummer 0800-8506070 über den Status ihres gebuchten Flugs informieren. Betroffene würden so weit wie möglich auf andere Airlines oder andere Verkehrsmittel umgebucht, erklärte das Unternehmen. Man setze "alles daran", die Auswirkungen des Streiks für die Fluggäste "so gering wie möglich zu halten".

Tarifstreit seit 2014

Die Vereinigung Cockpit hatte zuvor die 5400 Lufthansa-Piloten für Mittwoch zu einem 24-Stunden-Streik aufgerufen. Die Pilotengewerkschaft fordert rückwirkend ab 2012 eine Lohnerhöhung von 3,7 Prozent im Jahr. Die Lufthansa bietet 2,5 Prozent über eine Laufzeit von gut sechs Jahren. Der Arbeitskampf begann im April 2014. Seitdem streikten die Piloten insgesamt 13 mal. Den letzten Ausstand vor 14 Monaten stoppte ein Gericht.

Bereits heute sorgt ein Streik des Kabinenpersonals bei Eurowings für etliche Flugausfälle. In Düsseldorf hat die Lufthansa-Tochter 52 Starts und Landungen von 94 geplanten Flugbewegungen annulliert. An dem Flughafen sind 17 Eurowings-Maschinen stationiert. In Hamburg wurden 14 Ankünfte und Abflüge von 40 geplanten Eurowings-Flugbewegungen gestrichen.

Quelle: ntv.de, mmo/mbo/AGP/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen