Wirtschaft

Drehen an der Preisschraube Puma blutet gern für Rihanna und Arsenal

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Puma lässt sich sein Arsenal-Engagement was kosten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Operativer Einbruch und rote Zahlen: Der Sportartikelhersteller Puma leidet unter dem starken Dollar. Hinzu kommen hohe Werbeausgaben. Die aber sind es dem Unternehmen wert. Erfreulich entwickelt sich die Schuh-Sparte.

Der Sportartikelhersteller Puma ist im zweiten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Wegen negativer Währungseffekte und höherer Marketingkosten betrug der Fehlbetrag 3,3 Millionen Euro, wie Puma mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte Puma noch 4,2 Millionen Euro verdient. Das operative Ergebnis wurde mit 6,8 Millionen Euro fast halbiert. Allerdings hatten Analysten noch weniger erwartet.

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Hauptgrund für den Kostenanstieg waren höhere Werbeausgaben und die Partnerschaften mit der Popsängerin Rihanna sowie dem englischen Premier-League-Verein Arsenal London, die beide im zweiten Halbjahr 2014 vereinbart wurden. Darüber hinaus eröffnete Puma weitere Einzelhandelsgeschäfte und investierte in die IT-Infrastruktur.

Schuhsparte floriert

Ein erhebliches Problem ist zudem der schwache Euro, der zwar die Umsätze beflügelt. Die Aufwertung des US-Dollar gegenüber vielen Währungen sorgt auf der Kostenseite für einen gegenläufigen Effekt, da die Aufwendungen des Sportartikelherstellers überwiegend in der amerikanischen Währung anfallen.

Wie die Konkurrenten Adidas und Nike lässt Puma viele Schuhe, Shirts und Hosen bei Zulieferern in Asien fertigen, die sich in Dollar bezahlen lassen. Während Nike als Platzhirsch im US-Markt auch einen Großteil seiner Einnahmen in Dollar erzielt, ist Puma noch stärker als Adidas vom Geschäft in Schwellenländern abhängig, deren Währungen gegenüber dem Dollar besonders stark an Wert verloren haben. Puma will versuchen, diesem Effekt mit höheren Preisen zu begegnen. Zugleich verteidigte Konzernchef Björn Gulden die Marketing-Ausgaben.

Die Umsätze konnte Puma daher deutlich steigern: Die Erlöse nahmen im Quartal um 18,5 Prozent auf 772,7 Millionen Euro zu. Selbst währungsbereinigt verblieb ein Plus von noch 7,6 Prozent. Dabei verzeichnete Puma eine hohe Nachfrage nach Schuhen, insbesondere in der Running- und Training-Kategorie. Konzernchef Gulden sieht dies als Beleg dafür, dass "die Investitionen in neue und innovative Produkte beginnen, sich auszuzahlen".

Die Anfang Mai wegen des starken US-Dollars gesenkte Ergebnisprognose für das laufende Jahr bekräftigte Puma. Die Rohertragsmarge dürfte 2015 in einer Bandbreite von 100 bis 150 Basispunkten sinken. Im Vorjahr betrug diese 46,6 Prozent. Das Ebit dürfte in der Bandbreite von 80 bis 100 Millionen Euro liegen. Dementsprechend beeinflusst sei die Prognose auf das Konzernergebnis. Im vergangenen Jahr hatte Puma ein Ebit von 128 Millionen Euro erzielt. Das Konzernergebnis hatte bei 64 Millionen Euro gelegen.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/rts