Wirtschaft

Gewinne brechen stark ein RWE bleibt in der Krise

RWE steckt weiter in der Krise: Im ersten Halbjahr sackte der Nettogewinn um 28 Prozent auf 543 Millionen Euro ab, wie das Unternehmen mitteilt. Das schlechte Ergebnis überrascht selbst Analysten, die zuvor einen Rückgang erwartet hatten.

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Die niedrigen Börsenstrompreise lasten weiter auf RWE: Der zweitgrößte deutsche Energieversorger bleibt damit auch nach dem beschlossenen Konzernumbau in der Krise. Gemessen am bereinigten Nettoergebnis hat der Energiekonzern im ersten Halbjahr knapp 28 Prozent weniger verdient. Auch der operative Gewinn verschlechterte sich deutlich. Der Rückgang war noch stärker als von Analysten erwartet. Im zweiten Quartal kam sogar ein Verlust zustande. Trotzdem hielt der Vorstand an seinen Prognosen für das Gesamtjahr fest. Demnach soll das bereinigte Nettoergebnis weiter bei 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro landen, 2014 waren es noch 2,3 Milliarden.  

Angesichts der Konkurrenz durch Sonnen- und Windstrom hat RWE wie andere Energieunternehmen zunehmend Schwierigkeiten, mit seinen konventionellen Kraftwerken Geld zu verdienen. Das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis sank in der Zeit von Januar bis Juni von 749 Millionen auf 543 Millionen Euro. Grund für den deutlichen Rückgang war außer den Schwierigkeiten im operativen Geschäft eine hohe Steuerquote.

Strukturänderung hin zu mehr Effizienz

Den Weg aus der Krise will RWE mit einem Konzernumbau schaffen. Am Montag stimmte der Aufsichtsrat einer Änderung der Struktur zu, die RWE zu mehr Effizienz verhelfen soll. Der Konzern will die Zentrale stärken und die Zahl der Tochtergesellschaften um rund ein Drittel verringern. So radikal wie bei dem Konkurrenten E.ON, der vor einem Dreivierteljahr eine Abspaltung des konventionellen Geschäfts beschloss, fallen die Pläne bei RWE nicht aus. Allerdings hält sich Vorstandschef Peter Terium mit dem Umbau die Option offen, den Konzern aufzuspalten.

Schwierigkeiten hat RWE derzeit in Großbritannien: Die britische Tochter Npower muss ihre Ergebnisse aufgrund von Rechenfehlern nach unten korrigieren, wie ein Insider sagte. Vor diesem Hintergrund senkte der Konzern den Ausblick für das britische Vertriebsgeschäft. Die konzernweite Prognose für das Gesamtjahr bestätigte RWE dennoch. Der Konzern rechnet weiter mit einem Ebitda in Höhe von 6,1 bis 6,4 Milliarden Euro. Das wäre ein Rückgang von bis zu 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Betriebsergebnis wird nach den Erwartungen von RWE um bis zu 10 Prozent auf 3,6 bis 3,9 Millionen Euro sinken. Das bereinigte Nettoergebnis soll weiterhin 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro betragen. Noch vor wenigen Tagen hatten informierte Personen gesagt, dass RWE plane, den Ausblick für den ganzen Konzern zu senken.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/rts

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