Wirtschaft

Großkonzern wagt Vorstoß Shell stattet Tankstellen mit E-Ladesäulen aus

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Ab demnächst sollen E-Autofahrer an einigen Shell-Tankstellen Strom bekommen können.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Umstieg auf Elektrofahrzeuge ist unerlässlich, um den Klimawandel zu bremsen. Doch bisher fehlen dafür die Rahmenbedingungen. So gibt es deutschlandweit zwar Tausende Tankstellen, aber nur wenige E-Ladesäulen. Das will Shell nun ändern.

Der Energiekonzern Shell will noch in diesem Jahr bundesweit 50 Ladesäulen mit 100 Ladepunkten an seinen Tankstellen errichten. Die Ladeleistung soll dabei so hoch sein, dass ein Elektroauto in wenigen Minuten genug Strom für eine Fahrleistung von 100 Kilometern aufnehmen kann, teilte Shell mit.

Damit ist Shell der erste Tankstellen-Konzern, der in einem größeren Umfang Ladesäulen anbietet, wenngleich nur ein kleiner Teil der rund 2000 Shell-Stationen aufgerüstet wird. Doch das soll nur der Anfang sein, heißt es weiter. Bislang halten sich die Tankstellen beim Bau von E-Ladesäulen zurück, weil lange Ladezeiten von 30 Minuten oder mehr nicht zum Konzept der Stationen passen. Der Ausbau des Ladesäulennetzes wird eher von Energieversorgern und auf kommunaler Ebene vorangetrieben.

E-Mobilisierung stockt

Bundesweit gab es Ende März nach Angaben des Branchenverbandes rund 17.400 Ladepunkte für Elektro-Autos in Deutschland. Vor allem außerhalb der Großstädte ist das Netz noch dünn und müsste weiter ausgebaut werden, wenn die Elektromobilität zunehmen soll. E-Autos haben bisher nur einen sehr geringen Marktanteil in Deutschland. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) lag 2018 der Bestand an Elektro-Pkw erst bei rund 83.000 Fahrzeugen, der an Hybrid-Pkw bei rund 341.000 Autos - bei einem Gesamtbestand von 57,3 Millionen Kraftfahrzeugen.

Deutlich mehr E-Autos gelten allerdings als immens wichtig, um Deutschlands Klimaziele im Verkehr 2030 zu erreichen. Damit E-Autos aber millionenfach auf deutschen Straßen fahren, muss die Ladeinfrastruktur flächendeckend ausgebaut werden. Shell arbeitet beim Aufbau des Ladesäulennetzes mit dem Stromkonzern EnBW zusammen, der den Kunden 100 Prozent Ökostrom garantiere.

Geplant seien Schnellladesäulen mit einer Leistung von 150 Kilowatt und mehr. Je nach Fahrzeug können dort zwei E-Mobile gleichzeitig den Strom für 100 Kilometer in sechs bis acht Minuten laden oder ein Fahrzeug in drei bis vier Minuten. Weltweit hat Shell bereits in Großbritannien, den Niederlanden und China Erfahrungen mit E-Ladesäulen gesammelt.

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Quelle: n-tv.de, lsc/dpa

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