Wirtschaft

Japaner ziehen nach Frankfurt Sumitomo Mitsui verlegt Europa-Zentrale

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Bis zu 1000 neue Bank-Mitarbeiter in Frankfurt? Das ist eine Menge Kaufkraft.

(Foto: REUTERS)

Deutschlands wichtigster Finanzplatz profitiert von der Brexit-Entscheidung der Briten: In Japan wollen Konzernchefs nicht auf den Ausgang der komplizierten Verhandlungen zum EU-Austritt warten. Eine weitere Großbank kehrt London den Rücken.

Die Standortentscheidung spricht eindeutig für Europa: Japans drittgrößte Bank Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) wird einem Pressebericht zufolge ihre Europa-Zentrale wegen des Brexits von London nach Frankfurt verlegen - und sich damit die Vorteile des freien Binnenmarktes innerhalb der Eurozone erhalten.

Mit diesem Schritt sei auch ein Umzug von Beschäftigten verbunden, berichtet die in Tokio erscheinende Wirtschaftszeitung "Nikkei". Details zur Anzahl der betroffenen Arbeitsplätze nannte das gewöhnlich gut unterrichtete Blatt nicht. Derzeit arbeiten rund 1000 SMFG-Mitarbeiter in London.

Der anstehende Umzug reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Entscheidungen, mit denen sich japanische Schwergewichte auf den beschlossenen EU-Austritt der Briten vorbereiten: Die beiden größten japanischen Wertpapierhändler Nomura Holdings und Daiwa Securities haben sich bereits für Frankfurt als ihren künftigen Standort in der EU entschieden.

Die Japaner kommen

Nach dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens brauchen in London ansässige Finanzinstitute eine eigene Gesellschaft mit Banklizenz in einem EU-Land, um ihre Produkte und Dienstleistungen in den verbleibenden 27 Mitgliedstaaten vertreiben zu dürfen. Die beiden japanischen SMFG-Konkurrenten Mitsubishi UFJ Financial Group and Mizuho Financial Group sind nicht auf einen Umzug angewiesen, da sie bereits Tochtergesellschaften in Amsterdam haben.

Der Verband der Auslandsbanken erwartet, dass durch den Brexit in den nächsten zwei Jahren 3000 bis 5000 Arbeitsplätze in Frankfurt entstehen. Schon jetzt gehen Beobachter davon aus, dass der Brexit damit auch den Markt für Gewerbeimmobilien - und indirekt auch die Wohnungsmieten - in der Main-Metropole massiv beeinflussen dürfte.

Für Frankfurt spricht aus der Sicht der Konzernlenker nicht nur die die gute Anbindung via Bahn, Straße und Flughafen, sondern vor allem auch die Lage im Herzen der stärksten Volkswirtschaft der Eurozone.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts