Wirtschaft

Skandal zieht Kreise VW manipulierte auch in Europa

Verkehrsminister Dobrindt offenbart: Von den Manipulationen bei VW sind wohl auch Autos in Europa betroffen. Wie viele Fahrzeuge es sind, ist noch unbekannt.

Volkswagen hat nach Worten von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt Abgas-Manipulationen auch in Europa eingeräumt. "Es wurde uns mitgeteilt, dass auch in Europa Fahrzeuge mit 1,6 und 2,0-Liter Dieselmotoren betroffen sind von den in Rede stehenden Manipulationen", sagte der CSU-Politiker in Berlin.

Die Zahl der Fahrzeuge sei noch unbekannt. Dobrindt ließ offen, ob diese nun aus dem Verkehr gezogen werden müssten. Zugleich kündigte er an, die angeordneten Abgas-Nachprüfungen würden auch auf andere Marken als VW ausgedehnt.

Europas größter Autobauer hatte zuvor zugegeben, dass weltweit elf Millionen Motoren vom Typ EA 189 mit einer Software zur Manipulierung des Schadstoffausstoßes ausgestattet sind. Der Skandal brachte nicht nur eine ganze Industrie ins Zwielicht, sondern leitete am Mittwoch auch den Rücktritt von VW-Chef Martin Winterkorn ein. Über einen Nachfolger will der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am Freitag beraten.

VW drohen neben strafrechtlichen Konsequenzen Regressansprüche und Strafzahlungen in Milliardenhöhe. Medienberichte über eine Flut von Sammelklagen in den USA und Kanada konnte der Konzern zunächst nicht bestätigen. "Das Unternehmen hat bisher keine Kenntnis wann, wo, wie welche Klage anhängig ist", sagte der Sprecher. Priorität habe jetzt die Aufklärung des Skandals.

"Kein VW-spezifisches Problem"?

In der Affäre rücken inzwischen auch andere Autobauer in den Fokus. Der BMW X3 xDrive 20d habe bei Straßentests des Forschungsinstituts ICCT "auffällige Stickoxidwerte" produziert, berichtet die "Auto-Bild" vorab aus ihrer neuen Ausgabe. Das Dieselfahrzeug habe die europäische Abgasnorm dabei um mehr als das Elffache überschritten. "Alle Messdaten deuten darauf hin, dass das kein VW-spezifisches Problem ist", sagte ICCT-Vertreter Peter Mock der "Auto-Bild".

Bei BMW gebe es "keine Funktion zur Erkennung von Abgaszyklen", betonte ein Sprecher des Autobauers dem Bericht zufolge. "Alle Abgassysteme bleiben auch außerhalb des Abgaszyklus aktiv." Als Reaktion auf den Bericht über die erhöhten Abgaswerte gab die BMW-Aktie zeitweise um fast zehn Prozent nach.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/rts