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Wall Street schließt kaum verändert Dax verpasst große Aufholjagd am Vatertag

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Nichts war es mit der erhofften Aufholjagd am Vatertag - das Plus beim Dax fällt minimal aus.

(Foto: imago/Westend61)

Weiterhin steckt der Dax deutlich unter der am Dienstag unterschrittenen 10.000er-Marke fest. Am Vatertag kann der Index trotz zwischenzeitlich deutlicher Gewinne am Ende nur ganz wenig Boden gutmachen. An der Wall Street bleiben die Anleger mutlos.

Nach den verlustreichen Vortagen konnte der Dax am Vatertag nur wenig Boden gutmachen. Nach ordentlichen Aufschlägen am späten Vormittag bröckelten nach und nach die Gewinne. Am Ende legte der Dax nur noch 0,2 Prozent zu auf 9852 Punkte. Wegen des Feiertags waren die Umsätze an den meisten europäischen Börsen dünn, in der Schweiz und in Österreich blieben die Börsen geschlossen.

Die Ölpreise hingegen legten kräftig zu, der Preis für die US-Sorte WTI stieg zwischenzeitlich sogar um fast vier Prozent. Auch andere Rohstoffe wie Kupfer oder Palladium zogen wieder an.

Die Istanbuler Börse erholte sich von den deutlichen Verlusten am Morgen. Der BIST-100-Index fiel zuletzt nur noch um 0,9 Prozent, am Morgen hatte er mehr als zwei Prozent verloren. Grund für die Erholung war die Nachricht, dass Regierungschef Ahmet Davutoglu seinen Rücktritt als Vorsitzender der regierenden AKP bekannt gegeben hat. Damit ist ein langwährender Machtkampf mit Präsident Erdogan ausgeblieben.

Daneben war der Terminkalender vergleichsweise leer: Die Berichtssaison legte mehr oder weniger eine Pause ein. Auf der Konjunkturseite sorgten schwache Daten aus den USA für Enttäuschung: Dort waren die zweite Woche in Folge wieder mehr Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt worden.

Frankfurt: RWE an der Dax-Spitze

Der Dax schloss am Ende 0,2 Prozent im Plus auf 9852 Punkten. Für den MDax ging es stolze 0,7 Prozent nach oben auf 20.058 Zähler. Der TecDax verbesserte sich um ebenfalls 0,2 Prozent auf 1602 Punkten sank. Um 0,2 Prozent nach unten ging es hingegen für den Euro-Stoxx-50 auf 2932 Stellen.

RWE
RWE 28,19

Größter Gewinner im Dax waren die Aktien von RWE, die 1,8 Prozent stiegen. Zulegen konnten auch die Aktien von Bayer, und zwar um 1,4 Prozent. Der Pharmakonzern hatte in einer klinischen Studie einen weiteren Erfolg mit seinem Krebswirkstoff Regorafenib erzielt. Analysten rechnen ab 2016 mit einem Umsatzbeitrag von Regorafenib in Höhe von knapp 300 Millionen Euro, der in den dann folgenden Jahren noch steigen dürfte.

Die Analysten der Societe Generale hatten das Kursziel für Heidelbergcement nach den guten Quartalszahlen vom Mittwoch auf 83 Euro von 72 Euro erhöht. Allerdings schüttet das Unternehmen am Donnerstag seine Dividende aus, der Abschlag von 1,30 Euro drückte den Kurs um 1,9 Prozent auf 76,95 Euro. Auch Allianz zahlte die Dividende, die Aktien verloren 6,6 Prozent.

USA: Kurse an der Wall Street legen leicht zu

Dow Jones
Dow Jones 26.935,07

Nach dem Rücksetzer der vergangenen Tage geht es an der Wall Street leicht aufwärts. Kräftig steigende Ölpreise und überzeugende Quartalsausweise wichtiger US-Unternehmen wie Tesla oder Zynga hellen die Stimmung an den Aktienmärkten etwas auf. Der Dow-Jones-Index steigt um 0,1 Prozent auf 17.661 Punkte, der S&P-500 tendiert kaum verändert bei 2.051 Punkten. Der Nasdaq-Composite verzeichnete einen Abschlag von 0,2 Prozent auf 4.717 Punkte.

An Konjunkturdaten wurden nur die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus der Vorwoche veröffentlicht. Die Zahl der Anträge stieg überraschend deutlich um 17.000 auf 274.000. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 3.000 auf 260.000 gerechnet.

Die Daten dürften aber nicht allzu viel Beachtung finden, denn die Anleger fiebern dem Arbeitsmarktbericht der US-Regierung für den Monat April entgegen, der als Höhepunkt der Woche gilt. Vor seiner Veröffentlichung am Freitag dürften sich nicht nur am Aktienmarkt die Anleger nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Auch an anderen Märkten ist eine gewisse Zurückhaltung zu spüren.

Tesla Motors (USD)
Tesla Motors (USD) 240,62

Der Kurs von Tesla rutscht nach anfänglichen Gewinnen um 4,5 Prozent ab. Der Hersteller von Elektroautos hatte am Mittwoch nach US-Börsenschluss einen geringeren Verlust gemeldet hat, als Analysten erwartet hatten. Für Zynga geht es um fast 11 Prozent nach oben, nachdem der Entwickler von Online-Spielen überraschend gute Quartalszahlen vorgelegt hatte.

Auch Pharmakonzern Merck & Co hat im ersten Quartal mehr verdient als erwartet und sich für das Geschäftsjahr höhere Ziele gesteckt. Allerdings ist der Umsatz leicht gesunken. Die Aktie fällt um 1,7 Prozent. Besser kommen die Zahlen von Alibaba an, obwohl der Gewinn des Internetkonzerns hinter den Erwartungen des Marktes zurückblieb. Möglicherweise beeindruckt das rasante Gewinnwachstum um 85 Prozent die Investoren. Überdies übertraf der Umsatz die Analystenschätzungen. Die Alibaba-Aktien steigen um 4,1 Prozent.

Asien: China-Sorgen belasten Börsen

Shanghai Composite
Shanghai Composite 3.006,45

Enttäuschende Konjunkturdaten aus China und den USA haben die asiatischen Börsen belastet. US-Firmen schufen im April so wenige neue Jobs wie seit drei Jahren nicht mehr, wie eine Umfrage des Arbeitsvermittlers ADP unter privaten Unternehmen ergab. Das schürt die Sorge, dass der Frühjahrsaufschwung schwächer als erwartet ausfallen könnte. In China schwächte sich das Wachstum im Dienstleistungssektor ab.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,1 Prozent. Die Börsen in Japan waren wegen eines Feiertags geschlossen. In China notierten der Leitindex der Börse Shanghai sowie der Index der 300 wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen jeweils 0,1 Prozent höher.

Rohstoffe: Ölpreise ziehen deutlich an

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 64,77

Kräftig nach oben ging es mit den Ölpreisen, obwohl am Nachmittag die Kurse von ihres Tageshochs zurückkamen: Der Preis für ein Barrel Rohöl der US-Sorte WTI stieg am späten Nachmittag noch um 2,7 Prozent oder 1,17 Dollar auf 44,95 Dollar. Die global gehandelte Sorte Brent verteuerte sich um 2,1 Prozent oder 93 Cent auf 45,55 Dollar.

Am Ölmarkt scheint der erste Schrecken über den abermaligen kräftigen Anstieg der US-Ölvorräte verwunden, der am Mittwoch gemeldet wurde, denn das Angebot aus anderen Ländern geht aktuell zurück. So zwingen Waldbrände in der kanadischen Provinz Alberta dort ansässige Unternehmen dazu, die Förderung von Öl aus Teersand zu unterbrechen. Und in Libyen blockieren die Kräfte, die den Osten des Landes kontrollieren, im Streit um die Einnahmen aus dem Ölgeschäft die Ölexporte aus ihrem Hoheitsgebiet. Betroffen ist auch das El-Hariga-Terminal in Tobruk, von dem normalerweise pro Tag über 150.000 Barrel Öl und damit der Großteil des libyschen Öls verschifft werden.

Devisen: Euro fällt auf 1,14 Dollar

Der Kurs des Euro ist in einem nachrichtenarmen Handel auf 1,14 US-Dollar gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 1,1391 Dollar. Am Mittwochabend hatte der Eurokurs noch knapp über der Marke von 1,15 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1439 (Mittwoch: 1,1505) Dollar fest. Der Eurokurs gab zu fast allen wichtigen Währungen nach.

Vorübergehend geriet auch das britische Pfund unter Druck. Sein Kurs fiel auf 1,4444 Dollar zurück, nachdem er im frühen Handel noch deutlich über der Marke von 1,45 Dollar notiert hatte. Schwache Konjunkturdaten aus dem Dienstleistungssektor belasteten die Währung. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex war auf den niedrigsten Wert seit Februar 2013. Experten machen das anstehende Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union für die hohe Verunsicherung verantwortlich. Allerdings erholte sich der Pfundkurs im Tagesverlauf etwas und machte einen Teil seiner Verluste wieder wett.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa/DJ

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