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Bei akutem SchlafmangelBringt Bewegung dem Gedächtnis genauso viel wie ein Nickerchen?

28.08.2026, 15:30 Uhr
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Im Gesundheitsbereich beispielsweise müssen Angestellte manchmal lange Zeit ohne Schlaf auskommen. (Foto: imago stock&people)

Rund ein Drittel der Menschen weltweit schläft zu wenig. Das führt zu einer Reihe von Beeinträchtigungen, auch im Gehirn. Wie man die so verursachten Defiziten am besten entgegenwirken kann, wenn man einfach keine Zeit zum Schlafen hat, verrät ein Forschungsteam.

Bei Schlafentzug wirkt sich eine kurze Bewegungseinheit auf das Gedächtnis fast ebenso gut aus wie ein Nickerchen. Das hat ein Forschungsteam der McGill University im kanadischen Montréal herausgefunden. Besonders interessant: die fast identischen Ergebnisse bei Gedächtnisabfragen kann das Gehirn auf vollkommen unterschiedlichen Wegen erzeugen.

"Schlafmangel beeinträchtigt nahezu jeden Aspekt unseres Denkens und Funktionierens, aber viele Menschen können nicht einfach damit aufhören, was sie gerade tun und mehr schlafen", sagte der Sportwissenschaftler Marc Roig, der die Studie leitete, laut Mitteilung. Gemeint sind vor allem diejenigen, die keine Wahl haben, weil sie in Nachtschichten arbeiten, besonders lange Arbeitszeiten haben oder gerade Eltern geworden sind.

Sport, Schlaf oder starres Warten

Für die Untersuchung hat das Team insgesamt 54 gesunde junge Erwachsene gewonnen, die unter Aufsicht 30 Stunden lang wach gehalten wurden. Sie wurden drei Gruppen zugeteilt: eine Gruppe, die 20 Minuten Rad fuhr, eine Gruppe, die ein 90-minütiges Nickerchen hielt, und einer Kontrollgruppe, deren Teilnehmende zwar 20 Minuten auf einem stationären Fahrrad saßen, sich dabei aber nicht bewegten. Nach der jeweiligen Aktion wurden allen Probanden und Probandinnen eine Reihe von Bildern gezeigt, ohne die Anweisung, sich diese zu merken. Drei Tage später wurden alle Studienteilnehmer gefragt, welche der Bilder sie wiedererkannten. Dabei wurde auch die Gehirnaktivität mithilfe einer Elektroenzephalografie, kurz EEG, bestimmt.

Bei der Auswertung der Daten zeigte sich: Die Gruppe der Radfahrer hatte eine um 21 Prozent bessere Erkennungsrate im Vergleich zur sich nicht bewegenden Kontrollgruppe. Bei denen, die ein Nickerchen machten, lag dieser Wert sogar bei 23 Prozent - aus statistischer Sicht eine nahezu identische Leistung. Der Schlaf zwischendurch und die Bewegung auf dem Rad halfen dem Gedächtnis auf verschiedene Weisen. Das sahen die Forschenden bei der Auswertung der EEG-Aufzeichnungen.

Ruhe oder Ressourcen

Der Schlaf zwischendurch führte dazu, dass sich das Gehirn erholte und deshalb leichter neue Inhalte aufnehmen und behalten konnte. Die Bewegung auf dem Rad brachte das Gehirn dazu, dass verbleibende Ressourcen effizienter genutzt wurden, ohne dass sich die Teilnehmenden dadurch noch müder fühlten. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass selbst eine kurze Trainingseinheit dazu beitragen kann, eine unserer wichtigsten kognitiven Fähigkeiten zu erhalten", fasst Roig zusammen. Dabei sind die Effekte sowohl nach mäßiger als auch intensiver Bewegung messbar.

Die Forschenden weisen aber auch darauf hin, dass Bewegung den Schlaf nicht ersetzen könne. Sie könne jedoch dazu beitragen, dass Menschen besser funktionieren, wenn ausreichend Schlaf nicht möglich sei. Die Ergebnisse der Studie wurden im "Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS)" veröffentlicht.

Quelle: ntv.de, jaz

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