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All-Alleingang wegen Sanktionen? Russland droht mit Abkehr von der ISS

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Noch sind russische Kosmonauten regelmäßig in und an der ISS im Einsatz.

(Foto: imago/StockTrek Images)

16 Länder betreiben seit gut zwei Jahrzehnten gemeinsam die Internationale Raumstation ISS. Weil die USA infolge irdischer Konflikte russische Unternehmen sanktionieren, droht nun Moskau mit einem Alleingang. Bald kämen dann keine Kosmonauten mehr an Bord. Eine eigene Station ist angeblich schon im Bau.

Russland fordert für eine weitere Zusammenarbeit bei der Raumstation ISS nach dem Jahr 2025 die Aufhebung von US-Sanktionen gegen eigene Unternehmen. "Entweder arbeiten wir zusammen - und dann müssen die Sanktionen sofort zurückgenommen werden", oder Russland werde auf eine eigene Station im Weltall setzen, sagte der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, der Agentur Interfax zufolge. Moskau hat eine weitere Beteiligung an der ISS über 2025 hinaus zuletzt infrage gestellt.

Mehrere russische Raumfahrtunternehmen sind mit US-Sanktionen belegt. Die USA hatten Strafmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ostukraine verhängt. Zudem will das US-Verteidigungsministerium nach früheren Angaben keine Satelliten mehr von russischen Raketen ins All bringen lassen.

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Roskosmos beklagt, dass russische Firmen durch die Sanktionen auf dem internationalen Markt ausgebremst werden. Wenn die Amerikaner an Sanktionen festhielten, trügen sie die Verantwortung für einen Rückzug Russlands aus dem ISS-Projekt, meinte Rogosin bei einer Anhörung in der Staatsduma.

Ihm zufolge will Russland "über das weitere Schicksal der ISS" erst dann entscheiden, wenn die USA von ihren Strafmaßnahmen absähen. Nach früheren Angaben hat Roskosmos bereits mit dem Bau einer neuen Raumstation begonnen.

Quelle: ntv.de, mra/dpa

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