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"Vergessene Epidemie" So oft töten Lungenentzündungen Kinder

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Lungenentzündungen sind eigentlich gut heilbar.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sie ist zwar eine vermeidbare Krankheit, dennoch kostet sie täglich mehr als 2200 Kindern das Leben: Die Lungenentzündung ist eine "vergessene Epidemie" und noch immer weit verbreitet. Die Hälfte dieser Todesfälle entfällt dabei auf fünf Länder, warnt Unicef.

Lungenentzündung ist die häufigste Todesursache von Kindern unter fünf Jahren weltweit. Gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen machte das UN-Kinderhilfswerk Unicef darauf aufmerksam, dass pro Jahr rund 800.000 Kinder unter fünf Jahren an einer Lungenentzündung sterben. Die "vergessene Epidemie" sei damit für die kleinen Kinder gefährlicher als Durchfallerkrankungen (437.000 Todesfälle) und Malaria (272.000).

Obwohl die Lungenentzündung eine in den meisten Fällen vermeidbare und vor allem gut zu heilende Krankheit sei, fielen dieser Krankheit täglich fast 2200 Kinder unter fünf Jahren zum Opfer, erklärte Unicef. Das sei im Schnitt ein solcher Todesfall alle 39 Sekunden. Dabei entfalle die Hälfte aller Todesfälle auf nur fünf Länder: Nigeria mit 162.000, Indien mit 127.000, Pakistan mit 58.000, die Demokratische Republik Kongo mit 40.000 und Äthiopien mit 32.000 Fällen.

Prävention durch Impfung möglich

Eine Lungenentzündung kann durch Bakterien, Viren oder Pilze hervorgerufen werden. Die Kinder leiden unter Atemnot, während sich in ihren Lungen Eiter und andere Flüssigkeiten ansammeln. Vorbeugung ist mit Impfungen möglich, die Behandlung mit erschwinglichen Antibiotika.

"Dies ist eine vergessene globale Epidemie, für die dringend eine internationale Antwort gefunden werden muss", sagte Kevin Watkins von der Hilfsorganisation Save the Children anlässlich des Welttags zur Bekämpfung von Lungenentzündung. Der aktuelle Mangel an Impfstoffen, Antibiotika und Sauerstoff-Behandlungen habe den Tod von Millionen Kindern zur Folge. Ende Januar findet in Barcelona ein Globales Forum zur Bekämpfung von Lungenentzündungen bei Kindern statt.

Quelle: n-tv.de, lri/AFP

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