Zu viel Salz, Zucker und FettUngesunde Ernährung tötet weltweit Millionen Menschen

Eine internationale Untersuchung belegt die fatalen Auswirkungen bestimmter Nahrungsmittel. Weltweit kommt es zu über vier Millionen Todesfällen durch verengte Herzkranzgefäße. Gleichzeitig zeigen die Forschenden, wie einfach sich das Sterberisiko effektiv senken lässt.
Eine ungesunde Ernährung hat im Jahr 2023 weltweit einer Studie zufolge mehr als vier Millionen Todesfällen durch die koronare Herzkrankheit verursacht. Diese Erkrankung der Herzkranzgefäße ist eine der häufigsten Todesursachen, vor allem in Industrieländern. Schädlich sei dabei eine Ernährung mit viel Salz, Zucker und Fett - und wenig Nüssen, Vollkornprodukten und Obst, schreibt ein internationales Forschungsteam um Min Seo Kim vom Massachusetts General Hospital in Boston im Fachjournal "Nature Medicine".
Kim und Kollegen analysierten den Zusammenhang zwischen koronarer Herzkrankheit und 13 verschiedenen Ernährungsfaktoren. Dazu zählten unter anderem Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen, Ballaststoffe, Meeresfrüchte, Omega-6-Fettsäuren, Hülsenfrüchte, Fleisch, mit Zucker gesüßte Getränke und Salz. Dabei nutzte das Team Daten aus 204 Ländern und Regionen.
Die absolute Zahl der ernährungsbedingten Todesfälle durch die koronare Herzkrankheit stieg demnach von 1990 bis 2023 weltweit um rund 42 Prozent auf mehr als 4 Millionen. Das lag auch am Bevölkerungswachstum während dieser Zeit. Altersstandardisiert sank die Rate der Todesfälle dagegen, um knapp 44 Prozent auf etwa 45 Fälle pro 100.000 Einwohner. Dies deute auf eine Verbesserung der Gesundheit und der medizinischen Versorgung der Weltbevölkerung hin, schreiben die Autoren.
Politische Maßnahmen für gesunde Ernährung wirken
In Deutschland sank demnach von 1990 bis 2023 auch die absolute Zahl der ernährungsbedingten Todesfälle durch die koronare Herzkrankheit um fast 44 Prozent auf schließlich etwa 66.600. Altersstandardisiert und auf 100.000 Einwohner bezogen ging die Sterberate um 67,5 Prozent zurück. In ganz Westeuropa lag der Rückgang sogar bei fast 70 Prozent. Nur in Australien und Neuseeland sank die Sterberate noch stärker - um gut 77 Prozent.
Die Forscher erklären dies mit politischen Maßnahmen wie Kampagnen für gesunde Ernährung, Kennzeichnungsvorschriften für Lebensmittel und Richtlinien für die Schulverpflegung. "Ernährungsfaktoren gelten aufgrund ihrer Veränderbarkeit als optimales Ziel für Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit", betonen sie.
Im zentralen Afrika stieg die ernährungsbedingte Sterberate durch koronare Herzerkrankungen hingegen um fast 21 Prozent. Dort und in anderen Regionen ähnelten die Essgewohnheiten zunehmend westlichen Ernährungsmustern, erläutern die Autoren. "Dieser Wandel ist durch einen erhöhten Konsum von verarbeiteten Lebensmitteln, insbesondere von verarbeitetem Fleisch, und Zucker-gesüßten Getränken, gekennzeichnet", schreibt das Team.
Sterberisiko senken durch weniger Fleischkonsum
Allerdings sei der Anteil von rotem Fleisch und gesüßten Getränken an den Ursachen für Tod durch die koronare Herzkrankheit in Ländern mit westlichem Lebensstandard höher. Die Autoren plädieren für veränderte weltweite Maßnahmen zum Schutz vor der Erkrankung. Bisher konzentrierten sich Kampagnen hauptsächlich auf die Reduzierung des Salz-, Zucker- und Fettkonsums.
Die aktuelle Studie bestätige jedoch Resultate einer früheren Studie, der zufolge eine gleichzeitige Reduzierung des Fleischkonsums und ein vermehrter Verzehr gesunder Lebensmittel das Sterberisiko effektiver senken könnten, betonen die Forscher. Die Meidung ungesunder Lebensmittel bleibe wichtig, gleichzeitig sollten aber vermehrt schützende Nährstoffe gegessen werden.