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Ehrenamt schlägt KirchgangWelche sozialen Aktivitäten Senioren vor Demenz schützen können

21.10.2026, 11:47 Uhr
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Eine neue Studie zeigt klare Zusammenhänge zwischen Geselligkeit und kognitiver Leistung. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Wer im Alter gesellig ist, tut seinem Gehirn offenbar etwas Gutes. Das findet eine neue Studie heraus. Demnach bremsen soziale Kontakte den geistigen Abbau spürbar aus. Besonders ehrenamtliche Arbeit erweist sich laut der Studie als wirksam. Was noch?

Soziale Aktivitäten im Alter stehen in direktem Zusammenhang mit einer besseren kognitiven Leistungsfähigkeit und können dem geistigen Abbau entgegenwirken. Zu diesem Ergebnis kommt eine große Überblicksstudie, die im Fachjournal "Journal of Epidemiology & Community Health" erschienen ist. Die Auswertung von Daten aus fünf großen Langzeitstudien mit insgesamt 57.793 älteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 24 Ländern zeigt zudem: Je mehr soziale Aktivitäten Senioren ausüben, desto stärkere positive Effekte zeigen sich für ihr Gedächtnis und ihre exekutiven Funktionen, wie etwa Rechnen oder das Aufzählen von Tiernamen.

In allen fünf Studien schnitten gesellschaftlich aktive Ältere kognitiv signifikant besser ab als inaktive Gleichaltrige. Während bereits die Teilnahme an einer einzelnen sozialen Aktivität mit höheren Werten für die kognitive Funktion einherging, verstärkte sich der Effekt bei zwei sowie bei drei oder mehr Aktivitäten schrittweise. Bei Menschen, die sich in drei oder mehr Gruppen engagierten, zeigte sich zudem pro Jahr eine statistisch signifikante Zunahme der kognitiven Leistungswerte.

Nicht jede soziale Betätigung erwies sich jedoch als gleichermaßen erfolgreich. Besonders wirksam ist den Ergebnissen zufolge ehrenamtliche Arbeit und die Mitgliedschaft in Sportvereinen. Auch der Besuch von Fortbildungskursen und die Betreuung von Kindern wirkten sich positiv auf die jährliche Entwicklung der geistigen Leistungsfähigkeit aus.

Dagegen zeigten Engagements in politischen Gruppen, Kirchengemeinden oder religiösen Vereinigungen keinen durchgängig signifikanten Zusammenhang mit einer kognitiven Verbesserung. In Subgruppenanalysen stellten die Wissenschaftler fest, dass die positiven Effekte bei Frauen, Personen ab 60 Jahren, Menschen mit höherem Bildungsgrad, Alleinlebenden sowie Bewohnern ländlicher Regionen besonders stark ausgeprägt waren.

Daten aus den USA, England, China, Mexiko und Europa

Für die Metaanalyse wertete das chinesische Forschungsteam um Yuedong Wang von der Shandong University je eine Studie aus den USA, England, China, Mexiko und Europa aus. Die Nachbeobachtungszeit lag im Median bei sechs Jahren. Die geistige Leistungsfähigkeit wurde anhand standardisierter kognitiver Tests gemessen.

Die Forscher weisen jedoch auch auf Einschränkungen ihrer Arbeit hin. So basierten die Angaben zu den sozialen Aktivitäten auf Selbstauskünften der Befragten. Zudem könne eine umgekehrte Kausalität nicht vollständig ausgeschlossen werden: Es sei denkbar, dass Personen mit von vornherein besserer geistiger Gesundheit eher geneigt sind, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dennoch betonen die Studienautoren, ihre Ergebnisse sprächen dafür, vielfältige und langfristige soziale Aktivitäten älterer Menschen zu fördern, um das Risiko eines altersbedingten kognitiven Abbaus zu verringern.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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