Ratgeber

Warten auf den Führerschein : Kann die MPU verjähren?

Den Führerschein abgeben zu müssen, ist bitter. Noch bitterer ist es, wenn die Fahrerlaubnis nur unter der Auflage zurückgegeben wird, dass eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung erfolgt. Manch einer hofft deshalb auf eine Verjährung. Doch das dauert.

Wer die Strategie des "Aussitzens" wählt,  braucht Geduld.
Wer die Strategie des "Aussitzens" wählt, braucht Geduld.(Foto: imago/blickwinkel)

Es gibt gute Gründe, die Eignung zum Führen eines Fahrzeugs infrage zu stellen. Zum Beispiel dann, wenn Betroffene einen Hang zu Alkohol, Drogen oder Raserei haben. Manchmal ist es auch schon ausreichend, durch die schlichte Anzahl von eher harmlosen Verkehrsverstößen eine gewisse Unbelehrbarkeit bei der Einhaltung der gültigen Verkehrsregeln unter Beweis zu stellen. Werden derart acht Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister erreicht, ist der Führerschein weg und kann erst nach einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) neu beantragt werden.

Doch so eine Maßnahme ist teuer. Und schwierig zu bestehen. Da macht es Sinn, sich mit entsprechenden Kursen auf den Drahtseilakt der Beurteilung der eigenen Fahrtauglichkiet vorzubereiten. Neben den Gebühren, die für die eigentliche Untersuchung anfallen - diese staffeln sich je nach Vergehen -, müssen auch noch Kosten für die MPU-Vorbereitungskurse berappt werden. Summa summarum kommen so leicht einige Tausend Euro zusammen.

Da verwundert es nicht, dass manch einer darauf spekuliert, einfach seine Fahrerlaubnis erst dann wieder zu beantragen, wenn die Anordnung zur MPU verjährt ist. Doch wann ist dies der Fall?

Streng genommen gar nicht. Die entsprechende Auflage wird stattdessen aus der Akte getilgt - was aber dieselbe Konsequenz nach sich zieht. Nämlich, dass dadurch der Führerschein neu beantragt werden kann. Auch ohne medizinisch-psychologische Untersuchung.

Wer diesen Weg gehen möchte, braucht allerdings Geduld. Denn das Straßenverkehrsgesetz sieht vor, dass der entsprechende Eintrag erst nach zehn Jahren gelöscht wird. Dummerweise beginnt diese Frist erst zu laufen, wenn die Fahrerlaubnis neu erteilt wurde, und bietet somit keine wirkliche Orientierung bei der Strategie des "Aussitzens". Denn ohne MPU keine Fahrerlaubnis.

Tatsächlich verlängert sich diese Frist auf insgesamt 15 Jahre. Denn wird keine neue Fahrerlaubnis erteilt, beginnt die Tilgungsfrist erst fünf Jahre nach der rechtskräftigen Entziehung des Führerscheins.

Quelle: n-tv.de

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