Ratgeber

Das Ende der Abzocke: Telefon-Warteschleifen ab Juni kostenfrei

Wer am Telefon Konzertkarten bestellt oder über eine Firmenhotline einen Monteur für die defekte Waschmaschine sucht, landet oftmals in der Warteschleife. Bei kostenpflichtigen Sonderrufnummern mit der Vorwahl 0180 oder 0900 konnte das Warten in der Vergangenheit äußerst teuer werden. Ab Juni müssen die Warteschleifen bei Sonderrufnummern kostenlos sein.

Das mögen Kunden gar nicht: ewig in der Warteschleife hängen.
Das mögen Kunden gar nicht: ewig in der Warteschleife hängen.(Foto: dpa)

Der Abzocke soll ein Riegel vorgeschoben werden - ab Juni müssen die Warteschleifen bei Sonderrufnummern kostenlos sein - eine neunmonatige Übergangsphase für die Unternehmen läuft damit aus.

Was ist neu ab dem 1. Juni?

Bei den 0180er oder 0900er Rufnummern darf es Warteschleifen künftig nur noch geben, wenn für den Anruf - egal wie lang er dauert - ein Festpreis gilt oder die Warteschleifen für den Anrufer ausdrücklich kostenfrei sind. Neu ist auch, dass sogenannte nachgelagerte Warteschleifen kostenlos sein müssen. Dies sind Wartezeiten, die entstehen, wenn der Anruf schon durch einen Sprachcomputer oder einen Mitarbeiter angenommen wurde und die Bearbeitung angefangen hat. In der Übergangsphase durften Warteschleifen noch laufen, wenn mindestens die ersten beiden Minuten der Verbindung für den Anrufer kostenlos waren.

Wo sind Warteschleifen weiter zulässig?

Bei normalen Festnetznummern, Mobilfunknummern und Gratis-Rufnummern sind Warteschleifen weiterhin erlaubt. Für den Festnetzanschluss und den Handy-Anruf fallen die üblichen Gebühren an.

Wie haben die Unternehmen reagiert?

Einige Unternehmen haben ihre Telefondienste auf Ortsnetz-Rufnummern umgestellt oder auf die generell kostenfreien 0800-Hotlines. Andere haben laut Bundesnetzagentur auf die neu eingerichteten Rufnummern mit 01806- oder 01807- am Anfang umgestellt. Sie bieten die technischen Voraussetzungen für kostenfreie Warteschleifen.

01806-Nummern kosten laut dem Vergleichsportal teltarif.de aus dem Festnetz 20 Cent pro Anruf, vom Handy 60 Cent pro Anruf - und zwar unabhängig von der Dauer der Verbindung. 01807-Nummern kosten 14 beziehungsweise 42 Cent pro Minute. Hier sind die ersten 30 Sekunden generell kostenlos.

Wie können Verbraucher einen Missbrauch der neuen Regelung erkennen?

Eine Warteschleife liegt vor, wenn Anrufe entgegengenommen oder aufrechterhalten werden, ohne dass das Anliegen des Anrufers bearbeitet wird. Wer ab dem 1. Juni eine Sonderrufnummer wählt, muss beim Beginn der ersten Warteschleife über deren voraussichtliche Dauer informiert werden. Außerdem muss dem Anrufer mitgeteilt werden, ob für den Anruf ein Festpreis gilt oder der Anruf für die Dauer der Warteschleife kostenfrei ist. Werden Verbraucher in so einem Fall nicht informiert, sollten sie den Verstoß bei der Bundesnetzagentur melden, rät Thorsten Neuhetzki vom Vergleichsportal Teltarif.de.

Wird Missbrauch von Hotline-Anbietern geahndet?

Die Bundesnetzagentur kann gegen rechtswidrige Warteschleifen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro verhängen. Für entsprechende Verbraucherbeschwerden hat die für Telekommunikation zuständige Behörde eigens eine Mail-Adresse eingerichtet: rufnummernmissbrauch@bnetza.de. Die Netzagentur sei auf die Hilfe der Verbraucher angewiesen, betont Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Quelle: n-tv.de

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