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Lobbying nur noch nach Umfragen ADAC übt sich künftig in Zurückhaltung

Der ADAC gilt als einer der größten Lobbyverbände der Republik. Was der Verein für "die Autofahrer" in die Politik einbringt, hat Gewicht. In Zukunft wird es nach den Worten von Präsident Meyer allerdings etwas ruhiger um den Automobilclub.

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Der ADAC steckt in der Krise.

(Foto: REUTERS)

Der Präsident des ADAC, Peter Meyer, hat einen neuen Kurs für den Automobilclub ausgerufen. Bei politischen Diskussionen wolle der ADAC vorsichtiger agieren, sagte Meyer der "Automobilwoche".

Wenn der Club künftig zu politischen Fragen Position beziehe, sollten zunächst die Mitglieder durch ein anerkanntes Institut befragt werden. "Das Ergebnis dieser Umfrage, zertifiziert und bestätigt - das ist dann die Position des ADAC, weil sie eine Mehrheitsposition ist", betonte Meyer.

Um das Image wieder aufzupolieren, will Meyer auch den Umgang mit Tests prüfen. Künftig wolle der Club bei jedem Test und jedem Index prüfen, ob dieser zum Markenkern gehöre. "Wenn er nur eine Pressemitteilung wert ist, lassen wir ihn weg."

Die grundsätzliche Frage müsse lauten: "'Was sind unsere Stärken? Die wollen wir sauber und ordentlich für das Mitglied einsetzen. Sperenzchen lassen wir jetzt grundsätzlich bleiben", sagte Meyer.

Union-Politiker fordern Reformen

Indessen geht die politische Diskussion weiter. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble forderte Konsequenzen. "Der ADAC hat sich mit der Affäre selbst schwer geschadet", sagte Schäuble der "Bild am Sonntag". "Verantwortung, Kontrolle und Transparenz müssen jetzt die Stichworte sein", sagte er.

Auch der CSU-Chef und Ministerpräsident Bayerns, Horst Seehofer, erneuerte seine Kritik. Er forderte "totale Transparenz" von dem Autoclub. "Alle Karten müssen auf den Tisch", sagte Seehofer dem "Focus". Zudem brauche der ADAC "mehr wirksame, allerdings unabhängige Kontrollen". Der ADAC sei eine mächtige Institution, bei der sich offenbar "eine Tendenz zur Abgehobenheit und vielleicht sogar zur Selbstüberhöhung eingeschlichen" habe.

Der ADAC wird seit Tagen von einem Skandal erschüttert: Manipulationen beim Autopreis "Gelber Engel" hat der Club eingestanden. Umstritten ist auch die Nutzung von Rettungshubschraubern durch das ADAC-Präsidium. Außerdem prüft das Münchner Amtsgericht den Vereinsstatus.

Quelle: n-tv.de, jog/dpa

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