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Der Globetrotter XXL von Dethleffs macht seinem Namen alle Ehre.
Der Globetrotter XXL von Dethleffs macht seinem Namen alle Ehre.
Freitag, 30. Juni 2017

Dethleffs erbringt den Beweis: Alkhoven-Modelle sind noch lange nicht tot

Während die einen den Alkoven totsagen, baut Dethleffs fleißig derartige Modelle. Präsentiert werden die auf dem nächsten Caravan-Salon in Düsseldorf. Freunde der mobilen Luxusreise dürfte das freuen, denn bei den Schwergewichten sind sechsstellige Summen im Spiel.

Die Trend-Baureihe erhält mit dem A7877-2 Zuwachs bei den Alkoven-Modelle.
Die Trend-Baureihe erhält mit dem A7877-2 Zuwachs bei den Alkoven-Modelle.

Da sage noch einer, der Alkoven sei mausetot. Der traditionsreiche Caravan- und Reisemobilhersteller Dethleffs aus Isny stellt diese "Nasenbären", welche die Wohnmobil-Szene einst prägten wie keine andere Aufbauart, sogar in den Mittelpunkt der Neuheiten-Präsentation für die Saison 2018. Natürlich ist diese Gattung in der Käufergunst längst von teil- und vollintegrierten Fahrzeugen sowie Kastenwagen überholt wurden. Gerade die Allgäuer haben zuletzt allerdings beste Erfahrungen mit der Schlafhöhle überm Fahrerhaus gemacht, denn der auf dem vergangenen Caravan-Salon vorgestellte Grand Alpa hat alle Erwartungen übertroffen.

Und so wird bis zum nächsten Düsseldorfer Messegipfel vom 26. August bis 3. September die Alpa-Baureihe um ein neues Modell auf Basis eines Iveco Daily ergänzt, wird der Globetrotter XXL A komplett überarbeitet und um die A9050-2-Variante mit Queensbett erweitert, und schließlich bekommt auch die Trend-Baureihe mit dem A7877-2 Zuwachs bei den Alkoven-Modellen. Während sich die ersten beiden, schwergewichtigen Debütanten weit jenseits der 3,5-Tonnen-Marke in sechsstelligen Preisregionen bewegen, geht der Trend-Alkoven zu Preisen ab 65.000 Euro wenn auch nicht mit einem volkstümlichen Tarif, so aber doch mit einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis an den Start.

Zum Überwintern geschaffen

Der GrandAlpa A7820 auf Basis des Fiat Ducati bietet ab 90.000 Euro einiges an Luxus.
Der GrandAlpa A7820 auf Basis des Fiat Ducati bietet ab 90.000 Euro einiges an Luxus.

Die drei A-Modelle unterscheiden sich in ihrem Charakter gründlich. Der Grand Alpa Plus A9820-2 baut auf dem Iveco-Daily-Chassis 65C 18 mit einem 180 PS starken Dieselmotor auf und wird erst zum Caravan-Salon fertig. Trotz 8,86 Meter Länge, 2,35 Meter Breite und stattlichen 3,45 Meter Höhe ist das mächtige Fahrzeug gezielt auf zwei Personen mit großem Platzbedarf ausgerichtet. Also auf Paare, die im dritten Lebensabschnitt die Reiselust packt und die beim Überwintern in südlichen Gefilden auf einen gewissen Wohnkomfort nicht verzichten wollen.

Und diese Zielgruppe ist offensichtlich größer als selbst die Verantwortlichen bei Dethleffs gedacht haben. Das Konzept mit den Längsbetten im Alkoven, die über eine Ausklapptreppe gut zu erreichen sind, allerdings nicht einmal Sitzhöhe haben, ermöglicht eine Innenarchitektur mit einer Rundumsitzgruppe im Heck. "Dieses erhabene Sitzen im hinteren Fahrzeugbereich mit einem Rundumblick und einem großzügigen Raumgefühl ist für unsere Kunden das schlagkräftigste Argument", erklärt Marketing-Chef Helge Vester.

Mit dem Globetrotter XXL A9050 will Dethleffs Menschen mit erhöhtem Platzbedarf erreichen.
Mit dem Globetrotter XXL A9050 will Dethleffs Menschen mit erhöhtem Platzbedarf erreichen.

Das führte schon auf Basis des Fiat Ducato (Alpa A6820-2 ab 76.500 Euro, Grand Alpa A7820-2 ab 90.000 Euro) zu verhältnismäßig starker Nachfrage in dieser Preisregion, wird jetzt durch den A9820-2 auf dem Iveco-Leiterrahmen-Chassis und mit dem stärkeren 3,0-Liter-Triebwerk aber noch einmal getoppt. Bei 6,7 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht sind Zuladungen bis zu 1,7 Tonnen möglich. Der genaue Preis steht zwar noch nicht fest, die 100.000-Euro-Marke wird aber ganz sicher geknackt.

Es geht auch richtig teuer

Es geht auch noch teurer. Im gleichen XXL-Format, aber mit einem ganz anderen Zuschnitt. Familientypisch eher. Der Globetrotter XXL A9050-2 als neue Alternative zum Einzelbetten-Grundriss hat nicht nur ein Doppelbett im Dachjuchhe über dem Fahrerhaus, sondern auch ein festes Schlafzimmer im Heckbereich mit einem 2,00x1,50-Meter großen Queensbett. Vor dem großzügigen Raumbad und der Küchenzeile befindet sich in der Fahrzeugmitte eine große Sitzgruppe, die einerseits zu einer gemütlichen Halbrundsitzgruppe umgebaut werden kann, andererseits aber auch nachts bei Bedarf zwei weiteren Personen als Schlafstätte dienen kann. Da hier vier vollwertige Gurtplätze vorhanden sind, können also maximal sechs Personen auf Reise gehen.

Die XLi-Reihe glänzt vor allem mit ihrer luxuriösen Ausstattung
Die XLi-Reihe glänzt vor allem mit ihrer luxuriösen Ausstattung

Der Globetrotter-Alkoven ist zudem winterfest, bietet einen doppelten Boden über die gesamte Fahrzeuglänge und ist mit einer geräumigen Garage ausgestattet, die eine zusätzliche Klappe in der Rückfront besitzt und somit von drei Seiten zugänglich ist. Das Innendesign übernehmen die beiden Globetrotter-Alkoven von ihrem integrierten Schwestermodell XLI, damit die Dethleffs-Oberklasse sich nun im einheitlichen Look präsentiert. Das Möbeldekor in Holzoptik mit den weißen Dachschrankklappen, die jetzt auch über eine Softclose-Technik verfügen, eingeschlossen. Mit einem Grundpreis von 123.000 Euro bilden die XXL-Modelle mit dem Iveco-Daily-Unterbau bei dem Allgäuer Hersteller auch die Spitze des Reisemobil-Portfolios.

Überarbeitete Trend-Baureihe

Der ebenfalls neue Trend A7877-2 ist 26 Zentimeter kürzer und 22 Zentimeter niedriger als die beiden Oberklasse-Alkoven. Im Heck ist allerdings ein weniger komfortabel zugängliches, quer eingebautes Doppelbett installiert und die Mittelsitzgruppe besteht aus drei Einzelbänken. Dennoch ist auch der große Bruder der A5887- und A6977-Modelle auf eine sechsköpfige Familie ausgelegt. Allerdings in einer ganz anderen Preisklasse. Auf Basis des Fiat Ducato mit einem AL-KO-Tiefrahmen wird der Debütant zu Tarifen ab 65.000 Euro besonders auch für Vermieter attraktiv.

Komplett überarbeitet wurden aber auch alle anderen Modelle der Trend-Baureihe, die als einzige im Dethleffs-Programm sämtliche Aufbauvarianten anbietet und mit sechs Teilintegrierten (ab 48.000 Euro), sechs Integrierten (ab 59.000 Euro) und drei Alkoven-Fahrzeugen (ab 48.000 Euro) die am breitesten gefächerte Palette aufweist.

Mit Blick aufs eigene Bankkonto könnte sich aus dem Reigen der Dethleffs-Neuheiten allerdings auch der Advantage Edition als günstigstes Angebot herausschälen. Dabei handelt es sich um ein Sondermodell mit neuem Außendesign, quergemasertem Holzdekor im Innern und einer umfangreicheren Serienausstattung, die mit unter anderem Klimaanlage, LED-Leuchten, Rückfahrkamera und Dachfenster dem Kunden einen ordentlichen Preisvorteil verspricht. Der teilintegrierte Advantage, den es ausschließlich noch in der Sonderedition gibt, wird in drei Grundrissen als knapp sieben Meter langer T6611 mit Einzelbetten ab 58.000 Euro sowie in der 7,40-Meter-Ausführung als T7051 mit Queensbett und T7051 EB mit Einzelkojen für je 59.000 Euro angeboten.

Quelle: n-tv.de

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