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EU soll Verträge prüfen BMW-Händler wehren sich

Die neuen Verträge, die der Münchener Automobilhersteller BMW seinen Händler vorgelegt hat, stoßen auf heftigen Protest. Wie die "Financial Times Deutschland" schreibt, will der Verband der BMW-Händler eine Beschwerde bei der EU-Kommission einlegen.

BMW will derzeit die wochenlangen Diskussionen beenden und noch bis Ende April allen europäischen Händlern einen neuen Vertrag vorlegen. Man erwarte dann von jedem Händler eine Unterschrift, erklärte ein BMW-Sprecher.

Doch die sehen das offenbar anders. Sollte der Vertrag so aussehen wie der bereits bekannte Entwurf, könne der Verband eine Unterschrift nicht empfehlen, zitierte die "FTD" den Präsidenten des Verbandes, Peter Enders. Der Verband vertritt mehr als 90 Prozent der 405 selbstständigen BMW-Händler in Deutschland.

Vor allem drei Punkte missfallen dem Händlerverband. So beträgt die Laufzeit der Vereinbarung nur noch fünf Jahre und kann dann ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Eine vertraglich festgelegte Marge für den Fahrzeugverkauf wird nicht mehr vereinbart. Zudem sollen die Händler die wertvollen Daten ihrer Kunden gratis an BMW weitergeben. Nach alten Verträgen konnte der Händler dafür eine Ausgleichszahlung verlangen.

BMW hatte seinen Händlern mit Hinweis auf die neue Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) die Verträge gekündigt und neue entworfen. Die GVO regelt in der Europäischen Union die Bedingungen des Autovertriebs als eine Ausnahme (Freistellung) vom Kartellverbot.

Ursprünglich sollte die neue GVO die Stellung der Händler gegenüber den Herstellern stärken und den Wettbewerb ankurbeln. Die Autobauer nutzten jedoch offenbar die Gelegenheit, um die Händler noch fester an sich zu binden. Doch die Händler reagieren nicht wie gewünscht. Nicht nur bei BMW, sondern auch bei VW, Audi und Opel wird derzeit um die neuen Vertriebsverträge gestritten

Quelle: n-tv.de