Auto

EU-weite Vereinheitlichung Gleiche Führerscheine für alle

Die EU-Kommission will gegen den so genannten Führerschein-Tourismus von Verkehrssündern vorgehen. Verkehrskommissarin Loyola de Palacio schlug in Brüssel vor, die 80 verschiedenen Führerscheintypen in der EU durch einen einheitlichen Plastikführerschein zu ersetzen.

Immer mehr Menschen, denen die Lizenz zum Fahren abgenommen wurde, ließen sich in einem anderen EU-Staat nieder, um eine neue zu beantragen. Der geplante einheitliche EU-Führerschein würde diesen Betrug erschweren. Nach der Erweiterung um zehn neue Mitgliedstaaten am 1. Mai 2004 sind schätzungsweise 130 verschiedene Führerscheintypen im Umlauf.

De Palacio machte klar, dass die Kommission keinen Zwangsumtausch aller etwa 200 Millionen Führerscheine vorschlage. Die einheitliche Fahrlizenz soll erst nach Verabschiedung der Richtlinie durch die EU- Staaten kommen: bei Neuausstellung, Verlust oder Diebstahl. Ein auf Lebenszeit in einem Mitgliedstaat ausgegebener Führerschein soll weiter gültig bleiben.

Nach den Vorstellungen der Kommission sollen Führerscheine künftig in der Regel nach 10 Jahren erneuert werden. Damit soll gewährleistet werden, dass die Papiere immer auf dem neuesten technischen Stand und damit fälschungssicherer sind. Außerdem soll das Foto des Inhabers regelmäßig erneuert werden. Man sollte sich doch irgendwie ähnlich sehen, sagte die Kommissarin. In Deutschland, Frankreich, Österreich und Belgien gibt es bisher keine Befristung.

Im Interesse der Verkehrssicherheit möchte die Kommission zudem regeln, dass Motorradfahrer erst nach Fahrpraxis mit einer schwächeren Maschine auf ein stärkeres Zweirad umsteigen dürfen. Diese schrittweise Erlaubnis soll auch für Fahrer von Bussen und Lastwagen eingeführt werden.

Quelle: ntv.de