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Strahlender Stern Größtes Auto-Museum der Welt

DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche war sichtlich stolz: Beschwingt setzte er sich in den ältesten erhaltenen Mercedes, gut gelaunt machte er bei seinem Rundgang durch das neue Mercedes-Benz-Museum an den automobilen Preziosen für die Fotografen halt. Nicht Arbeitsplatzabbau, Qualitätsprobleme oder die smart-Krise standen auf der Tagesordnung, sondern die Eröffnung des größten Automobilmuseums der Welt. Da trübte es auch nicht die Stimmung, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel kurzfristig absagen musste.

Es war also ein Freudentag für den Autokonzern und, wie Zetsche befand, gleich für die ganze deutsche Autobranche. "Wir fördern das weltweite Ansehen der deutschen Automobilindustrie", hob er hervor und erwähnte gleichzeitig die geplanten neuen Museen von Porsche und BMW als weitere positive Anstrengungen der deutschen industriellen Vorzeigebranche, die zuletzt aber nicht nur positive Schlagzeilen gemacht hat.

Auf die Frage eines Journalisten, ob 150 Millionen Euro für das Museum nicht sehr viel Geld seien, schien er nur gewartet zu haben. Eine hervorragende Investition in die Marke sei dies, schwärmte Zetsche, was Marketingexperten sicher sofort unterschreiben würden. Angesichts von Entwicklungskosten von mindesten einer Milliarde Euro für ein neues Automodell scheint der Museums-Betrag gut angelegt. Rund eine Million Besucher werden im Jahr erwartet, und die sind ein weiteres gutes Argument für den Bau, der auch ein spektakuläres Beispiel für gelungene zeitgenössische Architektur ist. Ex-Vorstandschef Jürgen Schrempp und der ehemalige Mercedes-Chef Jürgen Hubbert, in deren Ägide die Entscheidung für den Bau gefallen war, ließen es sich nicht nehmen, zur Eröffnungsfeier anzureisen.

Sie schritten durch einen Bau, der architektonisch und inhaltlich eine Ausnahmestellung unter den Museen einnimmt. Keine einzige der zigtausende Glasscheiben ist gleich groß, keine Wand gerade, die neun Ebenen mit den Exponaten sind wie die Spirale einer DNA-Struktur ineinander verschlungen. Der Weg zwischen den "Mythosräumen" und den "Collectionsräumen", in denen neben den 160 Autos noch 1500 andere Exponate zu bestaunen sind, endet in einer grandiosen und packenden Steilkurve, die die Renngeschichte des "Erfinder des Automobils" präsentiert.

Quelle: n-tv.de