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Wegen der hohen Preise für Neuwagen werden die Oldtimer wohl auch weiterhin die Straßen der kubanischen Hauptstadt Havanna beherrschen.
Wegen der hohen Preise für Neuwagen werden die Oldtimer wohl auch weiterhin die Straßen der kubanischen Hauptstadt Havanna beherrschen.(Foto: picture alliance / dpa)
Samstag, 05. Juli 2014

Ansturm bleibt aus: Kubaner verzichten auf Neuwagen

Kubas bunte Oldtimer könnten bald der Vergangenheit angehören. Seit Anfang des Jahres dürfen die Kubaner auch Neuwagen kaufen. Wer jetzt darüber nachdenkt, in Havanna ein Autohaus zu eröffnen, sollte diesen Plan jedoch noch einmal überdenken.

In Deutschland ist der Peugeot 508 für rund 25.000 Euro zu haben, in Kuba kostet der Wagen das Achtfache.
In Deutschland ist der Peugeot 508 für rund 25.000 Euro zu haben, in Kuba kostet der Wagen das Achtfache.

Amerikanische und sowjetische Oldtimer prägen das Straßenbild in Kuba. Vom herausgeputzten Schmuckstück, das die Herzen eines jeden Oldtimer-Fans höher schlagen lässt, bis zum halbzerfallenen Bastlerstück ist alles dabei. Grund dafür ist das Importverbot, das die Einfuhr von Neuwagen über Jahrzehnte hinweg nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt hatte. Als die Beschränkung Anfang dieses Jahres aufgehoben wurde, befürchteten Nostalgiker, dass die Insel dadurch einen Teil ihres einzigartigen Charmes einbüßen  würde. Sie können nun aufatmen. Erste Absatzzahlen zeigen, dass der große Kundenansturm bislang ausgeblieben ist.

Auf der Karibikinsel sind seit der Freigabe des Neuwagenverkaufs im Januar 2014 gerade einmal 50 PKW und 4 Motorräder verkauft worden, meldet die Exil-Zeitung "Havana Times". Grund für die schwache Nachfrage dürften die hohen Preise für Neuwagen sein. Während der Peugeot 508 in Deutschland für knapp 25.000 Euro zu haben ist, muss man für das Mittelklassemodell in Kuba umgerechnet rund 197.000 Euro hinblättern. Diese Summe dürfte für die meisten Kubaner schwer aufzubringen sein. Das durchschnittliche Einkommen eines staatlichen Angestellten liegt bei rund 15 Euro im Monat.

Die Öffnung des Neuwagenmarktes ist eine von 300 Reformen des Staatschefs Raúl Castro. Die für den Kauf eines Neuwagens bislang erforderliche staatliche Ausnahmegenehmigung erhielten in der Regel nur hohe Beamte oder Sportstars. Sie können ihre Fahrzeuge auch weiterhin im Ausland bestellen und damit die gigantischen Preisaufschläge vermeiden.

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Quelle: n-tv.de