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"Connect me" - please Neuer "Baby"-Benz mit großer Klappe

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Das neue T-Modell der C-Klasse ist nicht nur dynamischer geworden. Es ist jetzt auch von überall ansprechbar.

Nach der Limousine folgt in der Regel ein Kombi. So auch bei Mercedes. In wenigen Wochen wird das T-Modell die C-Klasse bereichern. Doch der neue Benz mit der großen Klappe ist nicht nur dynamischer, er kann jetzt auch kommunizieren.

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Von hinten gibt sich das T-Modell sportlich.

Das Brot- und Butter-Modell aus Stuttgart ist die C-Klasse. Die eigentlich gar nicht aus Stuttgart, sondern aus Bremen kommt. Und das immerhin schon seit 35 Jahren, als der erste W201 als Baby-Benz vom Band rollte. Für die neue C-Klasse hat Mercedes noch einmal in das Werk investiert. Eine Milliarde Euro sind in den Standort und somit in die Fertigung des neuen "Baby"-Benz geflossen. Seit kaum zwei Monaten läuft die Produktion der Limousine und nun wird in zwei Wochen auch das T-Modell in den heiligen Hallen der freien Hansestadt starten. Alle 70 Sekunden wird dann ein Kombi gebaut werden. Dank seiner Aluminium-Hybridkarosserie ganze 65 Kilogramm leichter und 20 Prozent sparsamer als sein Vorgänger, mit einer Fahrgastzelle aus ultrahochfesten Stählen und einer Fülle von Innovationen.

Doch was ist das Wichtigste für Käufer eines Kombi? Die Frage nach den Möglichkeiten der Zuladung. Darum sei das gleich an dieser Stelle geklärt: Es sind 490 Liter bei aufrechter Rückenlehne, die sich jetzt auch  in drei Teilen umlegen lässt. Wenn geschehen, dann fast der hintere Teil des T-Modells 1510 Liter. Das ist gemessen an anderen Kombis in der Mittelklasse nicht Highend, bei den Business-Transportern aber ein ordentlicher Wert. Zumal die Heckklappe jetzt auch per Fußtritt unter den hinteren Stoßfänger geöffnet werden und die Lehnen der zweiten Reihe per Knopfdruck elektrisch umgelegt werden können. Und noch etwas wird anders bei der C-Klasse mit großer Klappe.

Länger, breiter, schöner

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490 Liter fasst der Kofferraum des T-Modell, fünf Liter mehr als der Vorgänger.

(Foto: Holger Preiss)

In der Länge wuchs das T-Modell um fast 10 Zentimeter. In der Breite gab es 4 Zentimeter mehr, was insgesamt zu größerer Beinfreiheit für die Fondpassagiere führt. Auch die Schulter-, Ellbogen- und Kopffreiheit liegen über denen des Vorgängers. Der Einstieg auf die hinteren Plätze ist dank der nicht so stark abfallenden Dachlinie komfortabler als in der Limousine. Dabei bleibt die Formspache entsprechend des Viertürers dank fließender Linien extrem sportlich. Natürlich kann man sich auch beim T-Modell zwischen zwei unterschiedlichen Fronten entscheiden. Entweder wählt man den Luxusgrill im Retrolook mit Stern auf der Motorhaube oder den Sportgrill mit integriertem Zentralstern.

Bei letztgenannter Variante sehen selbst die direkten Konkurrenten Audi A4 Avant und 3er-BMW recht bieder aus. Natürlich spiegelt sich die Dynamik auch im neu konzipierten Fahrwerk, der neuen Vier-Lenker-Vorderachse und der alternativ wählbaren Luftfederung wider. Wie die Limousine gibt es auch hier den Fahrprogrammschalter mit fünf unterschiedlichen Charakteristiken von Eco bis Sport+. Durch die schon erwähnte Leichtbauweise senkt sich der Schwerpunkt, was nichts anderes bedeutet, als dass sich der Benz im Zusammenspiel mit der elektromechanischen Direktlenkung extrem dynamisch ums Eck zirkeln lässt.

Saubere Luft

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Ein echter Konkurrent für 3er-BMW Touring und A4 Avant.

Im Innenraum entspricht das T-Modell selbstredend den Standards, die bereits in der Limousine gesetzt wurden. In der entsprechenden Ausstattungslinie findet der Pilot das neu entwickelte Touchpad, über das wie bei einem Smartphone die Funktionen der Head-Unit per Fingergesten bedient werden. Auch der reiche Fundus an Assistenzsystemen vom Abstandsradar  bis hin zum serienmäßigen Notbremsen bei Aufprallgefahr oder auch ein Head-Up-Display sind für das T-Modell verfügbar. Besonders stolz sind die Stuttgarter auf die reine Luft im inneren des Wagens. Die schützt besonders Allergiker und ist mit dem ECARF-Qualitätssiegel zertifiziert. Neben den Inhalations- und Kontaktallergenen analysiert Mercedes seit 22 Jahren auch die Innenraumemissionen aller Baureihen.

Für den, der so gut belüftet wird, bleibt nur noch die Wahl der richtigen Motorisierung. Das Leistungsband der neu entwickelten Diesel-Vierzylindermotoren reicht von 115 bis 204 PS und findet seine sparsamste Variante in den BlueTEC-Modellen. Zusätzlich befeuert ein Diesel-Hybrid den Schwaben von der Waterkant mit einer Gesamtleistung von 231 PS den C 300 BlueTEC Hybrid, der sich im Schnitt mit 3,8 Liter Diesel begnügen soll. Drei BlueDIRECT Vierzylinder Benzinmotoren und ein Sechszylinder mit 156 bis 333 PS runden die Motorenpalette ab.

Weltpremieren im T-Modell

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Vergessen, das Auto zu verriegeln? Kein Problem. Einfach über die App abschließen.

Mit dem neuen T-Modell feiern auch die Dienste "connect me" ihre Weltpremiere, die es ermöglichen, sich jederzeit und von überall mit dem Fahrzeug zu vernetzen. So kann man beispielsweise über das Smartphone der Füllstand des Tanks abgefragt, die Standheizung gesteuert oder der Wagen ver- und entriegeln. Auch die Apps, die sich auf dem Smartphone befinden, können auf diesem Weg für den Wagen konfiguriert werden. Je nach Belieben stehen Facebook, Nachrichten oder Wetter im Vordergrund der Anzeige auf dem Touchscreen im Fahrzeug. Die hierzu benötigte App ist unabhängig von den benutzten Betriebssystemen der Smartphones oder Tablets, da es sich um eine sogenannte native App handelt.

Sie führt den Nutzer auf eine mobile Website, die  auf einem eigenen Server liegt und mit Hilfe eines eigenen Datensystems, extra Verschlüsselungen und einer eigenen Firewall geschützt wird, um den Zugriff durch Unbefugte zu verhindern. Im Fahrzeug erfolgt die Kommunikation mit connect me durch ein fest installiertes KOM-Modul mit eigener fest verbauter SIM-Karte. Hinzu kommt ab Ende des Jahres, dass der Service  durch ein Unfall-, Wartungs- und Pannenmanagement erweitert wird. So wird per Telediagnose ermittelt, welche Verschleißteile getauscht werden müssen und ein möglicher Wartungsbedarf an den Service-Betrieb gemeldet.

Notruf in Serie

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Auch Serviceinformationen werden über die App angezeigt.

Neu und mit dem T-Modell erstmals in Serie geht das Mercedes-Benz-Notrufsystem. Dieser Dienst verbindet die Insassen im Falle eines Unfalls automatisch mit der Notrufzentrale. Wobei das System über GPS zuvor die Position ermittelt hat und anhand ausgelöster Airbags und Sitzbelegung die Schwere des Unfalls analysiert, um entsprechende Hilfsaktionen einzuleiten. Natürlich kann der Notruf auch manuell über einen Knopf im Himmel des Wagens ausgelöst werden. Damit im Ausland die helfende Stimme in der Landessprache des Piloten ertönt, wird die für die Head Unit gewählte Sprache an die Notrufzentrale übermittelt.

Aber nicht nur im Notfall kann auf diesem Weg Hilfe geordert werden. Via GPS kann eine geografische Fahrzeugüberwachung durch den Halter vorgenommen werden. So ist jederzeit ersichtlich, wo sich der Wagen gerade befindet und wer ihn bei Fremdnutzung in einem bestimmten Areal bewegen lassen will, kann sich bei Überschreitung der selbst gesetzten Grenzen über connect me informieren lassen. Das alles hört sich ein wenig nach Totalüberwachung an. Aber keine Angst, das System kann deaktiviert werden. Im Einzelfall kann es aber auch sehr hilfreich sein, zum Beispiel bei einem Diebstahl.

Die Preise für das T-Modell will Mercedes noch nicht verraten, sie sollen aber gegenüber dem Vorgänger nur moderat steigen. Damit könnte der Stuttgarter Designer-Kombi in der Grundausstattung deutlich unter der 40.000-Euro bleiben. Auf der AMI in Leipzig können sich Interessenten erstmals ein eigenes Bild vom neuen T-Modell machen.

Quelle: n-tv.de

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