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Neu unerschwinglich, als Gebrauchte eine Überlegung wert: Luxuskarossen können erschwinglich sein. Zumindest beim Kauf.
Neu unerschwinglich, als Gebrauchte eine Überlegung wert: Luxuskarossen können erschwinglich sein. Zumindest beim Kauf.
Donnerstag, 17. März 2011

Gebrauchte Luxus-Karossen: Oberklasse fahren, Kompaktklasse zahlen

Autos der Oberklasse sind für viele Autofahrer unerschwinglich, zumindest als Neuwagen. Doch wie sieht es mit Autos aus, die rund zehn Jahre alt sind? Sieben schicke Limousinen für unter 10.000 Euro.

Ein schönes, großes, komfortables und sicheres Auto der Oberklasse zu fahren, ist für viele nur ein Traum, der meist unerfüllt bleibt. Neuwagen kratzen gerne an der Grenze zum sechsstelligen Euro-Bereich, da wird die Luft für Privatkunden dünn. Das sieht bei Gebrauchtwagen schon anders aus. Der Wertverfall ist besonders bei den teuren Autos enorm. Mit ein paar Jahren auf der Blechhaut gibt es sie teilweise schon unter 10.000 Euro.

Unterschätztes Oberklasse-Mobil: Der VW Phaeton.
Unterschätztes Oberklasse-Mobil: Der VW Phaeton.

Zur ersten Liga gehören der Audi A8 (D2, gebaut von 1994 bis 2002) mit bis 265 kW/360 PS im S8. Der Ingolstädter mit Allradantrieb litt zwar anfangs unter Problemen mit dem Automatikgetriebe, der Kraftstoffpumpe und den Scheibenwischermotor. Dafür kennt der Viertürer dank seiner Alukarosserie Rost nur vom Hörensagen und rennt recht flott ums Eck.

S-Klasse als Inbegriff von Luxus

Synonym für Oberklassefahrzeuge ist schon lange die Mercedes S-Klasse. Nicht nur Wirtschaftsbosse schwören auf die Großen aus Stuttgart, auch Politiker nahmen den W140 (1991 bis 1998) gerne als Dienstwagen. Die Auswahl auf dem Secondhand-Markt ist ebenso üppig wie die Motorisierung. Vom S280 (142 kW/193 PS) bis zum 6,0-Liter-V12 mit 300 kW/408 PS wird alles geboten, sogar zwei Dieselvarianten gibt es. Bei ausreichender Pflege macht der kantige Benz bis auf das Lenkgetriebe und die Kabelummantelung kaum Probleme. Nur seine Trinksitten sind nicht mehr ganz zeitgemäß. Bis 1998 wurde die Limousine gebaut, dann vom gefälligeren Modell W220 abgelöst, das wiederum bis 2005 hergestellt wurde. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist diese Serie schon ab 6.000 Euro zu haben, mit Motoren zwischen 145 kW//197 PS (als Diesel 320 CDI) und 367 kW/500 PS (600L). Wer auf üppige Beinfreiheit gesteigerten Wert legt, greift zur Langversion. Probleme gibt es bei dieser Baureihe eher mit der Elektronik, die Mechanik ist dagegen robust.

Inbegriff der Oberklasse: Die S-Klasse von Mercedes.
Inbegriff der Oberklasse: Die S-Klasse von Mercedes.

Sportlicher und luxuriös ist der BMW 7er der Baureihe E38 (1994 bis 2001). Die Leistung reicht von 105 kW/143 PS (725tds) bis 240 kW/326 PS (750i). Fahrwerksabstimmung sowie Lenkung sind BMW-typisch sportlich, auch heute noch. Probleme gibt es beim Bayern meist mit der Bremse und den Spurstangen. Die elegante und schlanke Form ist für viele die stimmigste jemals gebaute Karosserie und schon ab rund 2.000 Euro zu haben. Das Nachfolgemodell E65 (2001 bis 2008) ist deutlich größer, wuchtiger und unsportlicher gezeichnet, dafür aber sehr komfortabel. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt beginnen die Preise bei etwa 10.000 Euro.

Understatement aus England

Mehr Understatement bietet der noble Jaguar XJ. Modelle ab 1997 (Mark 2/X308) und der besonders zwischen 2003 und 2009 gebaute Mark 3 bieten eine elegante Karosserie (sogar aus Alu) und starke Motoren, die jedoch viel Sprit verlangen. Beim Kompressormodell XJR 4.0 gehen gerne mal über 17 Liter durch die Benzinleitungen. Empfehlenswerter sind die Sechszylinder-Motoren mit 3,2 Liter Hubraum und etwa 220 PS. Der edle Brite wird schon ab 3.000 Euro angeboten, Probleme gibt es oft mit undichten Auspuffkrümmern und einem defekten Differential. Eine Version mit langem Radstand kam 2004 auf den Markt.

Der 7er von BMW ist der Chefdynamiker in seinem Segment.
Der 7er von BMW ist der Chefdynamiker in seinem Segment.(Foto: an.niedermeyer)

Den schicken Maserati Quattroporte IV (1994 bis 2000) gibt es auf dem Gebrauchtwagenmarkt ab 6.000 Euro, und das, obwohl der Italiener eher in homöopathischen Dosen gebaut wurde. Nur 2.883 Fahrzeuge verließen das Werk, davon 1.283 mit Achtzylindermotor (246 kW/335 PS). Ansonsten pocht unter der flachen Haube ein aufgeladener V6 zwischen 2,0- und 2,8-Liter-Hubraum (um die 280 PS). Die Fahrzeuge sind alle sehr sportlich, die Mängelliste der Italiener aber lang und Ersatzteile rar gesät.

Vorsicht vor Unterhaltskosten

Auch Japaner bauen Oberklasselimousine, wie die Toyota-Edeltochter Lexus mit dem LS schon seit 1989 zeigt. Die dritte Generation, die zwischen 2001 und 2006 gebaut wurde, gibt es als vollausgestattetes Auto schon unter 10.000 Euro. Als einziger Motor wird ein 4,3-Liter-V8 mit 216 kW/294 PS angeboten, der zwar souverän seine Leistung abgibt und langlebig ist, dafür aber keineswegs sparsam – unter 13 Liter geht wenig.

VW versucht sich seit 2002 mit dem Phaeton in der Oberklasse. Von vielen belächelt ist der Volkswagen nicht nur ein hochwertiges Auto, sondern als Gebrauchter auch unter 10.000 Euro zu haben. Die Leistung reicht von 165 kW/225 PS beim 3.0 TDI bis 331 kW/450 PS beim W12. Ausreichend flott und sparsam sind die V6-TDI, günstiger in der Anschaffung die V6-Benziner.

Doch Vorsicht bei allen vermeintlichen Schnäppchen: Mit dem Kaufpreis ist es nicht getan. Wer die Musik bestellt, der muss sie auch bezahlen, bei Oberklasseautos gilt das vor allem für höhere Kraftstoffkosten, Versicherungsbeiträge und die Kfz-Steuer. Auch Wartung und Reparaturen fallen in der Regel deutlich teurer aus als bei einem Kleinwagen oder Kompakten. Deshalb sollten Interessierte lieber einen hohen Betrag vorab schon mal zur Seite legen – für die erste Reparatur.

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Quelle: n-tv.de

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