Auto

Reisen in die Umweltzone Partikelfilter für Wohnmobile

Noch scheint der Sommer weit, aber bald werden die Wohmobile wieder die Straßen erobern. Bis vor Kurzem noch hatten sie keine Chance auf die grüne Umweltplakette. Das hat sich jetzt geändert.

Wohnmobile (Bild: dpa/tmn)

Ohne Nachrüstung ist ab hier Sperrzone für ältere Wohnmobile.

Ihr Sinn ist im Grunde einfach erklärt: Umweltzonen sollen die Umwelt schonen. Deswegen müssen Autos mit miesen Abgaswerten draußenbleiben. In der Regel wird dabei vor allem an Personenwagen gedacht.

Wer sich aber auf den Straßen deutscher Städte umschaut, sieht dort auch viele Kleintransporter - und vor allem in der wärmeren Jahreszeit zahlreiche Wohnmobile. Weil gerade diese Reisefahrzeuge über viele Jahre oder Jahrzehnte genutzt werden, sind ihre Abgaswerte oft denkbar schlecht. Das könnte sich nun ändern: Denn zunehmend werden Nachrüstlösungen angeboten, die auch solchen Fahrzeugen gute Werte verschaffen.

Die ältere Generation hinkt hinterher

Traditionell hinken Nutzfahrzeuge - die auch die Basis von Reisemobilen bilden - in Sachen Sicherheits- und Abgastechnik den Personenwagen hinterher. Was die Familienkutsche längst hat, ist im Transporter oft noch jahrelang die absolute Ausnahme. Das bedeutet auch, dass eigentlich nur die jüngsten Generationen der Reisemobile mit aktueller Abgasfilter-Technik unterwegs sind.

Während es für den herkömmlichen Autofahrer fast normal ist, ein veraltetes Auto gegen ein jüngeres auszutauschen, sieht die Sache bei Wohnmobil-Besitzern anders aus: Zum einen hängen sie oft an ihren liebevoll ausgestatteten Gefährten. Zum anderen ist eine Neuanschaffung meist mit Investitionen von mehreren Zehntausend Euro verbunden. Laut dem Automobilclub AvD werden Reisemobile daher nicht selten 20 Jahre lang genutzt.

wohnmobil.jpg

Bis zu 4000 Euro kostet die freie Fahrt in Umweltzonen.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Doch bis vor Kurzem waren alten Reisemobilen grüne Umweltplaketten verwehrt, weil es keine Nachrüstlösungen für sie gab. Nun jedoch stehen Nachrüst-Filter von Herstellern wie Pirelli, Twintec oder HJS zur Verfügung. Und zwar auch für angejahrte Gefährte, die nur die Abgasnorm Euro 2 oder gar noch schlechter erfüllen.

Ein Markt, der immer noch überraschend groß ist: Laut Michael Raschke von Twintec in Königswinter geht man von rund 50.000 entsprechenden Fahrzeugen aus, die mit Euro-2-Norm unterwegs sind. Diese Norm ist gleichbedeutend mit einer roten Umweltplakette, die in immer weniger Städten die Einfahrt in die Umweltzone erlaubt. Und es ist zu erwarten, dass die Bestimmungen vielerorts verschärft werden.

Die Nachrüstung ist nicht ganz billig

Eine Nachrüstung mit einem Diesel-Partikelfilter kann also Reisemobilisten künftig manchen Ärger ersparen - auch wenn die Sache nicht ganz billig ist. Je nach Hersteller sowie Fahrzeugmodell und -alter liegen die Preise der Systeme zwischen 1000 und 4000 Euro. Die Differenz hat auch damit zu tun, dass gerade bei älteren Fahrzeugen oft deutlich mehr Aufwand betrieben werden muss.

Seit geraumer Zeit gibt es Gerüchte, dass die Förderung der Nachrüstung aus dem Jahr 2009 auch 2010 gelten soll - und auf leichte Nutzfahrzeuge ausgedehnt wird. Diese bilden die Basis der Reisemobile, was im Endeffekt auch dort einen staatlichen Zuschuss bedeuten würde. Allerdings ist noch alles in der Schwebe. Der Caravaning Industrie-Verband (CIVD) in Frankfurt/Main rechnet mit einer Entscheidung frühestens im März oder April.

Quelle: ntv.de, dpa