Auto

Macan fährt in LA und Tokio vor Porsches Tiger feiert Weltpremiere

Auf den Automessen in Tokio und Los Angeles feiert der kleine Bruder des Porsche Cayenne, der Macan, jetzt seine Weltpremiere. Technische Grundlage des Zuffenhausener Tigers ist der Audi Q5 - dennoch soll alles anders sein.

P13_0826_a5_rgb.jpg

Der 4,68 Meter lange Macan bedient sich der Technik des Konzernbruders Audi Q5.

Nachdem so lange darüber geredet wurde, feiert der Porsche Macan, dessen Name vom indonesischen Wort für "Tiger" abgeleitet ist, jetzt gleich auf zwei Automessen seine Weltpremiere: in Tokio und Los Angeles. Wirklich überraschen kann der kleine Bruder des Luxus-SUV Porsche Cayenne aber nicht. Gestaltungsvorbild war der rund 16 Zentimeter längere Cayenne, der sich bereits stark an der typischen Sportwagen-Formensprache der Marke orientiert. Der Macan addiert noch einige Elemente des neuen Superboliden Porsche 918 hinzu und nutzt zum Beispiel Scheinwerfer in gleicher Grundform und ein identisches Lenkrad. Die Fenstergrafik der Seitenansicht und die sich am Heck absenkende Dachlinie lehnen sich an den 911 an.

Im Innenraum ist der Porsche enger geschnitten als sein Pendant aus Ingolstadt, der Q5. Fahrer und Beifahrer trennt wie im Panamera eine wuchtige Mittelkonsole mit sehr vielen Knöpfen. Die Sitzposition liegt irgendwo zwischen einem klassischen SUV und dem 911, aber immer noch so hoch, dass die angestrebte Zielgruppe sich problemlos ins Innere schälen kann, um dort die sportlichen Werte des jüngsten und preiswertesten Porsche schätzen zu lernen. Porsche selbst sieht den Macan als den "Sportwagen unter den kompakten SUV".

Technik stammt aus dem Audi Q5

P13_0830_a5_rgb.jpg

Der Innenraum ist hingegen ein echter Porsche.

Ansonsten bedient sich der 4,68 Meter lange Macan der Technik des Konzernbruders Audi Q5. Allerdings betont man bei Porsche, dass zwei Drittel aller Teile neu entwickelt wurden, um sich vom Audi abzugrenzen. Außerdem will der Porsche dessen Konzept noch einmal deutlich sportlicher interpretieren. Bei der Markteinführung Anfang April beschränkt sich das Motorenangebot auf drei Varianten.

Den Einstieg markiert ein 3,0-Liter-V6-Biturbo mit 340 PS (Macan S), den es ab 57.390 Euro gibt. Darüber rangiert ein 3,6-Liter-V6-Biturbo mit 400 PS (Macan Turbo), der mit 79.826 Euro zu Buche schlägt. Als Ausgleich für die knackigen Kosten bietet er Fahrleistungen auf Sportwagenniveau: Tempo 100 ist nach 4,6 Sekunden erreicht, erst bei 266 km/h endet der Vortrieb. Die Top-Version soll sich laut Datenblatt mit 9,2 Liter Super auf 100 Kilometer begnügen. Dieselmotoren sind auch bei Porsche längst kein Tabu mehr. Deshalb gibt es zum Start des Macan auch gleich einen Selbstzünder. Das drei Liter große V6-Triebwerk mit einfacher Turboaufladung entwickelt 258 PS und ist als einziger Motor in ähnlicher Form auch aus dem Audi Q5 bekannt. Der Diesel ist natürlich der sparsamste Vertreter der Aggregate. Den Normverbrauch geben die Zuffenhausener mit 6,1 Liter an.

P13_0821_a5_rgb.jpg

Die Rückleuchten sind dreidimensional ausgeformt und mit LED-Technik ausgestattet.

Ihre Kraft übertragen die Motoren, die komplett in Zuffenhausen entwickelt wurden, über ein serienmäßiges Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe an alle vier Räder. Bei Bedarf kann die Antriebskraft zu 100 Prozent an eine einzelne Achse geleitet werden. Per Tastendruck ist ein Offroad-Modus aktivierbar, der für maximale Traktion auf losem Untergrund sorgen soll. Im Zusammenspiel mit der optionalen Luftfederung, mit der Porsche in dieser Klasse ein Alleinstellungsmerkmal hat, kann zudem die Bodenfreiheit um 4 auf 23 Zentimeter erhöht werden. Standard ist allerdings eine Stahlfederung, die gegen Aufpreis mit einer aktiven Fahrwerkssteuerung kombiniert werden kann.

Der Preis gehört zum Gesamtkonzept

Generell ist die Aufpreisliste lang. Sie führt neben einer Keramikbremse, einem Panoramadach und der üblichen Highend-Audioanlage auch ein Performance-Paket auf, das die Zeit für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h bei allen Modellen noch einmal um 0,2 Sekunden reduziert. Auch so nette Features wie Xenon- oder LED-Scheinwerfer sind aufpreispflichtig. Ohne Zuzahlung gibt es lediglich profanes Halogen-Licht.

So differenziert sich der Porsche durch die hohen Preise noch einmal vom nicht unbedingt billigen Audi Q5. Der Ingolstädter kostet als 258-PS-V6-Diesel 50.800 Euro, gut 7000 Euro weniger als der Porsche. Und auch die weiteren Konkurrenten in Form von Mercedes GLK und BMW X3 geben sich in dieser Hinsicht deutlich bürgerlicher. Dass diese Preispolitik zu funktionieren scheint, hat Porsche bereits mit dem Cayenne bewiesen. Und so sollen auch vom Macan etwa 50.000 Einheiten pro Jahr abgesetzt werden. Wenn das gelänge, wäre der Macan nach dem Cayenne das stärkste Modell im Portfolio der Zuffenhausener.

Quelle: n-tv.de, hpr

Mehr zum Thema