Auto

Gericht prüft Vereinsstatus des ADAC Präsident flog im Rettungshubschrauber

Geschönte Zahlen und Betrug beim "Gelben Engel" - der ADAC ist in der Defensive. Neuen Enthüllungen zufolge nutzt Vereinspräsident Meyer Hubschrauber der Luftrettung für "dienstliche Flüge". Derweil muss der Autoclub auch um seinen Vereinsstatus bangen.

Beim ADAC haben Mitglieder des Präsidiums Rettungshubschrauber des Autoclubs für Dienstreisen genutzt. Der ADAC bestätigte dies dem Magazin "Stern" und erklärte, solche Flüge seien innerhalb der vergangenen zehn Jahre "weniger als 30 Mal" vorgekommen. Konkret bestätigte der Club demnach mehrere dienstliche Flüge des Vereinspräsidenten Peter Meyer innerhalb eines Tages im Sommer 2003.

"Laut ADAC-Statuten darf das Präsidium in begründeten Ausnahmefällen Reservemaschinen der Luftrettung nutzen", bestätigte ADAC-Sprecher Christian Garrels. Dies sei nur für offizielle ADAC-Termine geschehen. "Es wurde in keinem Fall ein Hubschrauber zu privaten Zwecken genutzt."

"Das alles ist abgerechnet und belegbar und schwarz auf weiß in unseren Statuten geregelt", sagte Garrels weiter. "Die Luftrettung GmbH stellt solche Flüge dem ADAC e.V. in Rechnung." Dies sei auch günstiger, als Hubschrauber von einem Dritten anzumieten. "Wir haben 50 Hubschrauber und 36 Stationen - die 15 Resthubschrauber sind für Spitzenbelastungszeiten oder in der Wartung, sie werden auch an andere verchartert und dürfen auch von Präsidiumsmitgliedern genutzt werden."

"ADAC ist in seiner Struktur intransparent"

Die Rettungshubschrauber gehören zur gemeinnützigen ADAC-Luftrettung. Sie werden laut "Stern" aus Bundesmitteln, Krankenkassenbeiträgen, von den ADAC-Mitgliedern und durch Spenden finanziert. Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer kritisierte bei n-tv die Flüge als "sehr merkwürdig". Jedoch passe es ins Bild der letzten Wochen. "Es kommen Dinge zutage, die zeigen, dass der ADAC in seiner Struktur sehr intransparent ist, dass diese Struktur merkwürdig ist und sie überhaupt nicht mehr in unsere Zeit passt."

Außerdem bemängelte Dudenhöffer die Monopolstellung des Automobilclubs. Bei der Pannenhilfe sei er "ganz klarer Monopolist, er beherrscht den Markt". Dabei sei es seltsam, dass Leute, die eigentlich nur die Pannenhilfe des ADAC in Anspruch nehmen wollten, gezwungen seien, auch Mitglied zu werden.

Der ADAC steht derzeit wegen Manipulationen beim Autopreis "Gelber Engel" in der Kritik. Kommunikationschef Michael Ramstetter hatte gestanden, bei der Leserwahl zum Lieblingsauto der Deutschen die Teilnehmerzahlen verzehnfacht zu haben. Seine Posten legte er nach Bekanntwerden des Skandals nieder.

Gericht prüft Vereinsstatus

Der Automobilclub muss nach der Affäre zudem um seinen Vereinsstatus bangen. Das Registergericht beim Amtsgericht München überprüft die Sachlage. Der Ausgang ist offen - und damit auch die Folgen, die der Wirbel um die geschönten Zahlen beim Preis "Lieblingsauto der Deutschen" für den traditionsreichen Autofahrerclub am Ende haben könnte. Der bemüht sich vor allem gegenüber der Autoindustrie weiter um Schadensbegrenzung und kündigte eine umfassende Entschuldigung an.

Eine Sprecherin des Gerichts sagte, Auslöser für die Prüfung sei ein Antrag gewesen. Die Justiz sei - auch wenn es die Möglichkeit dafür gebe - nicht von sich aus tätig geworden. Der Ausgang des Verfahrens sei offen. Lange wird der ADAC aber kaum auf eine Entscheidung warten müssen. "Das wird kaum länger als einen Monat dauern", sagte die Sprecherin.

Quelle: n-tv.de, fma/ghö//AFP/dpa

Mehr zum Thema