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Betrug an der Tankstelle Spritdiebstahl nimmt zu

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Tankbetrug hat in Zeiten hoher Spritpreise Konjunktur.

Nicht jeder Autofahrer reagiert mit einem sparsameren Fahrstil auf die steigenden Spritpreise. Immer mehr Menschen klauen ihren Kraftstoff einfach. Vor allem in Großstädten grassiert der Tankbetrug.

Kraftstoff-Diebstahl hat Konjunktur. Allein von 2010 auf 2011 stieg die Zahl der polizeilich erfassten Fälle in Deutschland um zehn Prozent auf 85.065 Delikte. Vor allem die Großstädte in Nordrhein-Westfalen sind laut einer Erhebung von "Auto.de" Hochburgen des Tank-Betrugs.

Besonders stark ist die Kraftstoff-Kriminalität im bergischen Solingen. Pro Tankstelle und Jahr kommt es dort zu 22 Betrugsfällen. Auf Rang zwei landet Leipzig mit 21 Fällen, die Ruhrgebietsstadt Bottrop kommt mit ebenfalls 20 Fällen auf Rang drei. Die deutsche Hauptstadt Berlin landet mit 18 Fällen auf dem vierten Rang. Die Top Ten komplettieren Konstanz, Hamburg, Bonn, Köln, Magdeburg und Saarbrücken. Am ruhigsten unter den 121 größten Städten geht es in Celle, Bergisch-Gladbach und Heide zu. Dort wird jede Tankstelle durchschnittlich nur einmal im Jahr Opfer eines Tankbetrügers.

In NRW wird am meisten geklaut

Aufgeschlüsselt nach Bundesländern, findet sich Nordrhein-Westfalen an der Spitze der Betrugshochburgen. Im Schnitt kommen auf jede Tankstelle 20 Fälle von Spritdiebstahl im Jahr. In Berlin sind es 18, in Hamburg 17. Am Ende der Liste finden sich Sachsen mit vier Fällen sowie Rheinland-Pfalz und Bayern mit je drei. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 14.400 Tankstellen, knapp 4.600 davon finden sich in den größten 121 Städten.

Für geschickte Betrüger ist Spritdiebstahl häufig ein relativ überschaubares Risiko. Trotz Kameraüberwachung liegt die Aufklärungsquote im Deutschlandschnitt lediglich bei rund 44 Prozent. In Großstädten wie Berlin (26 Prozent) und Bremen (27 Prozent) ist sie sogar noch deutlich geringer. In Bundesländern mit großen ländlichen Gebieten wie Hessen (55 Prozent), Rheinland-Pfalz (55 Prozent) und Niedersachsen (53 Prozent) kann sie aber auch höher liegen.

Tankbetrüger sind in der Regel Männer. Unter den 31.000 ermittelten Tatverdächtigen lag ihr Anteil bei 78 Prozent. 82 Prozent der möglichen Delinquenten waren zwischen 21 und 60 Jahren alt, bei Fahranfängern und Senioren ist der Spritklau weniger verbreitet. In der Regel klauen Autofahrer zudem heimatnah; über ein Drittel der Tatverdächtigen wohnen in der Gemeinde, wo die betrogene Tankstelle liegt. Weitere 14 Prozent kommen immerhin aus dem gleichen Landkreis.

Quelle: ntv.de, sp-x