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Mit Retro-Optik in die Zukunft Suzuki V-Strom - Gutes noch besser gemacht

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Mit dem langen Schnabel will die Suzuki V-Strom auch Nostalgiker in den Bann ziehen.

(Foto: Suzuki)

Suzuki hat seine Reise-Enduro V-Strom 1050 überarbeitet und ihr wieder einen großen Schnabel verpasst. Nostalgiker werden sich angesprochen fühlen, alle anderen müssen wohl die technischen Verbesserungen für sich entdecken.

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Die Suzuki V-Strom 1050 XT punktet mit alter Qualität und neuer Technik.

(Foto: Suzuki)

Früher war sicher nicht alles besser, aber die Erinnerung an vergangene Zeiten mag Wehmut wecken. Im Fall von Suzukis neuer V-Strom 1050 soll das nostalgische Moment in der Optik die Attraktivität erhöhen, sprich einen Kaufanreiz schaffen. Dafür tritt die Japanerin im Weiß-Orange der legendären DR Big 750 von 1988 an, der ersten Suzuki-Reise-Enduro, die den Schnabel als typisches Stilelement dieser Motorradgattung salonfähig machte. Auch der viereckige Frontscheinwerfer stammt von der Ahnin.

Nichts geändert hat Suzuki an der ausgezeichneten Unterbringung des fahrenden Personals, die Integration des Fahrers ist geradezu vorbildlich. Der schlanke Übergang zwischen Sitzbank und Tank, entspannte Kniewinkel und ein breiter Lenker sorgen für einen hohen Sitzkomfort, die gute Polsterung macht Langstrecken zum Genuss. Ein echter Gewinn ist die allerdings nur im Stand höhenverstellbare Scheibe, die eine turbulenzfreie Fahrt bei nahezu allen Geschwindigkeiten ermöglicht. Auch für den Sozius sind dank tief montierter Fußrasten lange Touren problemlos machbar.

Charakterstarker Treibsatz

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Der Zweizylinder in der Suzuki V-Strom 1050 XT ist ein alter Bekannter und hat nichts von seiner Faszination eingebüßt.

(Foto: Suzuki)

Durch und durch modern präsentiert sich der charakterstarke 90-Grad-V-Motor. Trotz Anpassung an aktuelle Emissionsvorschriften hat der Zweizylinder nichts von seiner Faszination eingebüßt. Daran ändern auch die im Vergleich zu anderen Reise-Enduros eher moderaten Maximalwerte nichts: 107 PS bei 8500 Umdrehungen und 100 Newtonmeter maximales Drehmoment bei 6000 Touren sind zwar nicht berauschend, doch vollkommen ausreichend.

Die V-Strom marschiert aus jeder Drehzahl ordentlich nach vorn, der Motor bietet in jeder Lage mehr als genügend Leistungsreserven und untermalt seinen Job mit einem leisen, doch kraftvollen Klang. Sauber setzt der Motor Gasbefehle in Vortrieb um, Vibrationen kennt er so gut wie gar nicht. Ein ebenso einfach zu schaltendes wie präzise agierendes Getriebe mit sehr leichtgängiger Kupplung komplettiert den Fahrspaß.

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Beim Display für die V-Strom 1050 XT hat Suzuki zu viel gewollt und es einfach nur überfrachtet.

(Foto: Suzuki)

Neuerdings stehen dem Piloten drei Fahrmodi zur Verfügung, die allesamt die volle Leistung bieten, sich aber durch eine mehr oder weniger direkte Gasannahme und Kraftentfaltung unterscheiden. Der defensivste C-Modus wirkt dabei fast schon langweilig linear, die Stufe A ist wegen der exakten Gasannahme mit gut kontrollierbarem Leistungseinsatz die empfehlenswerte. Im Rahmen dieses Elektronik-Updates erhöht ein Tempomat die Langstreckentauglichkeit, eine Berganfahrhilfe fördert das sichere Starten mit Beladung am Hang.

Leichtfüßige Kurvenläuferin

Beim Fahrwerk hat Suzuki auf die elektronischen Helferlein verzichtet. Die stabile Upside-down-Gabel ist komplett, das angelenkte Zentralfederbein in Zugstufendämpfung und Federvorspannung von Hand einstellbar. Beide Feder-/Dämpferelemente zeigen eine straßenorientiert straffe Grundabstimmung, die auf den unterschiedlichsten Untergründen für eine gute Fahrstabilität bis zur Endgeschwindigkeit sorgt.

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Große Freude bereitet die Suzuki V-Strom 1050 XT bei der Kurvenhatz.

(Foto: Suzuki)

Viel mehr Spaß macht es aber, die V-Strom über das schmale 19-Zoll-Vorderrad exakt und nachvollziehbar in alle möglichen Kurven zu lenken. Mühelos meistert sie Schräglagenwechsel, ohne dabei überhandlich oder gar nervös zu agieren. Ihr ehrliches, Vertrauen erweckendes Fahrverhalten macht sie zu einer Empfehlung für unerfahrene, als auch versierte Piloten.

Für ein gutes Gefühl beim Auskosten der Fahrdynamik sorgt das serienmäßige schräglagenabhängige ABS von Bosch, das zusammen mit Vierkolben-Festsätteln im Vorderrad eine sichere Verzögerung garantiert. Ergänzt wird das Ganze durch eine dreistufige Traktionskontrolle, die sich für gelegentliche Geländeausflüge abstellen lässt. Diese dürften jedoch selbst mit der XT-Variante, die auf hübschen Speichenrädern rollt, eher selten sein. Dafür sind die Federwege einfach zu gering und die Reifen wenig geeignet.

Der Preis ist heiß

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Natürlich kann man mit der Suzuki V-Strom 1050 XT auch leichtes Gelände erobern, aber ihr eigentliches Einsatzgebiet ist die Straße.

(Foto: Suzuki)

Neben den Rädern hat die 14.190 Euro teure XT der Standard-V-Strom noch zweifarbige Komfortsitze, den dreifach höhenvariablen Windschild, Handprotektoren, den Motorschutz und eine zweite 12V­-Steckdose unter dem Sitz. Auch Tempomat und Berganfahrhilfe sind nur an der XT zu finden. Angesichts einer Preisdifferenz von nur 1400 Euro zur mäßig ausgestatteten Basis-Version (12.790 Euro), ist das eine überlegenswerte Investition.

In Summe gibt die V-Strom 1050 XT einen tadellosen, gut ausgestatteten Allrounder ab, dem aber noch immer Kleinigkeiten wie ein Hauptständer oder eine Griffheizung fehlen. Kritik erntet auch das überfrachtete und damit schlecht ablesbare LCD-Instrument und die magere Lichtausbeute des Hauptscheinwerfers. Dennoch, die V-Strom ist ein grundsolides, ausgereiftes Motorrad, das mit seinem breiten Einsatzbereich und der unkomplizierten Handhabung niemanden enttäuschen sollte.

Quelle: ntv.de, Thilo Kozik, sp-x