Gebrauchte

Nichts für Nutzwertkäufer Mini Countryman auch gebraucht stylisch

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Eins ist natürlich Fakt: Auch mit Allradantrieb ist der Mini Countryman kein Geländewagen.

Nicht nur die großen SUV liegen im Trend. Der Mini Countryman bediente als eines der ersten Modelle das aktuelle Boom-Segment der kleinen Kraxler und kommt nun verstärkt auf den Gebrauchtwagenmarkt. Interessenten sollten sich auch den Parkplatz des Modells anschauen.

Das passt einfach: Im Mini Countryman treffen sich Lifestyle-Marke und Lifestyle-Fahrzeugklasse. Das SUV der BMW-Tochter setzt auf das Retro-Design des beliebten Kleinwagens und kombiniert es mit modischer Hochbeinigkeit. Die Kundschaft goutiert den Crossover seit dem Marktstart im Jahr 2010. Und auch der TÜV ist in der Regel zufrieden.

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Der Mini Countryman bietet ein für seine Klasse üppiges Raumangebot.

Für einen Mini ist der fünftürige Countryman extrem geräumig. Für ein SUV eher eng geschnitten. Vier Erwachsene haben in dem 4,10-Meter-SUV aber bequem Platz, auch dank der guten Sitze und der verschiebbaren Fondbank. Der Gepäckraum bietet mit 350 Litern unteres Golf-Klasseformat, auch die Maximalgröße bei umgeklappter Rückbank von 1170 Litern ist allenfalls durchschnittlich. Der Premiumanspruch der Marke wird vom Innenraum nur bedingt erfüllt; der gibt sich zwar verspielt und originell, Materialien und Verarbeitung können jedoch ebenso wenig voll überzeugen wie die etwas umständliche Bedienung. Neben dem Fünftürer gibt es seit 2013 auch einen technisch weitgehend identischen Dreitürer namens Paceman, der äußerlich schicker, im Fond aber deutlich enger ist.

Reiche Motorenauswahl

Wie in der dreitürigen Limousine stammen die Benziner des Countryman aus BMWs Kooperation mit dem französischen PSA-Konzern (Peugeot und Citroen). Das 1,6 Liter große Grundtriebwerk gibt in vier Leistungsstufen als Sauger- und Turbo. Die schlechteste Wahl ist dabei die schwächliche Basisausführung des One mit 98 PS, Fahrspaß gibt es erst mit dem Cooper ab 120 PS. Richtig lustig wird es noch eine Stufe höher mit dem Cooper S und seinen 184 PS. Wem es nicht sportlich genug sein kann, wählt das John Cooper Works (JCW) Modell mit 218 PS.

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Die sportliche Variante des Countryman ist der Paceman.

Die drei verfügbaren Diesel haben ebenfalls 1,6 Liter Hubraum, stammen aber von BMW selbst. Hier reicht aufgrund des fülligen Drehmoments bereits das Basistriebwerk des One D mit 90 PS für einfache Ansprüche aus. Allrounder ist der Cooper D mit der 112 PS starken Variante, wahrer Luxus der Top-Diesel mit 143 PS arbeitet im Cooper SD. Serienmäßig treiben die Vierzylinder die Vorderräder an, gegen Aufpreis gibt es für die stärkeren Varianten Allradantrieb. Serienmäßig ist dieser nur beim JCW-Topmodell an Bord. Für die Kraftübertragung sorgt immer ein manuelles Sechsganggetriebe. Allerdings konnten bis auf den Basis-Diesel alle Motoren alternativ auch mit einer Sechsgang-Automatik kombiniert werden.

Ab Werk bekommen alle Countryman-Modelle das gleiche mit. Dazu zählen Klimaanlage, CD-Radio, sechs Airbags und Start-Stopp-System - außer Mini One. Je nach Motorisierung gibt es dann noch ein paar Design-Extras wie spezielle Felgen. Der Cooper S wartet außerdem mit Sportsitzen auf. Wie bei allen Modellen der Marke ist die Optionsliste lang, bietet aber dafür Feinkost, die bei anderen zeitgenössischen Mini-SUV nicht zu bekommen ist. Dazu zählen Xenon-Scheinwerfer, Teillederpolster und Design-Aufwertungen ohne Ende. Assistenzsysteme der neuesten Generation gibt es nicht, dafür sorgen fünf Sterne beim EuroNCAP-Crashtest für ein gutes Sicherheitsgefühl.

Notorischer Ölverlust

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Das verspielte Innenleben ist nicht jedermanns Sache.

Der Countryman teilt nicht nur Technik und Retro-Optik mit dem normalen Mini, sondern auch seine technischen Probleme. Vor allem der notorische Ölverlust am Antrieb ist durch das Größenwachstum nicht behoben worden. Der TÜV vergibt hier bereits bei der ersten HU überdurchschnittlich häufig eine Rüge. Interessenten sollten sich daher nicht nur Motor und Unterboden anschauen, sondern auch einen Blick auf den Stellplatzboden und eventuelle Ölflecke werfen.

Im statistischen Mittelfeld liegt die Mängelquote bei Auspuff und Abgasanlage, in allen anderen Bereichen schneidet der in Österreich bei Magna Steyr gebaute Mini-Crossover besser ab als der Durchschnitt. Nicht HU-relevant, aber ebenfalls ein Problem: Der anfällige Turbo, der zweimal zu einem Rückruf führte. Der Vorbesitzer sollte die Reparatur belegen können, ansonsten drohen schwere Motorschäden. Weiterer Schwachpunkt ist die Kupplung, die schnell verraucht. Im Zweifel kauft man daher von einem Fahrer mit sensiblen Füßen und angemessenem Fahrstil.

Fazit: Der Countryman ist das richtige Auto für Mini-Fans mit erhöhtem Platzbedarf. Weil schon beim Neuwagen Image und Marke mitbezahlt werden mussten, ist auch ein Gebrauchter in Relation zum objektiv Gebotenen recht teuer. Reine Nutzwertkäufer sehen sich besser nach einem Opel Mokka oder Peugeot 2008 um. Alle anderen sollten mindestens 13.000 Euro im Budget haben.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x

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