Gebrauchte

Gebrauchtwagencheck Nissan Qashqai (J11) - kein Musterknabe

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Der Nissan Quashqai war einst der Liebling der SUV-Fans und ein Bestseller in Deutschland.

(Foto: Nissan)

Einst verkaufte sich der Nissan Qashqai in Deutschland wie geschnittenes Brot. Die Euphorie hat sich gelegt und das lag auch an der Qualität. Deshalb sollten Interessenten beim Kauf eines Gebrauchten auch ganz genau hinschauen.

Der Nissan Qashqai sorgte bei seinem Marktstart 2007 für viele Überraschungen. Nicht nur der Name ist ungewöhnlich, auch die Verkaufszahlen waren und sind außergewöhnlich. Das Kompakt-SUV entwickelte sich zum Besteller innerhalb des Nissan-Portfolios. 2014 ging die erste Generation des Qashqai in Rente, die zweite machte in Europa weiter, wo die erste aufhörte. In Deutschland hingegen konnte die Neuauflage nicht an die alten Erfolge anknüpfen. Das soll die für dieses Jahr angekündigte nächste Generation wieder schaffen. Zeit Generation Zwei zum Gebrauchtwagen-Check zu bitten.

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Zwischen 430 und 1600 Liter Stauraum verbergen sich hinter der Heckklappe des Nissan Quashqai.

(Foto: Nissan)

Im Vergleich zur ersten Ausgabe legt die zweite Generation um sechs Zentimeter auf eine Länge von 4,38 Meter zu und bietet so recht ordentliche Platzverhältnisse für die Passagiere. Besonders die Fondpassagiere profitieren vom Längenwachstum. Das Kofferraumvolumen variiert je nach Sitzkonfiguration zwischen 430 und knapp 1600 Litern. Die 21 Zentimeter längere Version "+2" für bis zu sieben Personen schafft es nicht in die Neuauflage des Qashqai. Deren Rolle übernimmt seit 2014 der X-Trail. Geblieben sind die praktische Mischung aus Kombi, Limousine und die SUV-Optik.

Die Facelift-Modelle (seit 2017) sind unter anderem an einem markanteren Kühlergrill und schmaleren Scheinwerfern mit optionaler LED-Technik zu erkennen. Der Innenraum wirkt wertiger, die Polster etwas härter. Am hohen Hartplastikanteil ändert aber auch die Auffrischung nichts.

Reiches Antriebsportfolio

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Im Jahr 2017 erhielt der Nissan Quashqai ein Facelift.

(Foto: Nissan)

Für den Vortrieb sind Vierzylinder-Benziner- und Diesel zuständig. Zum Marktstart stehen zwei Ottomotoren sowie zwei Diesel zur Wahl. Der 1,2-Liter-Benziner leistet 115 PS, der 1.6er 163 PS. Die Normverbräuche liegen zwischen 5,6 und 5,8 Litern. Der 1.5 dCi kommt auf 110 PS, der 1.6dCi auf 130 PS. Der Kleinere glänzt mit einem Normverbrauch von 3,8 Litern, beim stärkeren Diesel fließt rund ein halber Liter mehr durch die Leitungen. Standard ist Frontantrieb, Allrad lässt sich nur mit dem leistungsstärksten Selbstzünder kombinieren. Dieser lässt sich wie der Basis-Benziner als Alternative zum manuellen Sechsgang-Getriebe mit einer stufenlosen Automatik ordern.

2018 hat Nissan den 130 PS-Diesel aus dem Programm genommen; zwischen Ende 2019 bis Ende 2020 übernimmt ein 1,7-Liter-Selbstzünder mit 150 und 340 Newtonmeter die Rolle des Top-Diesels. Außerdem seit 2018 im Angebot: ein 1.5 dCi mit 115 PS sowie der Benziner 1.3 DIG-T in den Leistungsstufen 140 PS und 160 PS. Diese sind optional mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe erhältlich. Die Verbräuche liegen laut Datenblatt bei den Benzinern zwischen 5,3 und 5,8 Litern, bei den Dieselantrieben zwischen 3,8 und 5,2 Litern.

Schlechte Noten beim TÜV

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Im Innenraum des Nissan Quashqai behält Plastik die Oberhand.

(Foto: Nissan)

Den Qashqai gibt es in den bekannten Nissan-Ausstattungslinien: Visia, Acenta, N-Connecta, N-Vision und Tekna. Zwar ist das Basis-Komfortniveau recht ordentlich, doch locken die höheren Level unter anderen mit Alu-Felgen, Lederpolstern, elektrisch verstellbaren Sitzen und Außenspiegeln, Navigation sowie mit einem Bündel von Assistenten. Dazu zählen unter anderem auch Verkehrszeichenerkennung, Notbremsassistent, 360-Grad-Kamera und Einparkautomatik. Mit dem Facelift helfen dem Fahrer auch noch Querverkehrswarner und ein Autobahnassistent. Letzterer hält nicht nur Abstand zum Vorausfahrenden, sondern auch die Spur. 2014 hat der Qashqai beim NCAP-Crashtest fünf Sterne erhalten. Er überzeugte beim Schutz für den Fahrer und beim seitlichen Pfahlaufprall, wo er jeweils die Maximalpunktzahl erreichte. Auch für Kindersicherheit und Fußgängerschutz gab es gute Noten.

Guten Noten verteilen die TÜV-Prüfer dagegen nicht immer. Zwar schlägt sich der Qashqai Typ J11 besser als sein Vorgänger, doch müssen die Besitzer bei der Hauptuntersuchung immer noch mit negativen Überraschungen rechnen. Ölverlust und schnell abgenutzte Bremsscheiben gehören zu den Beanstandungen, die oft notiert werden. Außerdem fällt die Beleuchtungsanlage oft negativ auf. Immerhin: Beim Thema Fahrwerk ist der Typ J11 deutlich besser als der J10.

Fazit: Wer sich für einen gebrauchten Qashqai entscheidet, sollte ein Augenmerk auf die TÜV-Auffälligkeiten achten. Ansonsten bietet das kompakte SUV gute Platzverhältnisse und ein recht großes Motorenangebot. Gebrauchtwageninteressenten müssen rund 9.000 Euro für ein Modell aus den ersten Jahrgängen der zweiten Generation anlegen; für Modelle ab dem Facelift weisen die Gebrauchtwagen-Portale Preise von ab 12.000 Euro aus.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x