Das war Mittwoch, der 29. April 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
nachdem die Bundesregierung zuletzt durch viel Zank und wenig Reformen auffiel, hat sie heute zahlreiche wegweisende Beschlüsse gefasst. Darunter befindet sich auch die Gesundheitsreform, eine Rentenerhöhung und der Haushalt für 2027. Jetzt müssen die Beschlüsse des Kabinetts noch durch den Bundestag und dann Realität werden. Dann kann es mit den vollmundigen Ankündigungen des Herbstes der Reformen doch noch etwas werden - wenn auch mit deutlicher Verzögerung.
Positive Kunde gibt es auch vom Wal. Der ist, nachdem er gestern in einer Barge gebracht werden konnte, in Richtung Nordsee unterwegs. Dort will die Rettungsinitiative das Tier in die Freiheit entlassen. Wie es ihm dann ergehen wird, ist vollkommen offen. Das Deutsche Meeresmuseum äußerte bereits Skepsis und fürchtet, dass die Überlebenschancen im Anschluss nicht überschätzt werden dürfen.
In Sachen Iran-Krieg ist von positiven Entwicklungen leider wenig zu sehen. Friedensgespräche fanden zuletzt keine statt. Die von den USA verlängerte Waffenruhe hat keine festgelegte Ablauffrist. US-Präsident Trump war zuletzt dennoch nicht extrem auf Krawall gebürstet. Das scheint sich nun wieder zu ändern. Erst beschimpft er Kanzler Merz, dann droht er eine monatelange Blockade der Straße von Hormus an - und nun einem Bericht zufolge eine erneute Angriffswelle auf den Iran.
Was heute sonst noch wichtig war:
Kremlchef telefoniert mit Trump: Putin schlägt Feuerpause für 9. Mai vor
Weniger stark als befürchtet: Porsche-Gewinn schrumpft um fast ein Viertel
Süßes erzeugt heimlich Stress: Warum man abends besser auf Zucker verzichten sollte
Sonys Exklusivkracher im Test: Der beste Shooter des Jahres erscheint morgen
Ich hoffe, Sie haben sich heute gut informiert gefühlt und lassen sich am verbliebenen Abend nicht die Laune verderben. Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht.
Trotz Schelte von US-Präsident: Merz legt gegen Trump nach
Trotz massiver Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump hat Bundeskanzler Friedrich Merz seine Kritik am Iran-Krieg erneuert. Der Krieg habe "unmittelbare Auswirkungen auf unsere Energieversorgung" und "massive Auswirkungen auf unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit", sagte der Kanzler in Berlin. "Insofern dränge ich darauf, dass dieser Konflikt beigelegt wird." Rückendeckung erhielt Merz von Außenminister Johann Wadephul.
Der US-Präsident hatte den Kanzler nach dessen Kritik am Vorgehen der USA im Iran-Krieg scharf attackiert - was eine Abkehr von dem früher demonstrativ freundschaftlichen Verhältnis zwischen Merz und Trump bedeuten könnte. Merz betonte dennoch, sein persönliches Verhältnis zu Trump sei "unverändert gut".
Trump hatte am Dienstag auf seiner Onlineplattform Truth Social erklärt: "Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hält es für in Ordnung, wenn der Iran Atomwaffen hat. Er weiß nicht, wovon er spricht!" Wenn der Iran Atomwaffen hätte, würde er "die gesamte Welt als Geisel nehmen". Trump hob hervor: "Kein Wunder, dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!" Weshalb Trump den Vorwurf zu den Atomwaffen gegen Merz erhob, blieb unklar, denn der Kanzler hat immer wieder deutlich gemacht, dass der Iran auf keinen Fall in den Besitz der Atombombe gelangen dürfe.
Zeuge über Premier Sanchez: Kopf einer kriminellen Vereinigung
In einem Korruptionsprozess in Spanien hat ein Angeklagter schwere Vorwürfe gegen Regierungschef Pedro Sánchez erhoben. Sánchez habe an der Spitze einer kriminellen Vereinigung gestanden, die öffentliche Aufträge manipuliert und seine Sozialistische Partei illegal finanziert habe, sagte der Geschäftsmann Víctor de Aldama bei seiner Zeugenaussage im Prozess gegen Sánchez' frühere rechte Hand, Ex-Verkehrsminister José Luis Ábalos.
Ábalos war maßgeblich am Aufstieg und Machterhalt von Sánchez beteiligt. Seit Dienstag muss er sich wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft fordert 24 Jahre Haft. Der Ex-Verkehrsminister weist die Vorwürfe zurück.
In dem Prozess geht es um eine von mehreren Korruptionsaffären, in die Sánchez' privates und berufliches Umfeld verstrickt ist. Ábalos wird beschuldigt, während der Coronapandemie Schmiergeld für die unrechtmäßige Vergabe millionenschwerer öffentlicher Aufträge bei der Beschaffung von Atemschutzmasken kassiert zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Sánchez-Vertrauten vor, seine Position in der Regierung missbraucht zu haben, um Aldama den Zuschlag für die lukrativen Verträge zu verschaffen; als Vermittler fungierte demnach Ábalos' ehemaliger Berater Koldo García. Für ihn fordert die Staatsanwaltschaft 19 Jahre Haft. ion fordert den Rücktritt des Regierungschefs.
Nach über 500 Jahren ist Schluss: Erbadel verlässt britisches Oberhaus
Im britischen Parlament ist eine jahrhundertealte Tradition zu Ende gegangen: Zum letzten Mal nahmen Vertreter des Erbadels im House of Lords Platz. Die Labour-Regierung hatte die letzten 92 Sitze im Oberhaus gestrichen, die bislang noch dem Erbadel vorbehalten waren. Zuvor waren Herzöge, Barone und Grafen seit dem 15. Jahrhundert allein dank ihres Adelstitels im House of Lords vertreten. Die Abgeordneten hatten im vergangenen Monat das Ausscheiden der sogenannten Hereditary Peers aus dem Oberhaus beschlossen. Der Beschluss trat nun mit dem Ende der Sitzungsperiode und vor den Kommunalwahlen in der kommenden Woche in Kraft.
"Mit dem Ende dieser Sitzungsperiode scheiden jene edlen Lords, die aufgrund erblicher Adelstitel ihren Sitze innehaben, aus diesem Haus aus", sagte der Sprecher des Oberhauses, Michael Forsyth. "Im Namen des Hauses zolle ich ihrem herausragenden Dienst Anerkennung und spreche ihnen unseren aufrichtigen Dank aus."
Die Regierung von Premierminister Keir Starmer hatte die Reform des Oberhauses als "eine der größten in einer Generation" bezeichnet. Das Haus of Lords zählt rund 800 Mitglieder, von denen die meisten auf Lebenszeit ernannt werden. Unter ihnen sind ehemalige Parlamentsabgeordnete, die üblicherweise vom scheidenden Regierungschef ernannt werden, sowie verdiente ehemalige Vertreter des öffentlichen Dienstes oder der Privatwirtschaft. Auch ranghohe Vertreter der Anglikanischen Kirche, darunter der Erzbischof von Canterbury, sitzen im Oberhaus.
Brasilien schützt Natur - Regenwald schrumpft dennoch weiter
Der Verlust tropischer Regenwälder ist 2025 deutlich zurückgegangen, bleibt aber auf hohem Niveau. Weltweit gingen 4,3 Millionen Hektar tropischer Primärwald verloren - eine Fläche etwa so groß wie Dänemark und ein Rückgang um 36 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2024, wie Daten der Universität Maryland zeigen, die von der Umwelt-Denkfabrik World Resources Institute (WRI) ausgewertet wurden. "Ein Rückgang in diesem Ausmaß innerhalb eines Jahres ist ermutigend - er zeigt, was entschlossenes Regierungshandeln erreichen kann", sagte Elizabeth Goldman vom WRI.
Trotz des Rückgangs liegt der Verlust weiter deutlich über früheren Werten: Er ist noch immer 46 Prozent größer als vor zehn Jahren und entspricht rund elf Fußballfeldern pro Minute. Ein Großteil des Rückgangs ist auf Brasilien zurückzuführen. Dort verminderte sich der Verlust von Primärwaldflächen ohne Brände um 41 Prozent und erreichte ein Rekordtief. Ein Großteil dieser Flächen liegt im Amazonas-Regenwald, der einer der wichtigsten CO2-Speicher der Erde ist und eine zentrale Rolle im globalen Klimaschutz spielt. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte bei seinem Amtsantritt 2023 angekündigt, Umwelt- und Klimaschutz zu stärken und die Entwaldung bis 2030 auf null zu senken.
Koalition trödelt und muss an Habecks Heizungsgesetz ran
Die Regierungskoalition hat sich zwar schon im Februar auf ein neues Heizungsgesetz geeinigt - dieses Gesetz ist aber noch nicht vom Kabinett beschlossen worden. Eine wichtige Regelung in dem deshalb weiterhin gültigen Gebäudeenergiegesetz (GEG) der Ampel-Regierung soll daher ausgesetzt werden, wie ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums mitteilte. Die Vorschrift eines Anteils von mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien bei der Wärmeversorgung soll nicht wie ursprünglich geplant am 1. Juli in Kraft treten, sondern bis 1. November ausgesetzt werden.
Der Ministeriumssprecher betonte, das neue Heizungsgesetz - das Gebäudemodernisierungsgesetz - solle "zeitnah" beschlossen werden. Hier gehe aber "Genauigkeit vor Schnelligkeit, oder beides muss parallel gehen". Zu den Gründen für die Verzögerung wollte sich der Sprecher auf Nachfrage nicht äußern. Das "Handelsblatt" hatte kürzlich berichtet, Union und SPD könnten sich nicht beim Schutz von Mietern vor hohen Nebenkosten durch den Einbau von Heizungen mit fossilen Brennstoffen einigen.
Massive Felsbrocken donnern auf befahrene Straße
Im Süden Chinas stürzen gewaltige Felsbrocken einen Hang hinab. Gleich mehrere Aufnahmen zeigen, mit welcher Wucht sie auf eine Straße treffen und für Zerstörung sorgen. Mindestens zwei Menschen werden verletzt.
Brandanschlag auf Antisemitismusbeauftragten - Verdächtige sind "gute Bekannte"
Nach einem Brandanschlag auf den Antisemitismusbeauftragten des Landes Brandenburg, Andreas Büttner, hat die Generalstaatsanwaltschaft zwei Tatverdächtige ermittelt. In dem Verfahren wegen gemeinschaftlicher Brandstiftung, Sachbeschädigung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen seien zwei Beschuldigte namhaft gemacht werden, bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft des Landes in Brandenburg an der Havel. Den "Potsdamer Neuesten Nachrichten" sagte Büttner, es handle sich bei den Männern um "gute Bekannte".
Die Verdächtigen sollen auf dem Wohngrundstück Büttners einen Schuppen in Brand gesetzt und auf eine Tür ein rotes Dreieck als Symbol der radikalen Palästinenserorganisation Hamas gesprüht haben. Der Staatsschutz des brandenburgischen Landeskriminalamts übernahm daraufhin die Ermittlungen. Laut "Potsdamer Neuesten Nachrichten" handelt es sich bei den Verdächtigen um zwei 25-Jährige, die Büttner wegen ihres politischen Engagements seit 2019 kannte. Das Motiv der beiden könne er sich nicht erklären, sagte Büttner der Zeitung.
Urlauberin muss im Flugzeug bei Geburt helfen
Tina Fritz war eigentlich mit einer Freundin auf dem Rückflug aus dem Urlaub, als die Flugbegleiter nach medizinischer Hilfe fragten. Bei einer Mitreisenden hatten die Wehen begonnen. Die beiden Sanitäterinnen zögerten nicht und machten aus der Kabine einen improvisierten Geburtssaal.
Wahlkreise in Louisiana: Konservative Richter helfen Trump
In einem wegweisenden Urteil hat das mehrheitlich konservativ besetzte Oberste Gericht der USA den Zuschnitt der Wahlkreise im südlichen US-Bundesstaat Louisiana für ungültig erklärt und der Berücksichtigung ethnischer Kriterien beim Zuschnitt von Wahlkreisen Grenzen gesetzt. Das Gericht entschied, dass ein historisches Wahlrechtsgesetz, das die Gleichstellung von Minderheiten bei Wahlen sicherstellen sollte, Louisiana nicht dazu verpflichte, einen zweiten, mehrheitlich afroamerikanischen Wahlbezirk zu schaffen. Der Zuschnitt der Wahlkreise sei "verfassungswidrig und seine Anwendung würde die verfassungsmäßigen Rechte der Kläger verletzen", sagte der konservative Richter Samuel Alito bei der Urteilsverkündung.
Bei der wegweisenden Entscheidung stimmten die sechs konservativen Verfassungsrichter gegen die drei liberalen Richter. In einer abweichenden Stellungnahme kritisierte die Richterin Elena Kagan, die Entscheidung des Gerichts dränge "das Grundrecht auf Rassengleichheit" bei Wahlen zurück, das der Kongress mit dem Voting Rights Act von 1965 gewährt habe. Das Urteil bedeutet einen Rückschlag für die US-Demokraten, die seit einigen Monaten in mehreren Bundesstaaten mit den Republikanern um den Zuschnitt der Wahlkreise kämpfen. Die Republikaner von US-Präsident Donald Trump werden hingegen vor den wichtigen Zwischenwahlen im November gestärkt.
Luxusuhren, Drogen und eine Menge Geld - Erfolgreiche Razzia gegen Geldwäschebande
Im Kampf gegen eine internationale Geldwäschebande hat die Polizei mehr als 20 Wohn- und Geschäftsräume in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Berlin und in der Nähe der polnischen Hauptstadt Warschau durchsucht. Dabei wurden nach Angaben des hessischen Landeskriminalamtes Dutzende Datenträger, Wertgegenstände, Bargeld sowie drei hochwertige Fahrzeuge und sechs Luxusuhren sichergestellt. Der Gesamtwert wird auf über 1,2 Millionen Euro geschätzt. Zudem wurden Betäubungsmittel, darunter Haschisch und etwa 50 Kilogramm Cannabis sichergestellt. Aktuell werden die gesicherten Beweismittel ausgewertet.
Die Aktion am Dienstag stand nach Angaben des Landeskriminalamtes im Zusammenhang mit einem seit 2024 laufenden Ermittlungsverfahren auf EU-Ebene gegen sechs Männer und drei Frauen wegen des Verdachts der Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, mit Hilfe einer von Chinesen kontrollierten Organisation gewerbsmäßig Bargeldsummen im Millionenbereich über ein internationales Firmengeflecht verschoben und diese Gelder gewaschen zu haben.
"Absolute Katastrophe": Reichinnek lässt kein gutes Haar an Gesundheitsreform
Die Linke kritisiert die Pläne zur Reform der Krankenversicherung als einseitige Belastung von Patienten und Versicherten mit schmalem Einkommen. Bei den vom Kabinett beschlossenen Eckwerten zum Haushalt verhalte es sich ähnlich, sagte Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek in Berlin. Zusammen seien "die Kabinettsbeschlüsse des heutigen Tages eine absolute Katastrophe für die Zukunft des Landes". Bei der Gesundheitsreform monierte sie vor allem Kürzungen beim Zahnersatz, steigende Zuzahlungen für Medikamente, die künftig teurere Familienversicherung und eine insgesamt schlechter werdende Versorgung. Am Ende blieben Bürgerinnen und Bürger vor allem den Möglichkeiten ihres Geldbeutels überlassen, sagte Reichinnek.
In der Haushaltsplanung treffe die Erhöhung oder Einführung von Konsumsteuern Menschen mit geringem Einkommen überproportional. Die Koalition verliere sich im Klein-Klein. "Dieser Haushalt ist der Versuch, sich ein weiteres Jahr durchzumogeln und keine Entscheidungen treffen zu müssen", sagte Reichinnek. Nur für Aufrüstung würden "horrende Summen" eingeplant.
Kretschmann zum Abschied: Ein Ministerpräsident weint nicht
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich sehr gerührt gezeigt bei seiner feierlichen Verabschiedung - die letzten Worte seiner Rede konnte er nur mit brüchiger Stimme sprechen. Die Reden etwa von Alt-Bundespräsident Joachim Gauck hätten ihn "emotional angefasst", sagte der Grünen-Politiker beim Empfang. "Das konnte ich wahrscheinlich nicht ganz verbergen", so der 77-Jährige - und räumte ein: "Ich war auch sehr nervös, was man ja nach 15 Jahren MP wirklich nicht mehr ist bei Terminen. Heute war ich nervös."
Ein kompletter Gefühlsausbruch blieb aber dann doch aus. "Nein, also so weit geht's nicht", sagte der Landesvater ganz nüchtern auf die Frage, ob Tränen geflossen seien. "Das sollte man auch vermeiden, als scheidender Ministerpräsident vor Rührung zu weinen. Das gehört sich nicht und das passt nicht zu einem Ministerpräsidenten."
Autodieb baut mehrere Unfälle - Berliner Polizei stoppt ihn mit Schüssen
Ein mutmaßlicher Autodieb hat in Berlin-Köpenick auf der Flucht vor der Polizei mehrere Unfälle verursacht und einen Radfahrer schwer verletzt. Der 35-Jährige sei nahe dem Stadion an der Alten Försterei gestoppt und festgenommen worden. Im Zuge der Festnahme schoss die Polizei nach eigenen Angaben auf den Wagen. Der Mann sei nicht getroffen worden. Ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Der verletzte Radfahrer kam in ein Krankenhaus.
Der festgenommene Autofahrer erlitt laut Polizei leichte Schnittverletzungen. Vor der Festnahme habe die Polizei Sperren auf einem Parkplatz errichtet. Der Mann sei mit aufheulendem Motor an einem Betonpoller gelandet. Zuvor hatte er den Wagen eines Lieferdienstes gestohlen. Wie viele Unfälle er auf der Flucht vor der Polizei verursacht hat, wird noch ermittelt.
Moderation abgesagt: Thomas Gottschalk zieht sich weiter zurück
Thomas Gottschalk zieht sich weiter zurück. Der Showmaster, der seinen Abschied vom Fernsehen bereits Anfang Dezember 2025 vollzogen hat, wird auch eine prominent angekündigte Gala in München nicht moderieren. Am 9. Mai sollte er im Hotel Bayerischer Hof durch die Verleihung des Ehrenpreises "Goldener Ochsensepp" führen - mit Sebastian Kurz als Preisträger. Daraus wird nichts. Gegenüber dem "Spiegel" begründete Gottschalk seinen Rückzug per E-Mail unmissverständlich: "Ich werde mich vor dem Herbst nicht öffentlich auf die Bühne stellen, weder für Kurz noch für jemanden anderen! Danach schauen wir mal, was die Gesundheit macht."
Der "Goldene Ochsensepp" erinnert an den Widerstandskämpfer und CSU-Mitgründer Josef Müller. Vergeben wird die Auszeichnung vom Internationalen Freundeskreis für eine christlich-soziale Politik (IFCSP). In diesem Jahr sollte der frühere österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (den Preis entgegennehmen.
Angebrüllt oder nicht? Merz und Klingbeil nicht einig
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Schilderungen aus dem jüngsten Koalitionsausschuss widersprochen, nach denen er Vizekanzler Lars Klingbeil angeschrien haben soll. "Ich will auch noch mal klarstellen: Ich brülle niemanden an", sagte er auf einer Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung, bei der die Gesundheitsreform und der Haushalt beschlossen wurden. "Wir haben natürlich auch hin und wieder Diskussionen, auch streitige Diskussionen. Aber Sie sehen an dem Beispiel des heutigen Tages, dass wir handlungswillig und handlungsfähig sind."
Der "Spiegel" hatte berichtet, dass CDU-Chef Merz den SPD-Vorsitzenden Klingbeil bei der Sitzung des Koalitionsausschusses in der Villa Borsig Mitte April angeschrien habe. Klingbeil hatte am Dienstag bei einem SPD-Treffen in Bielefeld bestätigt, dass er angebrüllt worden sei - allerdings ohne Merz zu nennen. Es sei nicht schlimm, wenn man mal angebrüllt werde, sagte er vor SPD-Bundestagsabgeordneten. "Ich sage Euch, wenn Matthias (Miersch) und Bärbel (Bas) und ich da sitzen in der Villa Borsig, und dann kommt - nur mal als theoretische Annahme - irgendjemand auf die Idee, man könnte Karenztage einführen oder den 1. Mai als Feiertag abschaffen, und dann sagen wir nein, dann lasse ich mich als SPD-Vorsitzender sehr gerne dafür anbrüllen, weil es hier um meine Grundhaltung geht."
Videos zeigen gewaltige Tunnel-Sprengungen
Israels Armee sprengt zwei Tunnel, die laut israelischer Armee von der Hisbollah im Südlibanon gebaut wurden. Sie seien Teil eines Plans der Miliz gewesen, nach Israel zu dringen und dort ein Massaker anzurichten. Das israelische Militär veröffentlicht neben Videos der Sprengung Aufnahmen aus dem Inneren der Anlage.
Angreifer verletzt zwei Menschen in jüdischem Viertel mit Messer
In London sind bei einem Messerangriff in einem jüdisch geprägten Viertel zwei Menschen verletzt worden. Die Polizei habe einen Verdächtigen festgenommen, teilte die jüdische Organisation Shomrim mit. Demnach war ein Mann im Stadtteil Golders Green im Norden der britischen Hauptstadt mit einem Messer unterwegs und versuchte, jüdische Passanten anzugreifen. Sicherheitskräfte von Shomrim hätten ihn zunächst festgehalten, bevor die Polizei ihn mit einem Elektroschocker überwältigt habe. Die beiden Opfer würden medizinisch versorgt. Die Londoner Polizei äußerte sich bisher nicht zu dem Vorfall.
Der britische Premierminister Keir Starmer nannte die Tat "zutiefst besorgniserregend". Man müsse alles tun, um die polizeilichen Ermittlungen zu unterstützen und derartigen Straftaten entschlossen entgegenzutreten, sagte er im Londoner Unterhaus. Die Tat ereignete sich vor dem Hintergrund einer Serie antisemitischer Angriffe in London. Im vergangenen Monat nahm die Polizei im Zusammenhang mit Attacken auf jüdische Einrichtungen mehr als zwei Dutzend Personen fest. Dabei ging es unter anderem um in Brand gesetzte Krankenwagen und versuchte Brandanschläge auf Synagogen.
Neues Format am Morgen: So sieht ntv ab Mai aus
Am 4. Mai ist es so weit: Gemeinsam mit RTL startet ntv in seine neue Sendung "Deutschland am Morgen", die werktäglich von 6.00 bis 9.00 Uhr laufen wird. Was das neue Format ausmachen soll, verraten die Moderationsduos und Chefredakteur David Wigham.
Mädchen vor Zug gestoßen - Iraker muss in die Psychiatrie
Nach dem Prozess um den tödlichen Stoß gegen die 16-jährige Liana vor einen Güterzug in Niedersachsen muss der Beschuldigte in die Psychiatrie. Für den 31-Jährigen werde die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet, sagte der Richter im Landgericht Göttingen. Ein Gutachter hatte bei dem Mann eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert.
Nach Überzeugung des Schwurgerichts hat der Beschuldigte die Jugendliche im Sommer 2025 am Bahnhof von Friedland vor den durchfahrenden Zug gestoßen. Die 16-Jährige erlitt durch den Zusammenprall Verletzungen am Kopf, die sie nach Ermittlerangaben sofort töteten. Der Fall um das Mädchen, das 2022 mit seiner Familie aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet war, sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Bis heute beschäftigt der gewaltsame Tod auch die Politik, weil der ausreisepflichtige Iraker nach den europäischen Asyl-Regeln eigentlich schon Monate vor der Tat von Deutschland nach Litauen hätte gebracht werden sollen. Die Landesaufnahmebehörde hatte daher einen Antrag auf Abschiebungshaft gestellt, den das Amtsgericht Hannover aber ablehnte.
Mann soll Leiche seiner Frau in Zoo-Verbrennungsanlage entsorgt habe
Grausiger Verdacht gegen einen Mitarbeiter eines japanischen Zoos: Der Mann soll seine Frau getötet und ihren Körper in einer Müllverbrennungsanlage eingeäschert haben, in der normalerweise Tierkadaver und Abfälle verbrannt werden. "Die Polizei führt derzeit Ermittlungen durch und unsere Einrichtung wird in vollem Umfang daran mitarbeiten", teilt der Asahiyama-Zoo auf der im Norden Japans gelegenen Insel Hokkaido mit.
Lokalen Medienberichten zufolge wurde der Mann zum Verschwinden seiner Frau befragt und gab daraufhin an, die Anlage "ein paar Stunden lang" genutzt zu haben, um ihren Körper zu verbrennen. Der Zoo, der wegen der Vorbereitungen auf die Sommersaison seit Monatsbeginn geschlossen ist, verschob nach eigenen Angaben wegen der Ermittlungen seine für heute geplante Wiedereröffnung auf Freitag.
Busfahrerin wird ohnmächtig - Schüler retten Situation
Mitten auf der Heimfahrt erleidet die Busfahrerin am Steuer einen Asthmaanfall und verliert die Kontrolle über das Fahrzeug. Geistesgegenwärtig greift ein Zwölfjähriger ein und übernimmt das Steuer. Weitere Mitschüler schreiten ein und kümmern sich um die Erste Hilfe.
Frau am Flughafen mit 30 Schildkröten am Körper gefasst
Ein ungewöhnlicher Schmuggelversuch hat am Flughafen von Bangkok für Aufsehen gesorgt: Eine 19-Jährige aus Taiwan hatte Dutzende lebende Schildkröten mit Klebeband an ihrem Körper fixiert. Die Passagierin wollte von Thailand aus zurück in die Heimat - dann aber wurden Sicherheitsbeamte auf ihr auffälliges Verhalten aufmerksam, wie die Zeitung "Bangkok Post" unter Berufung auf Wildtierinspektoren am Suvarnabhumi Airport berichtet.
Bei einer genaueren Untersuchung entdeckten die Einsatzkräfte mehrere Stoffbeutel an ihrem Körper, in denen 30 unter Schutz stehende Indische Sternschildkröten (Geochelone elegans) versteckt waren. Der Handel mit den Tieren ist sehr lukrativ, aber verboten. Nach Angaben der Behörden war eine Schildkröte bereits tot. Die Tiere wurden sichergestellt, die Frau festgenommen. Medienberichten zufolge soll sie Flugbegleiterin für eine vietnamesische Fluggesellschaft sein. Gegen sie wird nun wegen Verstößen gegen das Artenschutzgesetz ermittelt. Die Indische Sternschildkröte gilt als gefährdet. Sie ist im internationalen Artenschutzabkommen Cites gelistet und erzielt auf dem Schwarzmarkt hohe Preise. Wegen ihrer auffälligen Panzerzeichnung sind die Tiere im Haustierhandel sehr begehrt, was zu intensiver Wilderei führt.
"Werdende Witwe": Kimmel findet Überprüfung von Lizenzen nach Trump-Witz "lächerlich"
Der Streit um einen Witz des US-Talkshowmoderators Jimmy Kimmel über Präsidentengattin Melania Trump spitzt sich weiter zu: Die US-Medienaufsichtsbehörde FCC hat eine vorzeitige Überprüfung der Sendelizenz von Kimmels Sender ABC angeordnet, was der Talkshowhost als "lächerlich" kritisiert. Die Regierung mache aus seinem Scherz über die First Lady "eine große Sache", sagt Kimmel. Die Medienaufsichtsbehörde FCC hatte das ABC-Mutterhaus Disney aufgefordert, den Antrag auf Verlängerung der Sendelizenzen einzureichen - mehrere Jahre vor dem ursprünglichen Termin. Präsident Donald Trump hatte zuvor Kimmels Entlassung gefordert.
Der Moderator hatte der Frau des Präsidenten in seiner Show am vergangenen Donnerstag das Strahlen einer "werdenden Witwe" bescheinigt. Trump schrieb daraufhin in seinem Onlinedienst Truth Social von einem "verabscheuungswürdigen Aufruf zur Gewalt". Kimmel müsse "sofort von Disney und ABC gefeuert werden", forderte der Präsident am Montag.
100-Meter-Gigant schippert durch Nord-Ostsee-Kanal
Zwei Schlepper haben ein rund 100 Meter langes Trockendock von Rendsburg durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Hamburg gezogen. Nach mehrstündiger Fahrt haben sie Dock 17 erreicht, eines der größten Trockendocks Europas, das sonst für den Bau von Mega- und Luxusjachten genutzt wird.
Tote Schwester ausgegraben: Mann kommt mit Leiche in Bankfiliale
Um den Tod seiner Schwester zu beweisen und dadurch Zugang zu ihrem Konto zu bekommen, hat ein Mann in Indien die Leiche ausgegraben und in eine Bankfiliale geschleppt. Auf diese Weise habe der Mann aus einer ländlichen Gegend im östlichen Bundesstaat Odisha bei der Indian Overseas Bank Geld vom Konto seiner verstorbenen Schwester abheben wollen, teilt das Finanzinstitut mit. Die Bankmitarbeiter hätten ihm bei einem vorhergehenden Versuch mitgeteilt, dass Abhebungen "ohne eine ordentliche Bevollmächtigung" der Kontoinhaberin nicht möglich seien. Verärgert, weil er wegen der fehlenden Sterbeurkunde abgewiesen worden war, habe er daher die einige Tage zuvor bestattete Leiche seiner Schwester ausgegraben und in die Bankfiliale gebracht.
Indische Fernsehsender verbreiteten Bilder davon, wie der Mann offenbar eine teils in Plastik eingewickelte Leiche über der Schulter trug. Die Bank erklärte, das Vorgehen des Mannes habe "eine sehr unangenehme Situation" in der Filiale verursacht. Dem Mann fehle es anscheinend am Verständnis für die erforderlichen Verfahren bei Bankgeschäften. Sein Anliegen werde aber "mit Priorität" behandelt, sobald er die Sterbeurkunde seiner Schwester vorlege. Die Registrierung von Geburten und Todesfällen ist in Indien Pflicht. Es gibt allerdings Lücken in der Dokumentation, insbesondere in ländlichen Gebieten des riesigen Landes. Daher verfügen viele Familien nicht über die notwendigen Urkunden.
Linke-Chefin: Grüne stellen sich bei Kündigungsschutz an die Seite der Lobbyisten
Die Vorsitzende der Linkspartei, Ines Schwerdtner, wirft den Grünen beim Thema Kündigungsschutz arbeitnehmerfeindliche Tendenzen vor. "Die Grünen stellen sich damit an die Seite von Arbeitgeberverbänden, Lobbyisten und Bankenchefs", schreibt Schwerdtner in einem Beitrag bei X in Reaktion auf einen Bericht des "stern".
Grünen-Chef Felix Banaszak hatte sich zumindest offen für eine Anpassung des Kündigungsschutzes gezeigt. Forderungen nach einer Lockerung des Kündigungsschutzes waren zuletzt vor allem aus der Union gekommen. Neben CSU-Chef Markus Söder hatte auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche Ausnahmen beim Kündigungsschutz für Spitzenverdiener gefordert. Die Arbeitsmarktpolitik dürfe "nicht länger den Status quo zementieren".
Weißes Haus angezündet: König Charles scherzt über Trumps East-Wing-Abriss
Beim Staatsbankett im Weißen Haus hat sich der britische König Charles III. einen sanften Seitenhieb gegen US-Präsident Donald Trump erlaubt. Er komme nicht umhin, die "Anpassungen" am Ostflügel des Weißen Hauses nach dem Besuch des US-Präsidenten auf Schloss Windsor zu bemerken, sagte er.
Trump hatte den East Wing in einer Blitzaktion abreißen lassen, um Platz für einen riesigen Ballsaal zu machen. "Ich bedauere es zu sagen, dass wir Briten natürlich 1814 unseren eigenen kleinen Versuch des Immobilien-Umbaus am Weißen Haus unternommen hatten", fuhr Charles fort. Damals hatte die britische Armee im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg das Weiße Haus angezündet.
EU: Facebook und Instagram schützen Kinder nicht ausreichend
Facebook und Instagram schützen Kinder nach vorläufigen Ermittlungsergebnissen der EU-Kommission nicht ausreichend vor den Gefahren ihrer Angebote. Die Brüsseler Internetwächter verlangen von den Plattformen, das selbst in den Nutzungsbedingungen festgelegte Mindestalter von 13 Jahren durchzusetzen, ansonsten droht dem Mutterkonzern Meta unter Leitung von Mark Zuckerberg laut Mitteilung eine empfindliche Strafe.
Es reiche nicht aus, dass Nutzende zur Alterskontrolle bei ihrer Anmeldung ein Geburtsdatum angeben müssen, hieß es. "Beim Erstellen eines Kontos können Minderjährige unter 13 Jahren ein falsches Geburtsdatum eingeben", erklärte die Kommission. Der Konzern hat die Möglichkeit, auf die Vorwürfe aus Brüssel zu reagieren und Dokumente einzusehen. Bleibt die Kommission danach bei ihrer Einschätzung, droht ein Bußgeld in Höhe von maximal sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Die Kommission kann außerdem täglich fällige Bußgelder verlangen, bis die Plattformen einlenken.
US-Reisepässe mit Trump-Abbild lösen Kritik und Spott aus
Eine Sonderserie von US-Reisepässen wird demnächst mit einem Abbild von Präsident Donald Trump im Inneren ausgegeben. Damit soll nach Angaben des Außenministeriums das 250. Jubiläum der USA gefeiert werden. Die limitierte Sonderserie soll - solange verfügbar - Standard in der Hauptstadt Washington sein, wie Medien unter Berufung auf die Behörde berichteten. Online und anderswo solle es das klassische Design geben.
Das Trump-Bild im Pass ist an das offizielle Porträt seiner zweiten Amtszeit angelehnt. Auf Online-Plattformen sorgte der Plan zum Teil für beißende Kritik und Spott. Manche Nutzer kritisierten, nur autokratische Herrscher oder Diktatoren ließen ihr Abbild derart verherrlichen. Der Account des Weißen Hauses beim Online-Dienst X wiederum konterte mit dem Foto einer Sonderkarte des Washingtoner Nahverkehrs aus Anlass der Amtseinführung von Präsident Barack Obama 2009 mit dessen Abbild.
Verspätungen und Ausfälle: Massive Behinderungen im Fernverkehr
Ein aus den Gleisen gesprungener Güterzug sorgt für massive Behinderungen im Fernverkehr der Bahn zwischen dem Ruhrgebiet und Hannover. ICE- und IC-Verbindungen etwa von Düsseldorf über Hannover nach Berlin müssen laut Bahn weiträumig umgeleitet werden. Dadurch seien die Züge etwa eine Stunde länger unterwegs. Außerdem könnten Fernzüge durch die Umleitung nicht in Minden, Herford, Bielefeld und Gütersloh halten.
Am späten Dienstagabend sei in Minden in Westfalen der Waggon eines Güterzugs an einer Weiche aus den Schienen gesprungen, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei. Mit viel Glück sei der Waggon an der nächsten Weiche aber wieder auf die Schienen zurückgesprungen, so dass letztlich nichts Schlimmeres passiert sei. Allerdings sei die Weiche dabei beschädigt worden, so dass im Moment keine Züge auf dem Abschnitt fahren könnten, sagte eine Bahn-Sprecherin. Wie schnell die Störung behoben werden könne, sei noch unklar.
Charles nimmt Trump aufs Korn: "Ohne uns würden Sie Französisch sprechen"
Der britische König Charles III. hat beim Staatsbankett im Weißen Haus für Heiterkeit gesorgt. "Sie haben kürzlich gesagt, Herr Präsident, dass die europäischen Länder ohne die Vereinigten Staaten Deutsch sprechen würden", sagte Charles an Präsident Donald Trump gewandt. "Darf ich es wagen zu sagen, dass Sie [und die Amerikaner] ohne uns [Briten] Französisch sprechen würden?" Vor den Briten hatte zunächst Frankreich Kolonien auf dem amerikanischen Kontinent gegründet.
Der König löste mit der Bemerkung bei den versammelten Gästen ausgelassenes Gelächter aus, auch der angesprochene Trump war auf Fernsehbildern grinsend zu sehen. Charles schlug beim Bankett aber auch ernste Töne an. Amerika habe eine entscheidende Rolle als Verteidiger der Freiheit in Europa gespielt - "und ich werde das nie vergessen", sagte der Monarch. Im nächsten Atemzug verwies er darauf, dass die Freiheit angesichts der russischen Invasion der Ukraine wieder angegriffen werde. Unter Trump wurde die US-Unterstützung für die Verteidigung der Ukraine stark zurückgefahren.
Das wird heute wichtig
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
die Bundesregierung liegt aktuell im Umfragetief. Die Koalition aus Union und SPD will deshalb heute gleich mehrere wichtige Vorhaben auf den Weg bringen. Das Kabinett soll sich etwa mit vorgesehenen Entlastungen bei den gesetzlichen Krankenkassen befassen, um erneute Beitragserhöhungen zu vermeiden. Allerdings gehen damit auch Veränderungen im Gesundheitssystem einher, die manch einen stärker belasten werden. Auch die Rente und der Haushalt stehen im Kabinett auf dem Programm.
Und diese Themen haben wir sonst noch auf dem Zettel:
Rettungsversuch beim Wal geht weiter: Der Schleppverband mit dem wochenlang an der Ostseeküste festsitzenden Buckelwal ist auf dem Weg Richtung Nordsee. Laut dem Schiffs-Ortungsdienst VesselFinder befand sich der Verband am frühen Morgen circa 6 Seemeilen (rund 11 Kilometer) südöstlich von Fehmarn. Der Transport bewege sich mit "sehr langsamer Geschwindigkeit" in Richtung der Insel, sagte ein Sprecher der begleitenden Wasserschutzpolizei. Nach Plänen einer privaten Rettungsinitiative soll der Wal in einer mehrtägigen Aktion um die Nordspitze Dänemarks herum durch das Skagerrak in die Nordsee gebracht und dann freigelassen werden.
Blick auf die Preise: Steigt die Inflation infolge des Iran-Kriegs auf über drei Prozent? Der Ölpreisschock hat das Leben in Deutschland sprunghaft verteuert, im April könnte die Inflation noch weiter gestiegen sein. Ökonomen halten es für möglich, dass die Teuerungsrate erstmals seit Ende 2023 wieder die Marke von drei Prozent überschritten hat. Um 14 Uhr veröffentlicht das Statistische Bundesamt eine erste Berechnung auf Basis vorläufiger Daten.
Neue Anklage gegen Ex-FBI-Chef: US-Präsident Donald Trump geht wieder gegen frühere politische Widersacher vor. Der ehemalige FBI-Chef James Comey ist wegen eines Social-Media-Posts mit zu vier Zahlen zusammengelegten Muscheln am Strand angeklagt worden. Ihm wird vorgeworfen, damit wissentlich eine Morddrohung gegen Präsident Donald Trump verbreitet zu haben. Comey hatte im Mai 2025 ein Bild von Muscheln auf Instagram hochgeladen, die die Zahlen "86 47" formten. Trump und dessen Unterstützer interpretierten dies als Aufruf zu einem Attentat. Es ist bereits das zweite Mal, dass Trumps Justizministerium eine Klage gegen Comey vorantreibt.
Strafe für Ex-Terroristin: Die Staatsanwaltschaft will um 9 Uhr vor dem Landgericht Verden verkünden, welche Strafe sie für die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette für angemessen hält.
Charles in den Vereinigten Staaten: Der britische König Charles III. setzt seinen Staatsbesuch in den USA fort. Am Dienstag beschwor Charles im US-Kongress den Zusammenhalt des Westens und warb für weitere Unterstützung der Ukraine.
Fußball: Im zweiten Champions-League-Halbfinale empfängt am Abend (21 Uhr) Atlético Madrid den FC Arsenal zum Hinspiel. Gestern Abend hatte Paris Saint-Germain den FC Bayern im torreichsten Halbfinalspiel der Champions-League-Geschichte mit 5:4 bezwungen. Über alles Weitere zum sportlichen Geschehen informieren Sie meine Kollegen hier beim Sport-Tag.
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Taylor Swift kritisiert "extremes" Verhalten mancher Fans
Musik-Superstar Taylor Swift gilt als ihren Fans besonders verbunden. Doch jetzt hat die 36-Jährige ein wenig Kritik an einem Teil der sogenannten Swifties anklingen lassen, die ihrer Meinung nach stellenweise "extrem" und "seltsam" werden können. In einem Interview mit dem "New York Times Magazine" sagt Swift einerseits, es sei "toll", dass sie mittlerweile "so viele" Fans habe. Doch dann erklärt sie: "Es gibt Teile meiner Fangemeinde, die die Dinge auf die Spitze treiben. Dagegen kann ich nichts tun."
Es gäbe Menschen unter ihren Fans, die unbedingt herausfinden wollten, um wen es in ihren Songs geht. Diese Leute "versuchen sozusagen Detektivarbeit zu leisten und die Details herauszufinden - um wen geht es da?", so Swift. Fans der Sängerin vermuten immer wieder, dass es in einzelnen ihrer Songs um ihre Verflossenen gehen könnte. So waren sich viele sicher, dass Swift auf ihrem Album "The Tortured Poets Department" die Trennung von Schauspieler Joe Alwyn ebenso verarbeitet wie eine Liaison mit Matt Healy von der Band The 1975. Auch frühere Songs wurden bestimmten Personen zugeordnet. Selbst hat Swift jedoch nur ein einziges Mal offiziell bestätigt, an wen sich eines ihrer Stücke richtet: Im Booklet ihres Albums "Speak Now" verwies sie darauf, dass "Back to December" ihrem Ex Taylor Lautner gewidmet ist. In ihrem aktuellen Interview sagt Swift diesbezüglich weiter: "Es wird für mich etwas seltsam, wenn die Leute so tun, als wäre es ein Vaterschaftstest. So nach dem Motto: 'Dieser Song handelt von dieser Person.' Denn ich denke mir: 'Der Typ hat den Song nicht geschrieben, sondern ich.'"
Kurz vor Fehmarn: Der Wal ist auf dem Weg in die Nordsee
Der Schleppverband mit dem wochenlang an der Ostseeküste festsitzenden Buckelwal ist auf dem Weg Richtung Nordsee. Laut dem Schiffs-Ortungsdienst VesselFinder befand sich der Verband am frühen Morgen circa 6 Seemeilen (rund 11 Kilometer) südöstlich von Fehmarn. Der Transport bewege sich mit "sehr langsamer Geschwindigkeit" in Richtung der Insel, sagte ein Sprecher der begleitenden Wasserschutzpolizei. Nach Plänen einer privaten Rettungsinitiative soll der Wal in einer mehrtägigen Aktion um die Nordspitze Dänemarks herum durch das Skagerrak in die Nordsee gebracht und dann freigelassen werden.
Am Abend übernahm der Schlepper "Robin Hood" die Barge mit dem Wal am Ausgang der Kirchsee vor der Insel Poel. Anschließend fuhr er samt dem mit Wasser gefüllten Lastkahn in die Wismarbucht und weiter hinaus auf die offene Ostsee. Mit der Verlegung des Wals in die Barge ging die Rettungsaktion am Dienstag in die entscheidende Phase. Mehrere Stunden lang hatten Helfer das Tier in eine eigens gebaggerte Rinne bugsiert. Mitglieder des Teams zogen den Wal mit Gurten zu der Barge. Um 14.45 Uhr war das Tier schließlich in dem abgesenkten Kahn. Anschließend wurde ein Netz aufgespannt, um zu verhindern, dass der Wal wieder herausschwimmt. Kleinere Boote schoben die Barge dann hinaus aus der Kirchsee in die Wismarbucht, wo sie vom Schlepper "Robin Hood" auf den Haken genommen wurde.
Homeoffice: Ein Privileg für männliche Akademiker in Großstädten?
Das Angebot von Homeoffice in Deutschland stabilisiert sich einer Studie zufolge trotz Konjunkturflaute auf hohem Niveau - ist aber sehr ungleich verteilt. Demnach enthielt im vergangenen Jahr jedes fünfte Online-Stellenangebot die Möglichkeit zur Fernarbeit, wie die Bertelsmann Stiftung mitteilt. "Wer geglaubt hat, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten alle wieder ins Büro zurückkehren müssen, hat sich getäuscht", sagte Gunvald Herdin, Arbeitsmarktexperte der Stiftung. "Das Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben." Allerdings gilt dies vor allem für männerdominierte Berufe, insbesondere die IT. Denn die Studie zeigt eine deutliche Ungleichheit bei der Verteilung der Angebote. Während bei männerdominierten Berufen 22 Prozent der Stellen mit Homeoffice ausgeschrieben werden, sind es bei frauendominierten nur 13 Prozent.
Bei Hochqualifizierten ist der Unterschied noch größer. "Homeoffice ist ein wichtiges Vereinbarkeitsinstrument", erklärt Arbeitsmarktexpertin Michaela Hermann mit Blick auf Eltern, Alleinerziehende und Menschen, die andere Personen pflegen. "Wir brauchen auch Vereinbarkeitsangebote in Berufen mit engem Kontakt zu Menschen - etwa in Erziehung, Pflege und Gesundheit." Zudem gibt es ein starkes Gefälle nach Qualifikation und Region. Während rund ein Drittel der Akademiker (35 Prozent) auf ein Homeoffice-Angebot hoffen kann, sind es bei Arbeitskräften auf Helferniveau nur vier Prozent. Auch zwischen Stadt und Land zeigen sich große Unterschiede. In Großstädten liegt die Quote demnach bei gut 28 Prozent. Als "Homeoffice-Hauptstadt" identifizierte die Studie Stuttgart mit einem Anteil von 38 Prozent, gefolgt von Düsseldorf und Frankfurt am Main.
König Charles schenkt Trump U-Boot-Glocke mit dessen Namen
US-Präsident Donald Trump ist dank König Charles III. Besitzer einer glänzenden Glocke, die seinen Namen trägt. Sie stammt von dem 1944 gebauten britischen U-Boot HMS "Trump", wie Charles bei einem Staatsbankett im Weißen Haus sagte. Das Geschenk solle als "Zeugnis der gemeinsamen Geschichte und der glänzenden Zukunft der beiden Nationen" dienen.
Auf der Glocke steht in großen Buchstaben "TRUMP" sowie die Jahreszahl 1944. Der US-Präsident hat ein Faible dafür, seinen Namen auf verschiedenen Dingen verewigt zu sehen - so wie ursprünglich auf seinen Hotels und inzwischen auch auf einer Regierungswebseite für günstigere Medikamente namens TrumpRx sowie der "Trump Gold Card", mit der man für eine Million US-Dollar Bleiberecht in den USA bekommen soll. Dass das alte britische U-Boot genauso hieß wie der aktuelle US-Präsident, ist ein Zufall. Die Namen aller U-Boote der T-Klasse fingen mit dem Buchstaben "T" an - und darunter war auch "Trump" (auf Deutsch: Trumpf).