Leben
Rosmarin verleiht dem Marillenschichtkuchen einen außergewöhnlichen Geschmack.
Rosmarin verleiht dem Marillenschichtkuchen einen außergewöhnlichen Geschmack.(Foto: ©Andriy Sheldunov)
Sonntag, 29. April 2018

Süße Qual der Wahl: Futtern wie bei Muttern, nur besser

Von Heidi Driesner

Die meisten Menschen lieben es - das Stück Kuchen zum Kaffee. Kuchen gibt es in unendlich vielen Variationen, Obstkuchen aber zählen zu den beliebtesten überhaupt. Dabei sind der Phantasie und dem Geschmack keine Grenzen gesetzt.

Dieser Blechkuchen hat keinen ganz alltäglichen Belag: Weingartenpfirsiche.
Dieser Blechkuchen hat keinen ganz alltäglichen Belag: Weingartenpfirsiche.(Foto: ©Mona Lorenz)

Von A wie Aprikosentarte bis Z wie Zwetschgenkuchen: Obstkuchenliebhaber sind gut beraten, ein gutes Nachschlagewerk für das fruchtige Backwerk zur Hand zu haben. Der Leopold Stocker Verlag hat jetzt eine Auswahl an traditionellen und modernen Rezepten aus dem renommierten österreichischen Kochmagazin "Kochen & Küche" zusammengefasst. Hinter dem schlichten Titel "Obstkuchen" verbergen sich Blechkuchen, Tartes, Rollen und Schnitten. Ein eigenes Kapitel beschäftigt sich mit dem neuen Trend "Schichtkuchen": Fein gehobelte Früchte werden mit wenig Teig zu sagenhaft saftigen Kreationen gebacken.

Der Verlag verspricht "die besten Rezepte", und tatsächlich - auf nur 120 Seiten findet man alles, was das Herz begehrt. Und wer wie ich die österreichische Küche liebt, weiß, wie überwältigend dort auch die süßen Sachen schmecken.

Die Biskuitrolle mit ganz viel Heidelbeeren ist etwas für festliche Gelegenheiten.
Die Biskuitrolle mit ganz viel Heidelbeeren ist etwas für festliche Gelegenheiten.(Foto: ©Mona Lorenz)

Jedes Rezept ist bebildert, es gibt Tipps, die ein paar Kniffe verraten oder Varianten zu Teig oder Belag angeben. Grundlegende Arbeitsschritte werden bereits in der Einleitung behandelt. So wird unter anderem erklärt, wie der Schichtkuchen saftig, aber nicht matschig wird, was das Geheimnis einer guten Tarte ist oder wie ein Blechkuchen "schnittig" wird. Außerdem werden Zubehör wie Bleche und Backformen, Mehle, Backzeiten und -temperaturen erläutert. Und damit wir Deutschen unsere Nachbarn auch richtig verstehen, gibt's eine kleine "Übersetzungshilfe". Bei komplizierteren Zubereitungen, zum Beispiel einer Biskuitroulade, werden die einzelnen Arbeitsschritte zusätzlich durch Fotos auch optisch dargestellt.

Für alle großen und kleinen Leckermäuler

Kaum zu glauben, aber in diesen süßen Schnitten mit Mascarponecreme stecken 200 g Rucola.
Kaum zu glauben, aber in diesen süßen Schnitten mit Mascarponecreme stecken 200 g Rucola.(Foto: ©Mona Lorenz)

Neben Klassikern vom Blech wie Kirschkuchen mit Marzipangitter und Stachelbeer-Streuselkuchen finden sich auch nicht alltägliche Rezepte wie Holunderblütenkuchen oder Bananen-Schoko-Crumble. Der Phantasie sind weder beim Teig noch beim Belag Grenzen gesetzt: Es wird mit normalem Haushaltsmehl gebacken oder mit Haferflocken, mit Dinkel-, Buchweizen- oder Polentamehl. Selbst aus Vollkornzwieback und Hirse kann ein Kuchenteig entstehen! Ob sich jemand für Biskuit, Rührteig, Brandteig, Blätter- oder Hefeteig erwärmt - egal. Hier findet jedes Leckermaul "seinen" Kuchen. Steinobst oder Beerenobst, Kürbis oder Granatapfelkerne, Rhabarber, Feigen, Nüsse kommen auf oder in die Kuchen, verfeinert mit Kürbis- und Sonnenblumenkernen, Mandeln, Mohn, Honig, Quark, Sahne oder Joghurt. Oder völlig überraschend ein Kuchen mit Rucola!

Das Thema "Schichtkuchen" wird dem Leser besonders ans Herz gelegt. Schon die Optik dieser Backwerke sucht ihresgleichen: Hauchdünn gehobeltes Obst wird mit ganz wenig dünnflüssigem Teig abwechselnd in die Kuchenform geschichtet. Das macht auf der Kaffeetafel was her! Herrlich kreative Kombinationen wie Kokos und Mango mit Lavendel oder Birne und Kürbis mit Schokolade-Minz-Blättchen sind wahre Gaumenfreuden! Äpfel werden mit Mohn kombiniert, Marillen mit Rosmarin, Kaki mit Schokolade, Ananas mit Orangen oder Quitten mit Granatapfel.

Aus der ganzen leckeren Vielfalt habe ich zwei Rezepte für Sie herausgesucht:

Blechkuchen mit Weingartenpfirsichen

Zubereitung (20 Min. ohne Backzeit):

Zutaten:

1 kleines Backblech (30 x 40 cm)
Teig
200 g weiche Butter
180 g Kristallzucker
4 Eier
120 g Haselnüsse, gerieben
1 Prise Salz
100 g Zartbitterschokolade, fein gerieben
4 cl Orangenlikör
180 g glattes Mehl
1 P. Backpulver
Belag
800 g Weingartenpfirsiche
Staubzucker zum Bestreuen

1. Die Weingartenpfirsiche waschen, halbieren, von den Steinen befreien und in Spalten schneiden.

2. Für den Teig die Butter mit dem Kristallzucker schaumig schlagen, die Eier trennen.

3. Eidotter mit dem Handmixer nach und nach in die Buttermasse rühren, Haselnüsse, Salz, Schokolade und Orangenlikör einarbeiten.

4. Eiklar zu steifem Schnee schlagen, Mehl und Backpulver vermischen und abwechselnd mit dem Eischnee unter die Masse heben.

5. Die Masse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und glatt streichen, die Pfirsichspalten darauf verteilen und im vorgeheizten Backofen bei 180 °C ca. 45 Minuten backen.

6. Fertigen Kuchen aus dem Ofen nehmen, mit Staubzucker bestreuen und auskühlen lassen.

Tipp: Dieser Blechkuchen schmeckt auch mit anderen Früchten belegt!

Marillenschichtkuchen mit Rosmaringeschmack

Zubereitung (30 Min. ohne Warte- und Backzeit):

Zutaten:

1 Springform (ca. 26 Ø) bzw. eine eckige Backform (ca. 20 x 30 cm)
Teig
150 ml Milch
1 Zweig Rosmarin
3 Eier
80 g Staubzucker
50 g Butter
70 g Mehl
1 Prise Salz
100 g Mandeln, gemahlen

1 kg feste Marillen
30 g brauner Zucker
Butter für die Form

1. Für den Teig die Milch leicht erwärmen, dann vom Herd nehmen, den Rosmarin darin einlegen und etwa 60 Minuten in der Milch ziehen lassen, anschließend entfernen.

2. Die Eier mit dem Zucker schaumig schlagen, die zerlassene Butter, das Mehl, das Salz und die gemahlenen Mandeln dazugeben und zu einem glatten Teig verarbeiten.

3. Die Rosmarinmilch nach und nach zugeben und das Ganze zu einem glatten Teig rühren.

4. Die Marillen waschen, schälen, halbieren und entkernen, das Fruchtfleisch in zwei Millimeter dünne Scheiben schneiden und mit nicht zu viel Teig vermischen (Früchte sollen nur leicht benetzt sein).

5. Die Masse in eine befettete, mit 20 Gramm vom braunen Zucker ausgestreute Form füllen und glatt streichen.

6. Den Kuchen mit dem restlichen Zucker bestreuen und im auf 180 Grad Celsius vorgeheizten Backofen circa 60 Minuten backen.

7. Nach dem Backen aus dem Ofen nehmen und mindestens drei Stunden kühl stellen, erst dann in Stücke schneiden.

Viel Erfolg beim Nachbacken wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Obstkuchen: Blechkuchen, Tartes, Rollen & "Schichtkuchen", Die besten Rezepte
EUR 16,90
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Quelle: n-tv.de