Essen und Trinken

Cäsar, die Beatles und Obama Gerichte, die die Welt veränderten

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Was stand eigentlich bei der Amtseinführung von Barack Obama auf dem Tisch?

(Foto: imago stock&people)

Weder Cäsars opulenter Wildschweinbraten noch Reagans Zitronensoufflé haben die Welt verändert. Es waren eher die Persönlichkeiten, die sie aßen. 33 Menüs und die wunderbaren Geschichten dazu erzählen unter anderem, wie Tito die Loren bekochte oder was Rühreier mit "Yesterday" zu tun haben.

Dieses Buch bekommt einen Ehrenplatz bei mir. Und falls ich es mal verborgen sollte, schreibe ich mir das auf als Garantie, dass "Gerichte, die die Welt veränderten" den Weg zu mir zurückfindet. Sarah Wiener, bekannt auch durch ihre TV-Serien, hat in akribischer Arbeit mit ihrem Team recherchiert, was historische Persönlichkeiten bei bedeutenden Ereignissen gegessen haben. Die Geschichten, die die Menüs umrahmen, sind spannend, witzig, aufschlussreich, detailliert, berührend. Sie offenbaren unbekannte Seiten von Staatsmännern,  Künstlern, Wissenschaftlern oder Sportlern und noch viel mehr.

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Gerichte, die die Welt veränderten
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Wir treffen hier nicht nur auf Napoleon oder Adenauer, Obama oder die Beatles, Marie Curie oder die deutschen Fußballweltmeisterinnen, sondern Sarah Wiener erzählt auch vom Festbankett zur Eröffnung des Suezkanals, wie die Suffragetten mit gebackenem Rhabarber für das Frauenwahlrecht kämpften, welche Lebensgeschichte hinter Miss Sophie und Butler James steht oder was es mit dem Oscar, der lange nicht so hieß, und dem "geborenen Scheusal" Emil Jannings auf sich hat. Erschienen ist die gebundene Ausgabe mit Lesebändchen und Schutzumschlag im Wiener Verlag edition a. Das Buch hat 288 Seiten, jede Menge historische Fotos und natürlich appetitmachende Farbaufnahmen von Lukas Beck zu jedem Menü. Ein kleines Küchenglossar hilft deutschen Lesern, "Österreichisch" zu verstehen. 

Kochend durch die Weltgeschichte

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Die unterworfen geglaubten Gallier hatten sich unter Vercingetorix vereinigt und gegen Rom erhoben. In der Schlacht von Alesia verloren sie den Kampf und Vercingetorix streckte die Waffen.

(Foto: Musée Crozatier de Puy-en-Velay.Wikimedia commons)

Ob man will oder nicht - man liest sich fest, kann das Buch wie einen guten Krimi kaum aus der Hand legen. Und wenn man durch ist durch die Storys und Histörchen, darf man getrost den Hut ziehen vor dieser immensen Arbeit! Ich weiß nicht, wie lange Sarah Wiener an diesem aufwendigen Projekt gearbeitet hat, ich nehme an, sehr lange. In 33 Geschichten und Menüs kocht sie sich durch die Weltgeschichte, beginnend im Jahr 52 vor Christus, als Julius Cäsar seinen Sieg über die Gallier in Saus und Braus feierte, und endend 2012 bei Malala Yousafzai, der pakistanischen Kinderrechtskämpferin und Friedensnobelpreisträgerin, die kaum übers Essen spricht.

"Ich wollte mit diesem Buch meinen Lesern die Möglichkeit bieten, sich der Geschichte durch den Magen zu nähern. Viele historische Aspekte kennt man aus zahlreichen Quellen. Was uns aber alle interessiert, ist doch das Persönliche, Anfassbare, Private und wie es überhaupt zu diesen besonderen Ereignissen kam oder wie sie persönlich erlebt wurden", so die Autorin über ihr Buch. Zum Beispiel bei der Shrimps-Remoulade für Nelson Mandela, die am Vorabend seiner Freilassung nach 27 Jahren Kerkerhaft bei einem Geheimtreffen mit dem damaligen südafrikanischen Präsidenten de Klerk serviert wurde, bei dem 1990 der Deal ausgehandelt wurde. "Zudem kann man natürlich auch einem Abend mit Freunden einen spannenden Rahmen geben." Und in fröhlicher Runde mitspekulieren über möglicherweise versteckte Botschaften in dem Menü zur Amtseinführung Barack Obamas im Jahre 2009.

Selbstverständlich ist nicht nur das Erzählte lesenswert, auch die Menüs sind eine Klasse für sich. Wer will, kann damit mächtig angeben bei der oder dem Angebeteten. Es muss ja nicht der Strudel sein, mit dem der Lieblingsdiktator des Westens, Josip Broz Tito, einst Sophia Loren bezirzte. Obwohl der jede Sünde wert ist. Der Strudel. Frisch Verliebte oder jene, die eine Auffrischung nötig haben, könnten sich auch für das Hochzeitsmahl von Frida Kahlo oder für das von Bob Marley entscheiden. Sowohl in Mexiko als auch auf der Karibikinsel Jamaika gehts feurig zu; und die Schärfe der Chilis soll förderlich sein, nicht nur für die Verdauung. So nebenbei erfährt der Leser eine ganze Menge über Frida und Bob, und beileibe nicht alles ist gut, sympathisch oder gar nachahmenswert.

Masterplan in Alkohol

Richtig auf den Putz hauen lässt es sich mit den diversen Menüs von Feldherren oder Monarchen. Der Bogen dabei spannt sich von Cäsar und Napoleon über Wilhelm I. und Hirohito bis zu Queen Elizabeth II. Man muss nicht unbedingt Royalist sein, um die Speisen zu mögen: Wildschweinbraten in heißer Sauce (Cäsar), Huhn Marengo (Napoleon), Potage Fontange aus frischen Erbsen (Wilhelm I.), Ochsenfilet mit Gartengemüse (Hirohito) oder Seezungenfilet mit Butterbohnen (Elizabeth II.). Was Sarah Wiener erzählt, zeichnet sich durch große Detailtreue aus: Man gerät unweigerlich ins Staunen, wie sie zum Beispiel die 16 Tage andauernden Feierlichkeiten anlässlich der Thronbesteigung Hirohitos 1928 beschreibt, mit Zeremonien, mysteriösen Riten und drei Banketts in zwei Tagen. Wenn Sie das ganze Tamtam verinnerlicht haben, wissen Sie eine Menge mehr über Japans Traditionen und werden nie wieder ins Fettnäpfchen treten und den Tenno einen Kaiser nennen. Wir haben nämlich nur kein Wort in unserer Sprache für den Gottgleichen.

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Zwischen Konrad Adenauer (2.v.r.) und Willy Brandt (3.v.l.) gab es Zoff, weil der Kanzler auf seine Anwesenheit beim Kennedy-Besuch pochte, obwohl er laut Verfassung in Berlin keinerlei Befugnisse hatte.

(Foto: ©Landesarchiv Berlin/Fotograf Max Jacoby)

Etliche Geschichten sind starken Frauen vorbehalten. Wir lesen Storys und Rezepte, die sich um die Physikerin, Chemikerin und Nobelpreisträgerin Marie Curie, um Gertrude Ederle, die als erste Frau den Ärmelkanal durchschwamm, um die US-Bürgerrechtlerin Rosa Parks oder um die US-amerikanische Lyrikerin Emily Dickinson ranken. Nur drei Frauen allerdings standen auf der Gästeliste, als Konrad Adenauer, Willy Brandt und John F. Kennedy 1963 im Rathaus Schöneberg tafelten. "Betrachten wir große historische Ereignisse aus der Perspektive der dabei servierten Gerichte, werden sie menschlicher und greifbarer", so Wiener. "Das zeigt im Buch besonders deutlich etwa die Geschichte über Franklin D. Roosevelt, Winston Churchill und Josef Stalin, die mitten im Zweiten Weltkrieg bei einem Essen über die Zukunft Europas entschieden. Ein Gericht wie jenes nachzukochen, das diese drei Männer miteinander gegessen haben, ist etwas ganz Besonderes, aber zeigt auch die Absurdität politischer Verhandlungen." Und falls auch Sie es auftischen wollen - Sie müssen hinterher nicht unbedingt mit einer "nicht mehr zu erfassenden Zahl von leeren Flaschen" glänzen wie die "Großen Drei", als sie 1943 auf der Teheran-Konferenz den Masterplan besprachen.

Originalrezepte und authentische Kreationen

Nicht immer konnte Sarah Wiener Originalrezepte liefern, aus verständlichen Gründen. Oder kennen Sie jemanden, der beim letzten Abendmahl mit am Tisch saß, sich an der Seite Cäsars mit den Galliern kloppte oder mit Napoleon Bonaparte bei Marengo in der italienischen Po-Ebene gegen die Österreicher ritt? Zwar ist vieles aus jenen fernen Zeiten durch Archäologie und Kunst oder Geschichtsschreiber beantwortet worden, doch die Antworten fallen zum Teil unterschiedlich oder gar widersprüchlich aus. Und Rezepte sind nun wahrlich nicht immer aufgeschrieben worden. Wo sich detaillierte Angaben nicht mehr beschaffen ließen, recherchierte Sarah Wiener mit ihrem Team die Kochgewohnheiten der betreffenden Zeit in der Region und entwickelte auf dieser Basis authentische Kreationen. Dazu kommt, dass wir nicht alles so essen würden, wie es unseren Ahnen geschmeckt hat. Deshalb wurden Rezepte zum Teil an moderne Essgewohnheiten angepasst.

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"Yesterday", der tausende Male gecoverte Beatles-Song, handelt in seiner Urversion nicht von einer verflossenen Liebe, sondern von Rühreiern. Und schönen Mädchenbeinen.

(Foto: ©Pixabay)

Eines ihrer Auswahlkriterien war auch, welches subjektive Gefühl ein historisches Ereignis auslöst. "Das letzte Essen auf der 'Titanic' vor deren Untergang würde kaum jemand gerne nachkochen, ebenso wenig wie Henkersmahlzeiten, auch wenn die Delinquenten berühmt waren", begründet die Autorin ihre Entscheidung. Cäsars Festbankett für eine Viertelmillion Römer schon eher, auch wenn das bei unsereinem wohl zahlenmäßig weitaus bescheidener ausfallen dürfte. Oder auch das Partyessen, das der US-amerikanische Autor Truman Capote anlässlich des Welterfolgs seines Romans "Kaltblütig" der High Society servierte. Wir finden es ebenso im Buch wie das erste muslimische Fastenbrechen-Dinner eines US-Präsidenten oder das vergleichsweise frugale Mahl an Bord des Greenpeace-Schiffes "Rainbow Warrior" bei dessen erster Mission. Wenn es sich anbietet, schlägt die Autorin den Bogen bis in die Gegenwart, bei Thomas Jefferson zum Beispiel bis zu Donald Trump, bei Cäsar bis zu den herrlichen Comics über Asterix und Obelix oder bei Jesus Christus bis zu Günther Jauch.

Ausgewählt aus dem Buch "Gerichte, die die Welt veränderten" habe ich für Sie: die Nudelsuppe, mit der es der Brite Edmund Hillary und sein nepalesischer Sherpa, Tenzing Norgay, 1953 als erste Menschen auf den Mount Everest geschafft haben, den gefüllten Lammrücken, der zum opulentesten Essen der Weltgeschichte bei Schah Reza Pahlevi 1971 in der persischen Wüste gehörte, und Nancy Reagans heißgeliebtes Zitronensoufflé, bei dem Michael Gorbatschow 1985 bei der First Lady mächtig ins kulinarische Fettnäpfchen getreten ist.

Himalayische Hühner-Nudelsuppe (entwickelt von Nancy Guppy)

Zutaten für 6 Personen (oder drei hungrige Bergsteiger):

3 Tassen Hühnerbrust (zum Beispiel Reste vom Brathuhn am Vortag)
6 Tassen (ca. 1,5 l) Hühnerbrühe
½ Tasse Karotten Julienne (gestiftelt)
½ Tasse Sellerie (Julienne)
½ Tasse Schalotten (fein gewürfelt)
2 Tassen frischer Blattspinat
1 ½ Tassen Reisnudeln
1 Tasse Cocktailtomaten
1 Knoblauchzehe
½ Chilischote, mittelscharf (Julienne)
1 TL Chili, feurig
2 TL Ingwer, frisch und gerieben
2 TL Koriander, frisch
1 TL Kreuzkümmel
½ TL Szechuan-Pfeffer (auch japanischer oder chinesischer Pfeffer genannt; ersatzweise können Sie frischen schwarzen Pfeffer nehmen und die Menge etwas erhöhen)

Zubereitung:

Wer unter den Gipfeln des Himalaya kocht, schleppt nur selten eine Küchenwaage mit sich herum. Daher erfolgen die Angaben auch in Tassen und Löffelgrößen.

Hühnerfleisch in mundgerechte Stücke schneiden und beiseitelegen (sollten Sie kein übriges Brathuhn haben, können Sie ebenso gut frische Hühnerbrüste in der Hühnerbrühe pochieren).

Hühnerbrühe in einem großen Topf aufkochen. Reisnudeln (ohne Fleisch) beigeben und Herd abschalten. Etwa 10 Minuten ziehen lassen, dann sind sie weich. Die Nudeln aus dem Topf fischen, damit sie nicht zerkochen. Die Suppe aufheben.

Jetzt machen Sie die Suppenpaste: Dafür pürieren Sie Schalotten, Knoblauch, Ingwer, Cocktailtomaten, den feurigen und den milden Chili, Koriander, Kreuzkümmel und Szechuan-Pfeffer (wer mag, kann auch mit 1 EL Limettensaft ergänzen) mit einem Mixer oder in der Küchenmaschine (auf dem Berg mit einem großen Stein in einem Blechteller zerstampfen). Die Masse sollte jedenfalls gleichmäßig sämig sein.

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Feinster Treibstoff für den Turbo: Himalayische Hühner-Nudelsuppe.

(Foto: ©Lukas Beck)

Nun Öl in einem Topf erhitzen, die Suppenpaste beigeben und 30 Sekunden kräftig brutzeln lassen, dabei aber stets rühren. Mit der Hühnerbrühe löschen, das Fleisch beigeben sowie das vorgeschnittene Gemüse (Karotten, Sellerie, Spinat). Die Suppe nun gut 5 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse bissfest bis weich ist.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken, die Reisnudeln in Teller portionieren, mit Suppe übergießen, etwas frischen Kreuzkümmel obendrauf zur Garnitur geben – und sofort servieren.

Tipp: Achtung, diese Suppe ist ziemlich bis sehr pikant. Wer es weniger scharf möchte, sollte auf den Chili entweder verzichten oder eine mildere Sorte einsetzen. Das Gleiche gilt für den Szechuan-Pfeffer.

Lammrücken, gefüllt und im eigenen Saft geschmort

Zutaten für 6 Personen:

½ Lammrücken (ausgelöst, ca. 600 g)
100 g Blattspinat, frisch
40 g Erdnüsse, geröstet
1 Ei
5 cl Weißwein, trocken
1 Zweig Thymian
1 Knoblauchzehe
2 Stängel Basilikum
2 EL Olivenöl
20 g Butter
Unbehandeltes Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

Blattspinat waschen und gut abtropfen lassen. In einem Kochtopf mit zerlassener Butter auf heißer Flamme anschwitzen. Mit dem Messer in grobe Stücke schneiden. Basilikum fein hacken. Die Erdnüsse grob hacken und in der Pfanne 2 Minuten anrösten.

In einer Schüssel Basilikum, Blattspinat, Nüsse und Ei vermischen, salzen, pfeffern und die Farce beiseitestellen. Backofen auf 180 °C vorheizen.

Den Lammrücken auf der Arbeitsplatte auslegen und auf der Innenseite salzen und pfeffern. Den Thymian aufs Fleisch zupfen, dann das Lamm mit der Farce gleichmäßig bestreichen, kraftvoll einrollen und mit Küchengarn binden. Abermals, jetzt auf der Außenseite, salzen und pfeffern.

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Bei der dreitägigen Völlerei in der persischen Wüste stand auch Lammrücken auf der Tafel.

(Foto: ©Lukas Beck)

1 EL Olivenöl in einer Kasserolle erhitzen und das Lamm ca. 6 Minuten rundum anbraten, sodass es schön braun wird. Den Knoblauch hinzugeben und für 8 Minuten sanft brutzeln lassen, dann zudecken und weitere 8 Minuten braten. Danach das Fleisch 5 Minuten, mit Alufolie bedeckt, auf einem Holzbrett ruhen lassen.

Die Kasserolle entfetten,  auf die heiße Platte stellen, den Wein reingießen und größtenteils verdunsten lassen. Etwas Wasser (5 cl) dazugeben und 5 Minuten köcheln lassen. Den Sud mit dem restlichen Olivenöl versetzen, sodass er eine perlende Struktur erhält.

Den Lammrücken aufschneiden und mit dem Bratensaft in einer Sauciere servieren.

Heißes Zitronensoufflé mit Himbeersauce

Von zahlreichen US-Präsidenten sind die Original-Lieblingsrezepte der First-Familys in einer historischen Sammlung zusammengefasst. Bei den Reagans sind es in Summe neun Gerichte, die darin zu finden sind – von Rancho California Rice über Macaroni and Cheese bis hin zu Vienna Chocolate Bars. Hier nun aber das Zitronensoufflé:

Zutaten für 4 Personen:

Für das Soufflé:
150 ml Heumilch
1 Vanilleschote, das Mark davon
Zesten einer Bio-Zitrone
50 g Butter plus zusätzlich ein wenig zum Einfetten
30 g Mehl
100 g Feinkristallzucker
Saft von ½ Zitrone
3 große Eier, Eiweiß und Dotter getrennt
Für die Himbeersauce:
100 g Kristallzucker
1 TL Rosenwasser (am besten aus den Rosen im eigenen Garten hergestellt oder im Fachhandel erhältlich)
100 ml Wasser
50 ml Weißwein, trocken
200 g Himbeeren (am besten frisch aus dem Garten)

Zubereitung:

Den Ofen auf 220 °C vorheizen. Milch, Vanille, Zitronenzesten und die Hälfte des Zuckers in einem Topf bei mittlerer Hitze erhitzen und direkt vor dem Aufkochen vom Herd nehmen. In einem zweiten Topf  die Butter schmelzen, Mehl beigeben und verrühren.

Die heiße Milchmixtur nach und nach der Mehlschwitze unter Rühren beimengen, bis die Masse eindickt. Inzwischen mit Schneebesen oder Mixer den Zitronensaft mit dem Eigelb schaumig schlagen (3–5 Minuten). Nun mit der heißen Milchmischung zu einem sämigen Pudding verrühren. In einer Extraschüssel das Eiweiß mit der anderen Hälfte des Zuckers steifschlagen.

4 Auflaufförmchen mit Butter einfetten und mit Zucker besprenkeln, sodass er an den Innenseiten anhaftet. Jetzt die Soufflé-Mixtur in die Förmchen gießen, sodass sie fast bis obenhin gefüllt sind. Mit dem Daumen am Rand eine kleine Vertiefung machen, das hilft dem Soufflé beim Aufgehen.

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Bei der Genfer Gipfelkonferenz, die das Ende des Kalten Krieges einleitete, sagte Gorbatschow beim Soufflé zu Nancy Reagan: "Oh, ist das gut!" Und dann: "Ich mag es. Wie nennen Sie es?"

(Foto: ©Lukas Beck)

Nun die Förmchen auf ein Backblech stellen und für 10–12 Minuten in den Ofen geben (jedenfalls so lange, bis die Oberfläche goldbraun ist).

Für die Sauce den Zucker, Rosenwasser, Wasser und Wein in einen Topf geben, bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Hitze reduzieren und 5 Minuten köcheln lassen (jedenfalls so lange, bis die Flüssigkeit eindickt). Die Himbeeren beigeben und 1 Minute umrühren. Mit einem Handmixer durchmixen und die Sauce durch ein Sieb passieren.

Die Soufflés aus dem Ofen holen und auf Tellerchen stellen. Mit einem Löffel an der obersten Spitze ein Loch ausschaben, die Sauce hineingießen und servieren.

Mir haben die "Gerichte, die die Welt veränderten" viel Freude bereitet, die diversen Fehler weniger. Ein Prüfprogramm ersetzt eben doch keinen Korrektor! Den Makel dem Buch anzulasten, wäre ungerecht; Ihre Heidi Driesner