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Von wegen Krise Auktionsrekord für Richter in New York

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Richters Domplatz zieht den Betrachter in die Tiefe. Es fasziniert auch deshalb, weil das Gehirn versucht, die Strukturen zu ordnen. Es lässt nicht mehr los.

(Foto: dpa)

Der Kunstmarkt scheint von Mäßigung noch nichts gehört zu haben. Teilweise zum Fünffachen des Schätzpreises werden bei Sotheby's Bilder versteigert - und die Rekorde purzeln. Ein Bild des deutschen Malers Gerhard Richter bringt gar den höchsten Preis, der je für ein Werk eines Künstlers zu dessen Lebzeiten erzielt wurde.

Das Bild "Domplatz, Mailand" des Malers Gerhard Richter ist bei Sotheby's in New York für 37,1 Millionen Dollar (knapp 29 Millionen Euro) versteigert worden. Nach Angaben des Kunsthändlers war das ein Auktionsrekord für den Deutschen. Das ist der höchste Preis, der je für ein Werk eines Künstlers zu dessen Lebzeiten erzielt wurde. Es war trotzdem nur das zweitteuerste Bild der Sotheby's-Frühjahrsauktion für zeitgenössische Kunst. Am Dienstagabend fielen mehrere Auktionsrekorde, auch wenn ein aufwendig beworbenes Bild liegenblieb.

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War für knapp 44 Mio. Dollar zu haben: Onement VI von Barnett Newman. Tobias Meyer, Chefauktionator bei Sotheby's, erklärt, weshalb das Bild gut ist.

(Foto: dpa)

Das teuerste Bild war von Barnett Newman. Sein "Onement VI" ging letztlich f ür mehr als 43,8 Millionen weg. Es zeigt, 2,60 Meter hoch und mehr als drei Meter breit, zwei blaue Flächen. Es entstand 1953 und war übrigens das Lieblingsobjekt von Chefauktionator Tobias Meyer. Richters "Domplatz, Mailand" ist von 1968 und fast drei Meter hoch. Es zeigt den Vorplatz der Kathedrale von Mailand und wirkt wie ein unscharfes Schwarz-Weiß-Foto - eine von Richter gern genutzte Technik für seine fotorealistischen Arbeiten.

Beide Bilder wurden auf 30 bis 40 Millionen Dollar geschätzt, genau wie die "Study for a Portrait of P.L." von Francis Bacon. Das Gemälde zeigt Peter Lacy, Bacons ehemaligen Geliebten, dem eine große Bedeutung für die Arbeiten Bacons zugeschrieben wird. Gemalt hat es der Künstler wenige Monate nach Lacys Tod im Jahr 1962. Das Porträt war seit 1972 nicht mehr öffentlich zu sehen. Doch der Bacon blieb liegen und war eines von elf von insgesamt 64 Exponaten, die nicht verkauft wurden.

Kein Interesse an Warhol

Das gleiche Schicksal teilten Arbeiten von Andy Warhol, Jeff Koons, Roy Lichtenstein und Mark Rothko. Eine untypische Arbeit von Jackson Pollock, "The Blue Unconscious" von 1946, wurde zwar verkauft, mit 20 Millionen aber zum untersten Rand des Erwarteten. Andy Warhols "Selfportrait (Camouflage)" blieb mit knapp sieben Millionen sogar leicht unter dem Schätzpreis, ein anderes Bild sogar deutlich.

Anfangs wurde fast jedes Werk über dem Schätzpreis verkauft, zum Teil zum Fünffachen. "Lydian" von John Currin, ein fast noch feuchtes wenige Wochen altes Bild war auf 600.000 Dollar geschätzt, brachte aber fast drei Millionen. Nicht selten gab es Applaus, wenn ein Bieter ein paar Stufen übersprang und gleich mit einer hohen Summe einstieg. Das teuerste Bild des Abends, der Newman, wurde allerdings an einen unsichtbaren Telefonbieter verkauft.

Quelle: ntv.de, dpa

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