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"Let's Dance" – Halbfinale Das brusthaarbefreite Glück des Lück

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Ingolf Lück hat nächsten Freitag schon was vor.

(Foto: RTL)

Die "Cojones" nach vorn, das Brusthaar ab: Jetzt geht es um die Wurst. Welche Tänze berühren? Wieso sind die besten Tänzer am Ende raus? Und was hat das alles mit Staubsaugern und Scheibenwischern zu tun? Das lesen Sie hier!

"Ich habe mir für diesen Tanz extra meine Brusthaare abrasiert", sagt Ingolf Lück nach seinem Paso Doble, den er wie ein stolzer Matador, mit toller "maskuliner Attitüde" und einem Eins-a-Einsatz seiner "Cojones" darbietet.

Halbfinale bei "Let's Dance": Jetzt geht es um die Wurst, nun schaut die Jury mit Argusaugen: Wer ist finalwürdig, wer hat es verdient, den Pokal mit nach Hause zu nehmen und künftig als Bowle-Gefäß zu benutzen? Wer hoppelt zu viel, wer steht nur semi-schön im Arm?

Miss Vicky, die diesmal ein traumhaftes Federkleid aus Hitchcocks Vögeln aufträgt, will von Lück wissen, warum er mit Ekat nächsten Freitag im Finale tanzen möchte. Darauf der coolste Brusthaarbefreite von ganz Bielefeld: "Weil ich für Freitag noch nichts vorhabe."

Erst der Staubsauger, dann der Scheibenwischer

Neben zwei Einzeltänzen müssen die vier verbliebenen Kandidaten auch einen "Impro Dance" einstudieren. Das "Extreme": Sie haben dafür gerade einmal drei Minuten Zeit. Ingolf und Ekat müssen einen Quickstepp tanzen, das war diese Pferdchen-Nummer, die bereits Wochen zurückliegt und Llambi überhaupt nicht gefallen hatte. Aber Schritte und ihre Folgen merkt man sich am besten mit ganz banalen Dingen "aus dem Haushalt": Los, jetzt machen wir "den Staubsauger", dann kommt "der Scheibenwischer" dran, offenbart die tanzende Hüfte.

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Barbara mit einer leckeren Rumba.

(Foto: RTL)

Was man in dieser Woche unbedingt erwähnen muss: Trainieren bei 30 Grad ist natürlich alles andere als erquickend. Obwohl auch Barbara die Hitze zu schaffen macht, gelingt ihr ein "wilder Jive mit vielen Kicks". Jorge, dieses Mal in der Optik eines teetrinkenden Martial Arts-Kämpfers, sind zwar zwei, drei kleine Patzer aufgefallen, aber dafür lobt El Cheffe Llambi den "ordentlichen Grundschritt".

Und sowieso: Alle vier Paare haben es "mehr als verdient", ins Finale zu kommen. Wenn man sich aber mal anschaut, mit welcher elfenhaften Leichtigkeit Model Barbara den "Impro Dance" - eine Rumba - darbietet, kann man einfach nur sagen: "Wow!" Motsi findet deutlichere Worte: "Das war extrem sexy, nice, mmh ..., lecker!"

In erster Linie ist "Let's Dance" ja eine Familienshow. Vielleicht sind auch deshalb gefühlt jedes Mal die Lochi Twins mit dabei, obwohl sie schon vor Wochen abtanzen mussten. Das Schöne aber ist, dass man als Zuschauer über die lange Zeit mit den Tänzern ein Stück weit zusammenwächst. Judith Williams, anfangs die Businessfrau mit der "angezogenen Handbremse" und dem "strengen Gesichtsausdruck", zeigt jetzt ihre "weiche, verletzliche Seite".

In schwarzer Spitze tanzt sie den Tango Argentino mit einer solchen Leichtigkeit, dass Jorge glatt Gänsehaut bekommt. Bei ihrer Samba aber geht vor allem ihr Tanzpartner Erich ab durch die Decke. Und obwohl der "Impro Dance" - ein Cha-Cha-Cha - etwas neben dem Takt liegt, kassiert Williams 25 Punkte.

Authentizität ist das A und O

Tanzen ist Leidenschaft, Tanzen hat aber auch viel mit Glaubwürdigkeit zu tun. Das Publikum ist hart, der Zuschauer will nicht nur unterhalten, er will mitgerissen werden. Authentizität ist das A und O. Was ist nur Show, was sind tiefe, ehrliche Gefühle, die die Leute vor den Fernsehern berühren? Bei Julia Dietze war das Publikum schon sehr früh in dieser Staffel zwiegespalten. Viele Zuschauer kritisierten zudem, dass sie stets das Gefühl hatten, die Schauspielerin würde vor allem von Llambi bevorzugt.

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Julia und Massimo haben ausgetanzt.

(Foto: RTL)

Im Halbfinale tanzt Dietze erst eine "lebensfrohe" Samba in fluffiger Fransenhose, dann einen aggressiven Paso Doble "ohne Chi-Chi und ohne Schnickschnack". Dafür heimst sie mit Massimo 30 Punkte ein. Den Jury-Boss begeistert vor allem Dietzes "tolle Isolation".

Als sie dann aber ein wenig ob der unsäglichen Hitze dieser Tage schwächelt ("körperlich richtig richtig fertig"), nimmt man ihr das nicht so richtig ab. Julia Dietze würde selbst in der Wüste noch alles geben. Sie kämpft, sie beißt sich durch. Dass sie aber bereits jetzt von einem vorzeitig einstudierten Tanz fürs Finale schwärmt, obwohl sie da noch gar nicht drin ist, nehmen ihr die Zuschauer offenbar übel, frei nach dem Motto: Auch wenn ein Paar in einer Show auf dem ersten Platz ist, sollte es sich seiner Sache nie sicher sein.

"Der schönste Quickie ever"

Dietzes "Impro Dance Extreme" ist ein Walzer mit "vielen Drehungen und einem guten Flow", wie die Jury anmerkt. In den sozialen Netzwerken, in denen viele Leute leider auch immer ein bisschen so wirken, als hätten sie Schaum vorm Mund, sieht das Urteil indes ganz anders aus: "Sorry, aber Ingolf wurde schlechter bewertet, hatte aber viel mehr Tanzschritte." Ein anderer schreibt: "Sie lässt sich von einer Minute Tanzzeit mehr als die Hälfte von Massimo tragen!"

Am Ende der Show sieht es wie folgt aus: Julia und Massimo sind auf Platz 1, Ingolf und Ekat sind im Ranking die letzten. Auf Massimos Spruch, den "Impro Dance" als "schönsten Quickie ever" zu bezeichnen, entgegnet Hartwich in Anspielung auf Sinatos Gattin herrlich trocken: "Das wird Rebecca aber freuen!" Autsch, das hat gesessen!

Und so bekommt das Tanzpaar, das so oft die Zehnerkellen sah, kurz vorm Finale die Quittung: alles aus und vorbei. Und Ingolf? Der hat jetzt nächste Woche doch was vor: "Staubsauger, Scheibenwischer, Staubsauger, Scheibenwischer..."

Quelle: n-tv.de

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