Unterhaltung

"Promi Big Brother" - Tag 9 Das traurige Geheimnis der Katja K.

Katja spricht über ihre Vergangenheit.

Katja spricht über ihre Vergangenheit.

Es gibt einen Bewohner, von dem der Zuschauer nichts weiß, sein Name: Maxi. Tag 9 ist der Tag, an dem Katja ein Geheimnis lüftet. Doch unterhaltungstechnisch ist Tag 9 noch viel mehr - einer der schwärzesten Tage des deutschen Trash-TV.

Hinter jeder noch so kühl wirkenden Maske steckt ein Mensch. Ein Mensch mit Gefühlen, ein Mensch mit Vergangenheit, die manchmal schmerzt. Katja Krasavice, die Frau, die der Zuschauer seit nun mehr einer Woche in den billigsten Outfits kennenlernen durfte und deren Schmuddel-Image ihr Kapital ist, hütet ein Geheimnis.

Unox, der stille Mann im Hintergrund.

Unox, der stille Mann im Hintergrund.

Dieses möchte sie gern mit dem Zuschauer teilen, doch es fällt ihr schwer, darüber zu sprechen. Also nimmt sie ein paar Anläufe, bevor sie sich offenbart: Sie habe in ihrem Leben schon schwere Schicksalsschläge erleiden müssen, in der Schule sei sie "mega ausgegrenzt" worden, einer ihrer Brüder habe sich das Leben genommen, der andere sei an Krebs gestorben, aber das sei nicht das Geheimnis, das sei nur die Vorgeschichte und die "ist wichtig, damit man den Zusammenhang besser versteht."

"Ich fühle mich leer"

Durch den Verlust ihrer beiden Brüder, so Katja, wurde sie lebensmüde. Doch sie musste stark sein, wurde ein eisiger Mensch, der sich "anpasst", "keine Emotionen zulassen kann". Das ging immer gut - bis sie schwanger wurde und abtrieb. "Ich will nicht, dass mein Kind wegen mir leidet, ich habe dem Kind einfach keine Chance geben. Ich wusste nicht einmal, von wem es war. Ich kann ja mit Männern keine Beziehung haben, ich fühle mich leer."

Vielleicht ist die zeitliche Platzierung dieser Geschichte ein Schachzug, ausgeklügelt von ihrem Management, aber nichts von alldem ist spaßig. Fakt ist: Niemand kann in Katjas Kopf sehen und weiß, wie es wirklich in ihr aussieht.

Es ist sehr schwer, nach diesem emotionalen Einschlag zum Tagesgeschehen überzugehen. Die Bereiche sind ja gerade neu gemischt und jede Gruppe versucht, gute Energie zu tanken. Mike gelingt das nicht. Probleme mit den Nieren, Durchfall, Sehnsucht nach dem Hund. Doch er arrangiert sich mit dem kargen Leben auf der Baustelle, so gut es geht.

Wer im Glashaus sitzt ...

Max und Moritz.

Max und Moritz.

In der Villa hingegen hängt der Haussegen schief. Die Neu-Bewohner sind not amused, dass die Hütte von der Party-Gang so schmuddelig hinterlassen wurde, überall Flecken und Schmutzwäsche. Dafür verstehen sich Alphonso und Johannes prächtig. Sie necken sich gern gegenseitig, sind wie "Max und Moritz".

Ein Duell gibt es auch wieder. Ganz im Stile von "Ninja Warrior" müssen Umut (Team Baustelle) und Johannes (Team Villa) einen Parcours bewältigen. Der frierende, leicht entkräftete Umut ist elf Sekunden langsamer und verliert, ganz zum Leidwesen von Silvia Wollny, die es überhaupt nicht okay findet, dass der Johannes so auf seinem Platz an der Sonne beharrt. "Der arme Uno hätte es verdient, in die Villa zu kommen" - schimpft ausgerechnet die, die sich am Vortag als Einzige selbst hineingewählt hat.

"Ich nominiere Maxi"

Wenigstens rückt die Zeit näher, in der das alles bald vorbei ist. Ab jetzt müssen die Bewohner einander nominieren und ihre Wahl begründen. Freilich werden hier gern die schönsten Caritas-Gründe genannt: "Der vermisst seinen Hund, mit dem habe ich am wenigsten zu tun." Alphonso spricht Tacheles: "Ich nominiere Chethrin, weil sie unehrlich und nicht aufrecht ist." Auch schön: Mama Wollny nominiert "Maxi" - "der dat' Tuch immer anhat" (Mike). Derweil weint "Caro" aus einem anderen Grund: keine Kippen mehr da. Der Jutebeutel (in dem die Glimmstängel waren) ist weg, vielleicht geklaut, "oder jemand von der Produktion hat ihn."

Am Ende stehen Mike und Chethrin auf der Nominierungsliste. Der Zuschauer erlöst den Schweizer vom Horror, "seiner Intimsphäre beraubt worden zu sein" und schenkt ihm die Option auf ein sauberes Klo. Indes versucht Chethrin, sich den Schuss vor den Bug nicht anmerken zu lassen: "Mein Manager hat gesagt, ich soll mir treu bleiben. Ich muss nicht schleimen, ich wäre jetzt nicht am Boden zerstört gewesen, wenn ich heute hätte gehen müssen." Okay, dann geht sie halt morgen.

Eine liebes Wesen namens Umut

Was auffällt: Wenn es wirklich drauf ankommt, ist er nicht da, dieser nice Völzi. Keine verliebten Blicke, keine zärtliche Berührung an der Schulter, die beiden scheinen sehr weit voneinander entfernt zu sein. All die kleinen Gesten der Zuneigung bleiben unsichtbar. Die sehen wir nur bei diesem lieben Wesen hier: Umut! Immer hilfsbereit, ein ehrliches Lächeln im Gesicht, keine Spur von Hinterfotzigkeit. Ein leiser Mann, der sich nicht in den Vordergrund schiebt und deswegen weniger wahrgenommen wird, frei nach Brecht: "Denn die einen sind im Dunkeln, und die andern sind im Licht. Und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht."

Fazit an Tag 9: Alles ganz schlimmer Horror.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema