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"Let's Dance" Don Juan Jimi wird zum heißen Torero

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Jimi wird zum Don Juan.

(Foto: Facebook/RTL)

Die alten Showpferde tanzen mit Feuer im Hintern, Julia rührt zu Tränen und Victoria tritt ins Fettnäpfchen. Ihr Fauxpas sorgt im Netz für kollektive Schnappatmung. Gehen muss am Ende ausgerechnet eine, von der man sich viel mehr versprochen hatte.

"Da weeß ick jar nüscht drüba, inne 80er war ja noch DDR", antwortet eine feinste Berliner Kodderschnauze auf die von Jimi Blue Ochsenknecht gestellte Frage, was er wohl in den 80er-Jahren am coolsten fand.

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Kann auch anders als nur lieb gucken - Judith.

(Foto: Facebook/RTL)

Es ist Freitagabend und damit Tanzzeit. Hartwich ist vom Sterbebett gekraxelt, Motsi bestätigt in einem güldenen Göttinnen-Kleid die hartnäckigen Babygerüchte und Jorge wird zum fleischgewordenen Boy George-Traum. Schräge Frisuren, Neonfarben und nice Blousons: "Let's Dance" feiert die Achtziger.

Doch was ist bloß mit Jimi Blue passiert? Ist er etwa in den Kupferkessel von Asterix geplumpst? Niemand hat "den Langen" auf dem Schirm, doch auf einmal wird aus dem "Schwiegersöhnchen ein Torero", der nicht nur aussieht wie der junge Antonio Banderas, sondern mit seiner feurigen Paso Doble Darbietung für Ausraster im Publikum sorgt. Motsi feiert ihren "Don Juan Jimi", Llambi schwärmt von dessen "tollen Linien" und Jimis Schwester vergießt im Publikum Tränen der Rührung.

Standing Ovation für "die tanzende Leitplanke"

Ordentlich Feuer hat auch Thomas Hermanns, "das alte Showpferd". Angeblich soll der Tausendsassa in einer Episode seines "Quatsch Comedy Clubs" einst gesagt haben: Beim Parkett-Tanzen gibt es nur drei Gesichtsausdrücke: "Überraschtes Ö-Mündchen, leidenschaftlich tuntig und Fozzie Bär auf Ecstasy." Dies alles beherrscht die "tanzende Leitplanke" aus dem Effeff.

Wieder einmal zeigen die alten Hasen den Jungen, wie schön es aussieht, wenn man die angezogene Handbremse lockert. Hermanns viele Rhythmuswechsel während seines Cha-Cha-Chas, dazu diese pinke Hose und der smarte Gesichtsausdruck - "unbezahlbar". Dreimal neun Punkte. Standing Ovation. Ganz großes Kino.

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Ingolf fackelt fast die Bude ab.

(Foto: Facebook/RTL)

Eher was für die Raucherpause ist Roman Lochmanns Videoclip-Adaption. "Lochi" taugt wenig als Sting-Epigone oder Beastie Boy, dafür ist der Slowfox des charmanten Schleichers gar nicht mal so übel. "Hoche" lobt zwar die schöne "Schulterlinie", der "Popo ist aber leider noch zu weit hinten".

Ja, Ausdruck ist beim Tanzen nun mal sehr wichtig. Das weiß auch der "sehr reservierte" Bela Klentze, der "bis vor kurzem noch nicht mal wusste, dass er eine Hüfte hat". Nun tanzt er den Jive zu I’m Still Standing von Elton John, doch "Onkel Llambi", der ewige Grantler schlägt auch in dieser Woche nur wenig versöhnliche Töne an. Es wird an den Kicks und der "fehlenden Kondi" gemäkelt. Bela, dein Fokus ist einfach noch zu "composed", "riskier mal was!"

Wie das geht, zeigt Powerfrau Judith Williams. Mehrfach wurde sie ja bereits wegen ihres zu lieben Gesichtsausdrucks kritisiert. Weniger grinsen, mehr Sexyness. Es dauert genau einen Cha-Cha-Cha und Williams mutiert zum Senkrechtstarter auf der Sexyness-Skala. Die Jury lobt sie für ihren Glamour und ihre Leichtigkeit.

"Hast du abgenommen?"

Fettnäpfchen gibt es freilich auch. Da fragt die eh schon zuhauf kritisierte Victoria Swarovski tatsächlich Iris Mareike Steen: "Du hast so ein schönes schmales Gesicht bekommen, hast du abgenommen?" Garantiert nicht böse gemeint, aber leider sehr unglücklich formuliert - das Internet krakeelt sich fast das Gaumenzäpfchen aus dem Hals und beruhigt sich erst wieder, als "das liebe Menschlein" Chakall mit putzigem Blick eine Rumba versemmelt.

Bei dem einen oder anderen Promi haben die Profi-Tänzer viel Arbeit zu leisten, aber siehe da, bei Heiko "Lochi" haben sich Schweiß und Qualen gelohnt. Während "Hurra, hurra die Schule brennt", tanzt der 18-Jährige einen sehr passablen Quickstep und verdient sich gute Noten.

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Jessie kann ihr Ausscheiden kaum fassen.

(Foto: Facebook/RTL)

Zu den Granaten der Show zählt Ingolf Lück. Dieser Gesichtsausdruck, diese Körperspannung: Und dann tanzt er den Tango auch noch, als habe er sein ganzes Leben lang nichts anderes gemacht. Die Hütte brennt, das Publikum springt von den Stühlen, Ingo-Fan Motsi quiekt verzückt: "Ich liebe es". Oder um es mit den Worten des Bosses zu sagen: "Die alten Männer rocken wieder das Haus."

Julia rührt zu Tränen, Jessie nicht

Für den Gänsehautmoment des Abends sorgt Julia Dietze mit einer Rumba zu Purple Rain von Prince. Die Schauspielerin widmet den Tanz ihrem Vater, der im Publikum sitzt und nach dem Tod der Mutter sie und ihre Geschwister allein großzog. Ja, sie hat "schöne Füße" und "schöne Arme", aber sie tanzt auch so leidenschaftlich, dass einem ein bisschen das Herz bricht. Sogar bei Tanzkollegin Charlotte Würdig kullern die Tränen. Charlotte, du musst nicht weinen, du hast in deinem roten Medizin-nach-Noten-Dress auch eine "sehr gute Hüftaktion" dargeboten!

Verabschieden müssen wir uns nach Show Nummer Drei - oh Schreck! - tatsächlich von Bachelorette Jessica Paszka. Jessie tanzte besser als der putzige TV-Koch und "grundsätzlich war der Flow" in ihrem Slowfox auch da, also was lief nur schief? Nahmen ihr die Zuschauer übel, dass sie ihren Tanzpartner Robert Beitsch vielleicht ein bisschen zu sehr tätschelte? Die vielen Umarmungen, gepaart mit diesem leicht trotzigen Kleinkind-Sprech? Wir wissen es nicht. Tschüss, Jessie, es war sehr taktvoll mit dir.

Quelle: n-tv.de

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