Unterhaltung

Ecclestone landet im Kiesbett Hitler "konnte Dinge erledigen"

Formel-1-Chef Ecclestone hat augenscheinlich fragwürdige Einstellungen über politische Systeme. Demokratien hätten "nichts Gutes getan" und Hitler habe lediglich "die Orientierung verloren".

2ksi1417.jpg8778395957047112158.jpg

Bernie Ecclestone erklärt uns die Welt und ihre Geschichte.

(Foto: dpa)

Formel-Eins-Chef Bernie Ecclestone hat mit lobenden Worten über Adolf Hitler in Großbritannien für Empörung gesorgt. In einem Interview mit der konservativen britischen Zeitung "The Times" sagte Ecclestone, dass Hitler viele Menschen befehligt habe und in der Lage gewesen sei, "Dinge zu erledigen".

Er sei sich auch nicht sicher, ob der deutsche Diktator die Verbrechen der Nazis tatsächlich habe begehen wollen, sagte der 78-Jährige der Zeitung. Am Ende habe Hitler allerdings "die Orientierung verloren". Daher sei er letztlich "kein sehr guter Diktator" gewesen", fasst Ecclestone seine Weltsicht in Worte.

"Nur Hussein konnte das Land kontrollieren"

In dem Interview sagte der Milliardär, er ziehe totalitäre Regime Demokratien vor, die "für viele Länder nichts Gutes getan" hätten. "Politiker machen sich zu viele Sorgen über Wahlen", sagte er. "Wir haben etwas Schreckliches gemacht, als wir die Idee unterstützten, Saddam Hussein loszuwerden. Er war der Einzige, der dieses Land kontrollieren konnte", sagte der Brite mit Blick auf den Irak. Dies gelte im Übrigen auch für die Taliban in Afghanistan.

"Ich ziehe starke Führer vor. Margaret Thatcher traf Entscheidungen und zog den Job durch. Sie hat das Land langsam hochgebracht. Wir haben zugelassen, dass es wieder bergab geht. All diese Kerle, Gordon und Tony, versuchen jedem zu gefallen", sagte er mit Blick auf Premierminister Gordon Brown und dessen Vorgänger Tony Blair.

Im Juni hatte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo dem britischen Motorsportboss Max Mosley vorgeworfen, sich wie ein Diktator zu verhalten. Darauf angesprochen, sprach Ecclestone in dem "Times"-Interview über Diktatoren im Allgemeinen.

"Keine Ahnung oder überhaupt kein Urteilsvermögen"

Politiker und Publizisten reagierten fassungslos auf die Äußerungen. "Entweder ist Herr Ecclestone ein Idiot oder hat eine abstoßende Moral", sagte der Herausgeber der jüdischen Zeitung "Jewish Chronicle", Stephen Pollard. Ähnlich äußerte sich der Labour-Abgeordnete und Vorsitzende eines Forschungsinstituts zum Antisemitismus, Denis MacShane: "Wenn Herr Ecclestone ernsthaft glaubt, dass Hitler dazu überredet werden musste, sechs Millionen Juden zu ermorden, jedes europäische Land zu überfallen und London zu bombardieren, dann hat er entweder von Geschichte keine Ahnung oder überhaupt kein Urteilsvermögen."

Ecclestone gilt seit Jahren als der starke Mann in der Formel-1- Szene. Anfang der 80er Jahre erreichte der Sohn einer Arbeiterfamilie mit einem neuen Konzept seinen Durchbruch als Formel-1-Manager. Er wurde Präsident der Formula One Administration (FOA), Vizepräsident des Weltverbandes FIA und ist nun als erster Geschäftsführer der Formel-1-Vermarktungsgesellschaft SLEC Holding tätig.

Quelle: ntv.de, kkl/dpa/afp

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.