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Murray drohen vier Jahre Haft Jury im Jackson-Prozess steht

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Die Anhörungen von Conrad Murray werden im Fernsehen übertragen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Fünf Frauen und sieben Männer werden ab dem 27. September über den Leibarzt von Michael Jackson richten. Die zwölf Geschworenen wurden nach tagelangen Prüfungen in Los Angeles benannt. Sie werden nun Zeugen, Staatsanwälte und Verteidiger hören und müssen dann entscheiden, ob der Arzt Conrad Murray für den Tod des "King of Pop" verantwortlich war.

Murray wird vorgeworfen, für den Tod Jacksons durch eine Überdosis des Betäubungsmittels Propofol im Juni 2009 verantwortlich zu sein. Der Arzt weist den Vorwurf der fahrlässigen Tötung zurück. Wegen der enormen öffentlichen Interesses an dem Fall werden die Anhörungen im Fernsehen live übertragen. Allerdings sollen die Geschworenen selbst nicht zu sehen sein. "Zu keiner Zeit werden Geschworene fotografiert, gefilmt und anderswie abgebildet", sagte Richter Michael Pastor zu den Ausgewählten. "Wir nehmen Ihre Privatsphäre sehr ernst."

Ersatzgeschworene stehen bereit

Sollte aus irgendeinem Grund ein Jury-Mitglied ausfallen, stehen fünf Ersatzgeschworene bereit: Drei Frauen und zwei Männer müssen sich für diesen Fall bereithalten. Sie wurden ebenso wie die Hauptgeschworenen aus insgesamt 84 potenziellen Jury-Mitgliedern ausgewählt.

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Michael Jackson stirbt am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren an einer Überdosis Propofol.

(Foto: picture alliance / dpa)

Während des gut zweiwöchigen Auswahlprozesses mussten sie vor allem nachweisen, dass sie durch die bisherige Medienberichterstattung über den Tod von Michael Jackson nicht voreingenommen sind. Dies ist aber sehr schwierig: Als nur noch 27 Kandidaten verblieben, stellte ein Anwalt Murrays die Frage, wer "aufrichtig" sagen könne, dass er gar nichts über Jackson oder seinen Arzt wisse. Daraufhin hob niemand die Hand.

Nach der Auswahl der Jury sollen nun Anklage und Verteidigung ihre Plädoyers halten. Die im Fernsehen übertragenen Anhörungen sind auf etwa fünf Wochen angesetzt. Im Fall einer Verurteilung drohen Murray bis zu vier Jahre Haft.

Gab sich Jackson die Überdosis selbst?

Michael Jackson war am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren in Los Angeles an einer Überdosis des Betäubungsmittels Propofol gestorben. Murray hat zugegeben, den unter Schlafstörungen leidenden Jackson in den Stunden vor dessen Ableben neben anderen Mitteln auch das sonst nur bei Operationen verwendete Propofol verabreicht zu haben.

Allerdings besteht der Arzt darauf, dass dies auf den ausdrücklichen Wunsch des Musikers geschehen sei und die Menge nicht zum Tod habe führen können. Seine Verteidigung argumentiert, dass sich Jackson womöglich selbst eine Extradosis des Narkosemittels gegeben habe, als Murray den Raum verlassen hatte.

Der Prozess sollte ursprünglich schon im Mai beginnen, Murrays Anwälte hatten aber einen Aufschub verlangt, weil sie nach eigenen Angaben mehr Zeit für die Vorbereitung auf das Verfahren benötigten. Sie rechnen mit einem nie dagewesenen Interesse der Öffentlichkeit und zogen Vergleiche zu dem spektakulären Mordprozess gegen den früheren US-Footballstar O.J. Simpson Mitte der 90er Jahre.

Quelle: ntv.de, AFP