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Zank um Strip beim Abiball Micaela Schäfer findet Aufregung "gestrig"

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Sieht das moderne Frauenbild tatsächlich so aus? Micaela Schäfer.

(Foto: imago/eventfoto54)

Was ist feministisch? Und was frauenfeindlich? Der Streit um Micaela Schäfers Strip beim Abiball zeigt die Uneinigkeit in dieser Frage. Während der Schuldirektor die Aktion mit Blick auf das Frauenbild verurteilt, zahlt es ihm Schäfer nun mit gleicher Münze zurück.

Fragte man Alice Schwarzer, fiele die Antwort wohl eindeutig aus: Wenn eine Frau sich vor den gierigen Blicken Tausender Zuschauer auszieht, hat das mit Feminismus nur wenig zu tun.

Auch der Direktor der Höheren Technischen Lehranstalt im österreichischen Wels, Bertram Geigl, denkt offenbar ähnlich. Dass Micaela Schäfer am Rande des Abiturientenballs seiner Schule einen Strip bis auf den Slip hingelegt hat, trieb ihm nicht gerade die Freudentränen in die Augen. "Wir wollen als Höhere Technische Lehranstalt das Frauenbild nicht auf Sexualität reduzieren: Frauen sind die zukünftigen Techniker", sagte er den "Oberösterreichischen Nachrichten".

"Diktierte Frauenbilder"

Genau das will Schäfer jedoch nicht auf sich sitzen lassen. Ihre Definition von Feminismus auf der einen und Frauenfeindlichkeit auf der anderen Seite sieht anscheinend gänzlich anders aus. Und so schießt sie im Interview mit RTL zurück: "Die Empörung des Direktors kann ich genauso wenig nachvollziehen wie die Behauptung, das Zeigen der Brust würde eine Frau auf Sex reduzieren. Besonders, wenn diese Aussage von einem Mann kommt."

Doch damit nicht genug. "Gerade von jemandem, der die 'Technikerinnen von morgen' ausbilden möchte, der die Frau als gleichberechtigt und frei in ihren Entscheidungen anerkennt, hätte ich eine andere Reaktion erwartet", legt die 35-Jährige nach. Wenn es "schon keine Aufgeschlossenheit gegenüber der Ausdrucksform der Nacktkunst" gebe, erwarte sie "zumindest Verständnis dafür, dass ich mich im Umgang mit meinem Körper frei entscheide und mich nicht von gestrigen oder gesellschaftlich diktierten Frauenbildern leiten lasse".

Ganz abgesehen von dieser Diskussion ist aber sicher auch fraglich, ob ausgerechnet ein Abiball der richtige Ort für Schäfers Strip-Show ist. Bei der größten Veranstaltung dieser Art in Österreich sollen rund 7000 überwiegend junge Gäste gewesen sein. Für Geigl jedenfalls ist klar: Eine vergleichbare Einlage soll es in den kommenden Jahren an seiner Schule nicht mehr geben.

Quelle: n-tv.de, vpr

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