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Kirche wehrt sich gegen 3D-Illusion Saurons Auge leuchtet nicht über Moskau

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Moskau bei Nacht - auch ohne 3D-Illusion ein spektakulärer Anblick.

(Foto: REUTERS)

In Moskau wollen Designer ein Spektakel installieren: "Das Auge allen Übels" aus den "Herr der Ringe"-Filmen soll auf dem Dach eines Hochhauses leuchten. Doch gegen das "dämonische Symbol" formiert sich Widerstand - und die Aktion wird abgeblasen.

Die Moskauer Fans von J.R.R. Tolkiens Fantasyroman "Kleiner Hobbit" sind untröstlich: Zur Premiere des dritten Teils der "Hobbit"-Verfilmung "Die Schlacht der fünf Heere" hatten sich Designer der Gruppe Swetschenije (Leuchtkraft) eine Sensation ausgedacht. Vom Dach eines 21-stöckigen Hochhauses im Geschäftsviertel Moscow City sollte ein Riesenauge glühen - nachempfunden demjenigen von Sauron, im "Hobbit" und in Tolkiens späterer Trilogie "Herr der Ringe" der Inbegriff des Bösen.

Doch das ehrgeizige Designerprojekt scheiterte am Widerstand der mächtigen russisch-orthodoxen Kirche. Deren Vorsitzender der Abteilung der heiligen Synode des Moskauer Patriarchats, Erzpriester Wsewolod Tschaplin, sprach von einem "dämonischen Symbol". Es gehe nicht an, diesen "Inbegriff für den Triumph des Bösen" Moskau überragen zu lassen. "Wundert euch nicht, wenn später in der Stadt etwas falsch läuft", fügte er im Interview mit dem Radiosender Goworit Moskwa hinzu.

Die Stadtoberen sagten die Lichtshow daraufhin ab. Die Swetschenije-Gruppe erklärte auf ihrer Facebook-Seite, dass sie gezwungen sei, ihr Vorhaben abzubrechen. Sie habe "eine solche öffentliche Reaktion" nicht erwartet. Dabei habe das Projekt keinerlei unterschwellige religiöse oder politische Bedeutung. Die Installation sollte einen Umfang von zehn Metern haben und mittels eines Projektors einen 3D-Effekt für Saurons Auge erzeugen.

Quelle: n-tv.de, dka/AFP

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