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Einmal ist keinmal Sie sind wieder da: Die Wulffs

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Man kommt sich wieder näher. (Christian und Bettina Wulff begrüßen sich am 12.12.2013 im Landgericht in Hannover)

(Foto: dpa)

Das ist eine kleine Sensation: Bettina und Christian teilen erneut Bett und Tisch. War die Liebe nach zweieinhalb Jahren Trennung doch stärker als alles andere? Oder hat der Ex-Bundespräsident bloß wieder einen neuen super Job?

Christian Wulff muss ein Mann sein, der verzeihen kann. Das ist eine großartige Gabe und eines ehemaligen Bundespräsidenten durchaus würdig. Man könnte aber auch sagen: Bettina Wulff ist eine echt geschickte Frau, sie hat ihn sich wieder geangelt. Also sollte man den beiden nicht einfach Glück wünschen für die gemeinsame Zukunft? Das ist doch toll für die Kinder. Aber dummerweise bleibt da so ein kleines Geschmäckle über, das auch nach dem dritten Zähneputzen einfach nicht weggehen will.

Ja, Christian Wulff wird laut der Illustrierten "Bunte" demnächst wieder bei seiner Frau Bettina und den Kindern einziehen. Eine offizielle Bestätigung der beiden für diese überraschende Wende steht bisher zwar noch aus, aber die beiden wurden zusammen gesehen und dementieren nicht. Die Scheidungspapiere, noch im Einvernehmen eingereicht beim Landgericht Hannover, sollen vom Tisch sein.

Doch von vorne, ein kurzer Exkurs: "Die Wulffs"! Das sollte klingen wie: "Die Clintons", "die Obamas", "die Kennedys", "die Clooneys" - oder so was in der Art. Es klang aber immer ein bisschen zu sehr nach Klinkerbau und Großburgwedel, nicht mal "die Schröders" konnten die Wulffs damit einholen (und dabei wissen wir gar nicht so genau, wer konkret mit "die Schröders" gemeint ist, Gerhard mit Hillu oder Gerhard mit Doris). Egal, denn nun soll es um "die Wulffs" gehen.

Die Fassade bröckelt

Christian und Bettina Wulff hatten sich 2008 das Ja-Wort gegeben, im Januar 2013 - nicht mal ein Jahr nach Wulffs Rücktritt als Bundespräsident - gaben sie ihre Trennung bekannt. Dabei beginnt alles wie im Märchen: Der jüngste Bundespräsident aller Zeiten zieht 2010 samt tätowierter Gattin im Patchwork-Familien-Konstrukt und Bobby-Car in den Bellevue-Palazzo. Man kann gut mit den Maschmeyers und Ferres' der High Society, der jungen europäisch-royalen Garde, mit der Wirtschaft und mit dem kleinen Mann auf der Straße. Herr Wulff spricht sich für eine Islam-freundlichere Republik aus, Bettina lernt von Tag zu Tag huldvoller zu lächeln. Sie wird zur Mode-Ikone, übernimmt Charity-Aufgaben, stellt das Bild der modernen Frau "an seiner Seite" dar: selbstständig, Mutter, gutaussehend, gut ausgebildet, repräsentativ, unkonventionell. Vermeintlich.

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Bahnt sich da was - ein neuer Job - an? Der Alt-Bundespräsident am 5. Mai auf der VW-Hauptversammlung mit Melanie Wenckheim, Tochter des VW-Aufsichtsratsmitglieds Hans Michael Piëch.

(Foto: imago/Susanne Hübner)

Doch dann beginnt es zu bröckeln: Immer mehr Details kommen ans Licht, dass der ehemalige Ministerpräsident von Niedersachen es nicht ganz so genau genommen haben soll mit Abrechnungen, Einladungen, Krediten. Vieles ist privat, vieles ist nun aber, im Fokus der Öffentlichkeit und als Leitfigur an der Spitze Deutschlands, von großem Interesse. Die Fassade beginnt zu bröckeln. Als Christian Wulff als Bundespräsident nicht mehr tragbar ist - sei das nun berechtigt oder nicht, damit wurde sich an anderen Stellen schon ausführlich auseinandergesetzt - tritt er 2012 mit seiner Frau an seiner Seite zurück. Da hatte sie sich innerlich schon längst von ihm verabschiedet.

Leiden auf hohem Niveau

Bei seinem Rücktritt, gekleidet in eines ihrer Lieblingskostüme von Rena Lange, schreibt sie, stand sie ganz bewusst ein Stück abseits von ihrem Mann, "um so zu zeigen: Ich bin eine eigenständige, selbstständige Frau." Das verrät sie in ihrem Buch: Die mittlerweile 41-Jährige nennt es "Jenseits des Protokolls", und sie wollte ihre Sicht der Dinge klarstellen. Alles, was nach der Veröffentlichung jedoch klar ist, scheint zu sein, dass Christian Wulff einem irgendwie leidtun musste mit einer Gattin, die seitenlang herumlamentierte über die schwere Bürde, die Frau eines Bundespräsidenten zu sein: "Ich habe zu lange nach den Terminplänen meines Mannes gelebt. Jetzt geht es um mich und meine Söhne." Sie bekam einen schlimmen Ausschlag, wusste nie, was sie anziehen sollte und fühlte sich zur Nebenfigur degradiert. Dieses schlimme Schicksal wird ihr nun in Runde zwei wohl erspart bleiben - es sei denn, ihr Noch- und Wieder-Gatte wird so etwas Ähnliches wie König von Deutschland.

Wulff schrieb übrigens zurück, nannte sein Werk "Ganz oben, ganz unten". Werden sie nun gemeinsam ein Buch veröffentlichen? Mit Jobs hat es bei beiden nach ihrer gemeinsamen Zeit nicht wirklich gut funktioniert, daher könnte ein Beziehungsratgeber doch die Lösung sein: "Endlich in der Mitte(lmäßigkeit) angekommen" könnte es heißen.

In ihrem Buch steht, Wulff habe sie und die Kinder in ein Leben hineingenötigt, das sie eigentlich nicht führen mochte und vor allem immer weniger aushielt. Warum sie sich nun doch entschlossen haben, es noch einmal miteinander zu versuchen - wir werden es ganz sicher in den nächsten Tagen erfahren.

Quelle: n-tv.de